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Die 11 größten Irrtümer bei der Mülltrennung

Vattenfall stellt die elf größten Irrtümer bei der Mülltrennung vor.

Was bringt die Mülltrennung?

Deutschland ist Spitzenreiter in Sachen Mülltrennung, aber auch bei den gesetzlichen Vorschriften. Diese sind ganz schön kompliziert. Kein Wunder, dass Müll oft nicht richtig entsorgt wird. 

Räumen wir gleich mit einem Vorurteil über Mülltrennung auf: „Was bringt es den Müll zu trennen? Es wird doch sowieso alles wieder von den Entsorgern zusammengekippt, damit diese ihre Müllverbrennungsanlagen befeuern können.“

Alles zusammenkippen?

Dies stimmt so natürlich nicht, denn in Deutschland gilt das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das besagt: Abfälle sind zu vermeiden, und wenn das nicht geht, zu verwerten.

Müll ist für eine Wiederverwendung vorzubereiten, zu recyceln oder zur Energieerzeugung zu nutzen. Deswegen wird zuallererst versucht, Müll zu trennen. Das fängt beim Verbraucher an und setzt sich bei den Sortieranlagen fort. Zu Letzteren gibt es die verbreitete Meinung, dass solche Anlagen inzwischen so perfekt sind, dass man Müll nicht mehr trennen muss. Das stimmt leider noch nicht, die Vorsortierung im Haushalt ist immer noch unerlässlich, sonst klappt es nicht mit dem Recycling.

Darum geben sich die Bundesbürger bei der Mülltrennung auch viel Mühe. Laut einer Statista-Umfrage aus dem Jahr 2016 sammeln 94 Prozent zu Hause Papier, 83 Prozent der Verbraucher sortieren Altglas und 80 Prozent Wertstoffe mit dem grünen Punkt aus. Immerhin drei Viertel der Befragten gab an, Batterien und Sondermüll ordnungsgemäß zu entsorgen.

Diese Zahlen beweisen: Die Deutschen sind sehr gewissenhafte Mülltrenner. Doch ist es nicht immer ganz einfach, den Haushaltsmüll in die richtige Tonne zu werfen, bei der Trennung geschehen immer wieder Fehler. Denn die Meinungen darüber, wie der Abfall korrekt entsorgt wird, gehen oft weit auseinander.

Die 11 größten Irrtümer bei der Mülltrennung

Irrtum 1: Toner und Druckerpatronen gehören in den Restmüll

Rund 60 Millionen Druckerpatronen und Toner gehen in Deutschland pro Jahr über den Ladentisch, die meisten landen irgendwann im Restmüll. Leider. Denn spezieller Abfall wie Patronen und Toner kann sehr gut recycelt werden. Verbraucher müssen ihn nur in Wertstoffhöfen entsorgen. Auch der Handel nimmt Toner und Patronen zurück. Zudem gibt es Unternehmen wie geldfuermuell, die sogar einen kleinen Ankaufspreis für die Rückgabe des Mülls zahlen.

Irrtum 2: Batterien und ausgediente Akkus im Restmüll werden in der Müllverbrennungsanlage mit Magneten herausgefischt

Das ist ebenfalls nicht richtig: Batterien werden einfach mitverbrannt. Darum dürfen sie auch nicht in den Hausmüll gegeben werden. Verbraucher müssen leere Batterien und Alt-Akkus in einer zugelassenen Sammelstelle entsorgen. Zudem ist der Handel gesetzlich zur kostenlosen Rücknahme der ausgedienten Speicher verpflichtet. Sammelbehälter gibt es beispielsweise in Super- oder Technikmärkten.

Irrtum 3: Es spielt keine Rolle, in welchen Glascontainer man das Glas wirft. Bei der Müllabfuhr wird sowieso alles vermischt

Im Gegenteil, es wird sauber getrennt. Was von außen nicht erkennbar ist: Die Müllfahrzeuge sind mit Kammern für grünes Glas, sowie Weiß- und Braunglas ausgerüstet. So landet das Altglas zuverlässig nach Farben getrennt in den dafür vorgesehenen Behältern – und lässt sich später sortenrein recyceln. Wenn aber mal ein Wurf in den falschen Container geht – leider noch immer ein häufiger Fehler –, können dies automatische Sortieranlagen bei der Aufbereitung der wertvollen Rohstoffe wieder ausbügeln. Sie trennen die Glasscherben nach Farbe, allerdings nicht so zuverlässig wie von Hand.

Irrtum 4: Eierkartons aus Pappe gehören nicht ins Altpapier

Doch, Eierkartons aus Pappe sind Verkaufsverpackungen und prinzipiell ein Fall fürs Altpapier. Das gilt jedoch nicht für dreckige Kartons, denn stark verschmutztes Papier gehört generell nicht in die blaue Tonne für Papier, sondern in den Restmüll. Das gilt auch für beschichtetes Papier, zum Beispiel von Verpackungen. Übrigens nehmen viele Händler auf Bio-Wochenmärkten intakte Eierkartons wieder zurück und befüllen sie neu – Wiederverwenden ist noch immer das beste Recycling.

Irrtum 5: Verschlüsse und Deckel von Flaschen oder Gläsern müssen vor der Entsorgung entfernt werden

Einerseits müssen sie nicht: Denn moderne Sortieranlagen wenden unterschiedliche Sortierverfahren an, um Verschlüsse und Deckel vom Glas zu trennen. Ob Kunststoff, Weißblech oder Kork spielt dabei keine Rolle. Laut Umweltbundesamt müssen Verbraucher Verschlüsse aber streng genommen extra entsorgen, und zwar über den Verpackungsmüll, also etwa die gelbe Tonne oder den gelben Sack.

Irrtum 6: Nur sauber ausgewaschene Joghurtbecher gehören in den Müll

So blitzblank müssen die Becher nicht sein. Es reicht aus, wenn diese vollständig geleert sind, sozusagen löffelrein. So wandert die Verpackung dann in den gelben Sack beziehungsweise in die gelbe Tonne. Wichtig außerdem: den Alu-Deckel immer von der Verpackung lösen, sonst wird sie nicht recycelt oder aber das wertvolle Alu wird mit dem Kunststoff zusammengeworfen. Für die Umwelt ist es aber gut, wenn beides getrennt entsorgt wird, sagt der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE). Speziell Aluminium verbraucht in der Herstellung enorm viel Energie. Die Umweltbilanz des Metalls lässt sich durch Mülltrennung und Recycling erheblich verbessern.

Irrtum 7: Briefumschläge mit Sichtfenster aus Plastik dürfen nicht ins Altpapier

Falsch. Umschläge oder Bäckertüten aus Papier, die einen sehr geringen Plastikanteil enthalten, dürfen ins Altpapier. Grundsätzlich strebt die Recyclingwirtschaft aber einen „Monostoffstrom“ an, wie es im Fachjargon heißt. Bedeutet: Alle Wertstoffe sollten möglichst strikt getrennt werden.

Irrtum 8: Kunststoff-Verpackungen sollte man ineinanderstapeln, um Platz zu sparen

Am besten ist es, den Abfall der Umwelt zuliebe schön lose in die Tonne zu werfen. Nur so können die Infrarotsensoren einer Sortieranlage die unterschiedlichen Kunststoffe identifizieren und sortieren. Das gelingt selbst passionierten Sortierfans kaum, denn die verschiedenen Plastiksorten sind schwer zu unterscheiden.

Irrtum 9: CDs, DVDs und BluRays gehören in die gelbe Tonne

Diese Datenträger gehören gar nicht in die Mülltonne: Sie bestehen aus Polycarbonat, einem hochwertigen und verhältnismäßig teuren Kunststoff, der sich mit geringem Aufwand recyceln lässt. Deshalb sollten für die Entsorgung dafür vorgesehene Rücknahmesysteme benutzt werden. So gibt es unter anderem im Handel, beispielsweise in Computerfachgeschäften, spezielle Boxen, in denen sie gesammelt werden. Wichtig: Bei sensiblen Daten die Oberfläche zerkratzen oder zerkleinern. Ist kein Händler in der Nähe, der die silbernen Scheiben zurücknimmt, kann eine geringe Menge laut Umweltbundesamt notfalls auch über den gelben Sack entsorgt werden.

Gut zu wissen:

Schon eine einzige grüne Flasche kann 500 Kilogramm Weißglas verfärben.

Irrtum 10: Blaue und rote Glasflaschen werden in den Braunglas-Container geworfen

Bei Ihnen gibt es einen Container für Braunglas? Dann bitte nur braune Flaschen einwerfen. Der Grund: Braunes Altglas wird durch andere Farben unbrauchbar für den Recyclingprozess. Blau und Rot kommt deshalb zum Grünglas – dieses verträgt einen höheren Anteil an Fehlfarben.

Irrtum 11: Essensreste kann man ruhig die Toilette hinunterspülen

Über Essensreste mit festen Bestandteilen freuen sich die Ratten – es ist also keine gute Idee, sie einfach in die Toilette hinunterzuspülen. Auch Fettablagerungen in den Rohren können zu einem Problem werden. In der Regel gehören organische Abfälle in die Biotonne beziehungsweise in die grüne Tonne oder schlicht in den Restmüll.

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Fotos: kzenon/iStock, Vattenfall Media, manfredxy/iStock, Nr. 4,5,6,7 by Pixabay