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Das bringt die CO₂-Steuer auf Strom

Die CO₂-Steuer auf Strom soll den Wandel zu einem fossilfreien Leben beschleunigen. Erfahren Sie hier, welche Auswirkungen die CO₂-Steuer auf Ihren Stromverbrauch hat.

Auf dem Weg in eine fossilfreie Zukunft

Die CO₂-Steuer gilt seit dem 1. Januar 2021. Ziel der Abgabe ist es, durch die damit erhöhten Kosten für den Verbrauch fossiler Energieträger einen Anreiz zur vermehrten Nutzung erneuerbarer Energien zu schaffen. So sollen CO₂-Emissionen reduziert werden, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.

Mit dem Klimapaket hat die Bundesregierung beschlossen, wie viel Sie als Verbraucher für die Emission von CO₂ in Zukunft zahlen müssen. So musste im Jahr 2021 für die Erzeugung einer Tonne des klimaschädlichen Gases eine Klimaabgabe in Höhe von 25 Euro gezahlt werden.
 

In den kommenden Jahren steigen die Abgaben schrittweise, bis sie 2025 einen Wert von 55 Euro pro Tonne erreichen. In den genannten Preisen ist die Mehrwertsteuer von 19 Prozent noch nicht enthalten.

Infografik: So viel kostet eine Tonne CO2

Deshalb gilt die CO₂-Steuer auch für Ökostrom

Es klingt paradox: Auch für CO₂-neutralen Ökostrom gilt die steigende CO₂-Bepreisung. Im Endeffekt können Sie sich als Ökostromkunde mit Ihrer Stromrechnung erst von den CO₂-Preisen abkoppeln, wenn die gesamte Stromerzeugung CO₂-frei erfolgt. Dieser Schritt kann aber noch dauern: Im dritten Quartal 2021 lag die Einspeisung von Energie aus traditionellen Energieträgern wie Erdgas oder Heizöl laut dem Statistischen Bundesamt bei rund 57 Prozent. Deshalb kann Ökostromhandel aktuell nicht losgelöst vom allgemeinen Stromhandel betrachtet werden. Es ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit: Als Betreiber einer großen Photovoltaikanlage würden Sie Ihren Strom zum üblichen Marktpreis an einen Händler verkaufen – also ohne EEG-Förderung.

Aus Händen mit Erde wächst eine Pflanze

Natürlich haben Sie als Stromerzeuger keinen Anlass, Ihren Grünstrom günstiger abzugeben als zum Preis des „Graustroms“ an der Börse. Das wäre unlogisch und bedeutet: Eine Preissteigerung von konventionell erzeugtem Strom geht Hand in Hand mit einer Preisseigerung für Ökostrom. Im Fachjargon heißt dies „Opportunitätskosten“. 

Diese Kosten variieren, je nach Tageszeit: In einzelnen Stunden, in denen der Bedarf bereits komplett aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann, hat der CO₂-Preis schon heute keinen Einfluss mehr auf das Niveau des Strompreises. In Stunden, in denen Kohle oder Gas noch benötigt werden, ist der Einfluss dafür entsprechend groß. 

CO₂-Steuer beschleunigt Mobilitätswende

Der Mobilitätssektor besitzt nach Expertenmeinung mit das größte Potenzial, um CO₂ einzusparen. Deshalb werden in erster Linie Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben ausgebremst. Deshalb zahlen Fahrer von Benzin- und Dieselautos durch die CO₂-Bepreisung höhere Spritpreise. Für Autofahrer erhöhen sich die Kosten für Benzin um 7 Cent pro Liter, für Dieselfahrer um 8 Cent.

Infografik: Erhähung der Benzinpreise durch CO2

Achten Sie bei einem Neuwagenkauf besonders gut auf die Antriebsart. Während Elektroautos die ersten Jahre von der Kfz-Steuer befreit sind, werden Pkws mit konventioneller Antriebsform bei der Erstzulassung in neue Steuertarife einsortiert. Hier gilt das Motto: „Je höher der CO₂-Ausstoß, desto höher die Kfz-Steuer“. So soll die Nutzung von sparsamen Autos beziehungsweise die Hinwendung zur Elektromobilität gefördert werden.

Die Erhöhung der Pendlerpauschale bei der Einkommenssteuererklärung bremst diese Lenkungswirkung ab. Die Entfernungspauschale sieht eine Erhöhung ab dem 21. Kilometer von 30 Cent auf 35 Cent vor.

Vattenfall CO2-Steuer auf Strom Mann steckt Ladekabel in E-Auto

Bremst die CO₂-Steuer die Elektromobilität?

Auf lange Sicht lohnt sich der Wechsel auf ein Fahrzeug mit Elektroantrieb. Das BAFA bezuschusst die Anschaffung von Elektroautos in ganz Deutschland bis Ende 2025 mit bis zu 9.000 Euro. Die Elektroauto-Förderung gilt für den Kauf wie auch für das Leasing eines neuen oder jungen, gebrauchten Elektrofahrzeuges.

Außerdem sind die Unterhaltskosten eines Elektroautos niedriger. Bei einer Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2025 sind Halter eines E-Autos für 10 Jahre von der Steuer befreit. Weniger Verschleißteile unter der Motorhaube bedeuten weniger Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Auch aus anderen Gründen dürften Fahrer von Elektroautos trotz CO₂-Abgabe auf Strom günstiger aus der Rechnung kommen. Stichwort Verbrauch: Bei einem Schnitt von 32 Cent pro Kilowattstunde kosten 100 Kilometer in einem Renault Zoe 6,08 Euro. In einem Renault Clio kosten 100 Kilometer bei einem Spritpreis von 1,58 Euro hingegen fast 7 Euro. Stichwort Solarenergie: Außerdem können bei vielen Fahrern von Elektroautos heimische Photovoltaikanlagen für eine Entkopplung vom Strompreis sorgen. So ist auch das Fahrzeug lokal emissionsfrei unterwegs.

Vattenfall CO2-Steuer auf Strom Hände an Lenkrad E-Auto Innenraum

Vorteile der CO₂-Steuer auf Strom

Zentrale Aufgabe der CO₂-Steuer ist es, klimafreundliches Verhalten zu fördern. Ihr umweltschonendes Verhalten als Verbraucherin oder Verbraucher wird also belohnt – egal ob Sie auf Elektromobilität setzen, Ihr Zuhause mit erneuerbaren Energien wie Solarenergie heizen oder Ökostrom beziehen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wer das Klima mit der Nutzung von fossilen Energieträgern belastet, zahlt dafür einen erhöhten Strompreis. Das betrifft immer noch mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte: Für das Jahr 2021 betrug laut Fraunhofer Institut der Anteil der erneuerbaren Energien am Strom-Mix 45,7 Prozent.

Ein weiterer Vorteil für Sie ist die Abschaffung der EEG-Umlage. Die Gesetzesanpassung soll laut BWMI zum 1. Juli 2022 in Kraft treten und dem Preisanstieg noch früher begegnen. Ziel der Maßnahme ist eine spürbare Entlastung der privaten Haushalte ab dem zweiten Halbjahr 2022. In den jeweiligen Vertragsverhältnissen werden Stromlieferanten zu einer entsprechenden Absenkung der Preise verpflichtet.

Mit den Einnahmen aus dem Verkauf der CO₂-Zertifikate finanziert der Bund Förderprogramme. Für private Haushalte würden sich Förderprogramme für energetische Sanierung von Wohngebäuden, die Umrüstung von Heizungssystemen und die Anschaffung von klimafreundlichen Fahrzeugen wie Elektroautos erleichtern. Außerdem erhöht sich das Wohngeld, damit Bezieher die höheren Heizkosten finanzieren können.

Nachteile der CO₂-Steuer auf Strom

Der wirksamste Hebel der Energiewende ist gleichzeitig der größte Nachteil der CO₂-Steuer: die finanzielle Belastung. Im internationalen Vergleich ist die umweltbezogene Steuerlast in Deutschland ohnehin schon hoch. Abgaben wie die CO₂-Steuer oder die EEG-Umlage verstärken die Belastung.

Energieintensive Unternehmen büßen ihre Wettbewerbsfähigkeit im In- und Ausland ein. Um dem erhöhten CO₂-Preis zu entgehen, könnten Unternehmen auch Carbon Leakage betreiben. Das bedeutet, sie verlagern ihre Produktion ins Ausland. Oder die höheren Ausgaben werden auf die Kundschaft abgewälzt, was zu einem Preisanstieg für Waren und Dienstleistungen führt.

Zu den weiteren Nachteilen gehört die Verstärkung der sozialen Ungerechtigkeit. Für einen Wechsel auf regenerative Energien stehen Haushalte mit geringerem Einkommen weniger finanzielle Mittel zur Verfügung. Ob eine Erhöhung des Wohngelds die finanzielle Belastung abfedert, bleibt abzuwarten.

Vattenfall Fazit

Die CO₂-Steuer drängt alle Akteure dazu, mehr in Klimaschutz und erneuerbare Energien zu investieren. Vor allem im Verkehrssektor besteht viel Verbesserungspotenzial. Doch Vorsicht ist geboten: Der rapide Anstieg der Emissionspreise kann zu Lasten der Zahlungskraft der Bevölkerung gehen. Ziel ist es deshalb, möglichst schnell regenerative Energien in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen, um den CO₂-Fußabdruck klein zu halten. Andernfalls könnte die CO₂-Abgabe ihr eigentliches Ziel verfehlen: den Klimaschutz.

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