Was ist ein Heizkostenverteiler?
Erstellt am 12.2.2026
Lesedauer: 12 Minuten
Für viele Menschen ist das weiße, längliche Kästchen an ihrer Heizung im Grunde eine Blackbox. Dabei handelt es sich um einen Heizkostenverteiler, auch Heizungszähler genannt. Er erfasst die verbrauchsabhängigen Kosten beim Heizen, vor allem in Mehrfamilienhäusern mit zentraler Heizung. Aber wie funktioniert das? Und wie gut sind diese Geräte?
Das erfahren Sie hier alles:
Für was Heizkostenverteiler gut sind
Das Wort Verteiler sagt es schon: Bei Mietwohnungen, deren Wärme aus einer gemeinsamen Heizanlage kommt, müssen die Kosten auf alle Wohnungen verteilt werden. Dabei gibt es einen verbrauchsabhängigen Anteil und einen Fixanteil. Alle Vorgaben dazu, wie der Wärmeverbrauch erfasst und Heizkosten abgerechnet werden, sind gesetzlich in der Heizkostenverordnung geregelt.
Das eigene Heizverhalten darf demnach mit 50 bis 70 Prozent bei den anfallenden Heizkosten zu Buche schlagen. Das heißt: Wer effizienter heizt, reduziert auch die eigene Rechnung. Erfasst wird der individuelle Verbrauch mit Hilfe eines Heizkostenverteilers, der eigentlich eine Art Heizungszähler ist.
Die restlichen 30 bis 50 Prozent sind ein fester Anteil, der flächenmäßig auf Basis der Wohn- oder Nutzfläche berechnet wird.
Auch wer nicht heizt, muss sich also trotzdem an den Grundkosten beteiligen. Zu diesen gehören beispielsweise Strom-, Wartungs- und Reparaturkosten für die Heizanlage oder Wärmeverluste in den Verteilleitungen. Mit den Grundkosten wird gesetzlich aber auch für einen Ausgleich für Wohnungen gesorgt, die wärmetechnisch benachteiligt sind. So müssen Dach- oder Erdgeschosswohnungen meistens stärker beheizt werden. Auch Wohnungen mit mehreren Außenwänden lassen den eigenen Heizenergieverbrauch ansteigen. Solche Faktoren fließen in die Grundkosten mit ein, die auf alle verteilt werden.

In Mehrfamilienhäusern sind Messgeräte, die den tatsächlichen Energieverbrauch der Mieter:innen erfassen, laut Heizkostenverordnung Pflicht. Zur Auswahl stehen Heizkostenverteiler und Wärmemengenzähler. Die Wahl liegt bei den Vermieter:innen. Wichtig ist nur, dass die Geräte geprüft und geeicht sind und den Vorschriften entsprechen. Für Zweifamilienhäuser oder ein Wohnhaus mit Einliegerwohnung gibt es eine Ausnahme, wenn die Vermieter:innen eine der beiden Wohnungen selbst bewohnen. Dann können die beiden Parteien im Mietvertrag vereinbaren, dass die Heizkosten ausschließlich verbrauchsunabhängig abgerechnet werden.
Heizkostenverteiler mit Verdunster
Ein Heizkostenverteiler mit Verdunster erfasst die Heizleistung rein physikalisch über die verdunstete Messflüssigkeit in einem kleinen Glasröhrchen. Wird der Heizkörper warm, überträgt sich seine Wärme über den Metallrücken des Heizungszählers auf das Röhrchen. Die Flüssigkeit beginnt zu verdunsten. Je mehr verdunstet, desto mehr Wärme wird abgegeben. Eine Skala zeigt an, wie viel Flüssigkeit bereits verdunstet ist. Auf dieser Basis wird der Verbrauch berechnet. Zum Ende des Abrechnungszeitraums wird das Röhrchen abgelesen und anschließend ausgetauscht. Auch bei ausgeschaltetem Heizkörper verdunstet eine geringe Menge Flüssigkeit. Um das auszugleichen, sind die Röhrchen in der Regel bis kurz über den Nullpunkt gefüllt.
Tipp: Sie stellen beim Blick auf den Heizkostenverteiler fest, dass Ihr Verbrauch ziemlich hoch ist? Dann drehen Sie doch mal an den wichtigen Stellschrauben, die wir hier für Sie zusammengefasst haben: „Energiespartipps für Heizen“.
Sonderfall Kapillarrohrheizkostenverteiler
Kapillarrohrheizkostenverteiler funktionieren auch nach dem Verdunstungsprinzip. Sie haben aber zwei parallele Messröhrchen, die helfen sollen, Mess- und Ablesefehler zu vermeiden. Nach dem Ablesen wird das Röhrchen aus dem aktuellen Jahr verschlossen und bleibt zur Kontrolle im Gerät. Das Röhrchen des Vorjahrs wird dann gegen ein neues für das kommende Verbrauchsjahr ausgetauscht.
Elektronische Heizkostenverteiler
Die meisten digitalen Geräte arbeiten mit zwei Sensoren: Der eine misst die Raumtemperatur, der andere die Temperatur des Heizkörpers. Aus der Differenz wird der Verbrauch berechnet. Arbeitet das Gerät nur mit einem Sensor, nimmt dieser einen Wert für die Raumtemperatur an. Für die Energie, die die elektronische Erfassung benötigt, sorgt eine Langzeitbatterie im Gerät. Diese stellt üblicherweise eine Betriebsdauer von mindestens 10 Jahren sicher.
Seit Ende Oktober 2020 müssen Heizkostenverteiler, die neu angebracht werden, elektronisch und fernablesbar sein. Diese Pflicht gilt demnächst auch für die Geräte, die schon an den Heizungen ihre Arbeit tun. Sie müssen bis spätestens Ende 2026 ausgetauscht werden. In Einzelfällen sieht die Heizkostenverordnung Ausnahmen für die Pflicht zu fernablesbaren Geräten vor, zum Beispiel, wenn der Aufwand unangemessen hoch wäre.
Vorteile
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Elektronische Heizkostenverteiler arbeiten genauer als die analogen Geräte und können kleine Messfehler, etwa durch Sonneneinstrahlung, besser ausgleichen.
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Sind die elektronischen Heizkostenverteiler mit einem Funk-Modul ausgerüstet, können sie auch aus der Ferne ausgelesen werden. Ein Termin zur Ablesung ist nicht mehr nötig.
Nachteile
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Der größte Nachteil sind die Kosten. Elektronische Geräte sind teurer als die Heizkostenverteiler mit Verdunstungsprinzip. In der Regel werden die Kosten auf die Mieter:innen umgelegt – dies erlaubt die Heizkostenverordnung.
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Die erfassten Verbrauchswerte lassen keine Rückschlüsse auf die genauen Heizkosten zu.
Unterschied Heizkostenverteiler / Wärme(mengen)zähler
Wärmemengenzähler, auch umgangssprachlich kurz Wärmezähler genannt, befinden sich nicht am Heizkörper, sondern sind in den Wasserkreislauf integriert. Sie erfassen, wie viel Wasser durch die Heizungsrohre fließt, und messen beim Ein- und Ausfließen sehr präzise die Temperatur. Der Temperaturunterschied ist auch hier die Basis, um den Verbrauch festzustellen. Wärmemengenzähler messen also den tatsächlichen Wärmeverbrauch in kWh.
Wärmemengenzähler bieten eine unkomplizierte Alternative zu Heizkostenverteilern und gelten als die Methode, bei der die verbrauchte Wärmemenge am genauesten erfasst werden kann. Wärmezähler sind besonders sinnvoll unter anderem bei Fernwärmeanschluss, bei Fußbodenheizungen oder solarthermischen Anlagen sowie bei der getrennten Erfassung von Heiz- und Brauchwasser.
Bei einem elektronischen Heizkostenverteiler lassen sich die Heizkosten nicht von den Nutzer:innen selbst berechnen. Das liegt daran, dass elektronische Heizkostenverteiler keine direkten Messgrößen wie Kilowattstunden anzeigen. Sie erfassen stattdessen mit Hilfe elektronischer Sensoren relative Verbrauchswerte, die sich aus der Temperaturdifferenz zwischen Heizkörper und Raumluft ergeben.
Wie viele dieser Einheiten dann welche Kosten ausmachen, hängt unter anderem noch von speziellen Bewertungsfaktoren ab, die vom Abrechnungsdienst bei der Montage des Heizkostenverteilers festgelegt werden. Dies ist nötig, weil nicht alle Heizkörper gleich viel Wärme abgeben, selbst wenn der Verteiler bei gleichen Temperaturen denselben Messwert anzeigt.

Ein Beispiel: Ein kleiner Badezimmerheizkörper und eine große Wohnzimmerheizung zeigen vielleicht beide „100 Einheiten“ auf dem Heizkostenverteiler. Aber der große Heizkörper gibt sehr viel mehr Wärme an den Raum ab. Deshalb wird sein Verbrauch mit einem höheren Bewertungsfaktor multipliziert. So ergibt sich ein realistischeres Bild des tatsächlichen Energieverbrauchs. Auch die Gesamtverbrauchsverteilung im Mehrfamilienhaus oder der Wohnanlage spielt eine Rolle bei der Umrechnung der Einheiten in Kilowattstunden oder Kosten in Euro. Die eigentliche Kostenverteilung erfolgt erst durch den Messdienst.
Was aber geht, ist den aktuellen Verbrauch auf dem Heizkostenverteiler abzulesen und diese mit denen aus dem Vorjahr zu vergleichen. So lässt sich die Heizkostenabrechnung kontrollieren. Das bedeuten die einzelnen Werte – und wenn vorhanden Buchstaben –, die der elektronische Heizkostenverteiler bei fortlaufenden Geräten nacheinander anzeigt:
- A: aktueller Verbrauchswert
- MC: Anzeigentest
- C: Prüfzahl
Bei stichtagsprogrammierten Heizkostenverteilern kommt hinzu:
- K: Stichtag, an dem der Ablesezeitraum endet
- M oder vier Striche: Gesamtverbrauch des gesamten letzten Ablesezeitraums
Können Heizkostenverteiler falsch berechnen?
Es ist nicht ausgeschlossen. Deshalb wird grundsätzlich empfohlen, Heizkostenverteiler alle 10 Jahre auszutauschen, um eine genaue Verbrauchserfassung sicherzustellen. Außerdem ist eine regelmäßige, am besten jährliche Wartung wichtig, um Fehler zu vermeiden, gerade auch bei Geräten, die starken Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Fehlerquellen können unter anderem sein:
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Technische Fehler: Verschleiß, Softwarefehler oder defekte Sensoren können bei Heizkostenverteilern für ungenaue Werte sorgen.
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Schlechte Installation: Fehler bei der Montage können die Messwerte verfälschen, beispielsweise dann, wenn der Heizungszähler zu nah an einer Wärmequelle wie einer Lampe installiert wird. Dann misst er einen höheren Verbrauch, als es tatsächlich der Fall ist.
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Ablesefehler: Ablesedienste können bei der manuellen Erfassung der Werte Fehler machen und beispielsweise Ziffern vertauschen. Nicht zuletzt können auch Fehler auftreten, wenn die Daten per Funk übertragen werden.
Fehlerhafte Werte sind das eine, aber Heizkostenverteiler können auch ganz ausfallen. Ist der Wärmezähler kaputt, dürfen die Vermieter:innen laut Heizkostenverordnung den Wärmeverbrauch einer Wohnung anhand des Verbrauchs vergleichbarer Räume im selben Abrechnungszeitraum schätzen. Dabei müssen die Vergleichsräume nicht im selben Gebäude liegen wie die Wohnung mit dem defekten Heizungszähler.
Kontrollieren
Wenn Werte zur Kontrolle selbst abgelesen werden, können nur bei elektronischen Heizkostenverteilern abweichende Werte gemeldet werden, um die Abrechnung anzufechten. Daten von Heizkostenverteilern, die mit Verdunstung arbeiten, können nicht geltend gemacht werden.
Gerät kaufen oder mieten?
Wie hoch die Kosten pro Gerät ausfallen, ist abhängig vom Hersteller und der gewählten Bauart. Üblicherweise liegen die Kosten für den Kauf zwischen rund 15 und 40 Euro pro Gerät. Dazu kommen Montagekosten in Höhe von durchschnittlich etwa 7 Euro. Die Mietkosten belaufen sich oft auf rund 5 bis 7 Euro pro Jahr und Heizkostenverteiler. In der Regel ist die Montage in den Mietkosten bereits enthalten.
Wer trägt die Kosten für die Heizkostenverteiler?
Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Es gelten viele verschiedene Regeln. Werden Messgeräte gekauft, müssen die Vermieter:innen für die Kosten aufkommen. Es gibt aber eine Ausnahme: Falls die Geräte erstmals installiert werden, handelt es sich um eine Modernisierungsmaßnahme. Das bedeutet, dass die Anschaffungskosten durch eine Modernisierungsmieterhöhung mit 8 Prozent jährlich auf die Mieter:innen umgelegt werden können.
Falls die Geräte gemietet werden, sind die Mietkosten Betriebskosten und können auf die Mieter:innen umgelegt werden. Wollen Vermieter:innen Heizkostenverteiler erstmalig mieten, müssen sie ihren Plan allerdings den Mieter:innen zusammen mit den Kosten vorab schriftlich mitteilen. Tun sie das nicht, müssen sie die Mietkosten für die neuen Heizkostenverteiler selbst übernehmen. Widerspricht über die Hälfte der Bewohner:innen des Miethauses innerhalb eines Monats nach Ankündigung der Miete von Heizungszählern, müssen die Vermieter:innen die Geräte kaufen.
Weitere auf die Mieter:innen umlagefähigen Kosten beim Thema Heizkostenverteiler sind:
- Wartung
- Zählerablesung
- Erstellung der Heizkostenabrechnung
Wichtiges zur Montage der Heizkostenverteiler
Die Geräte sollten von einem qualifizierten Fachbetrieb montiert werden, um Fehler zu vermeiden. Sonst können die Mieter:innen der Heizkostenabrechnung widersprechen. Montiert werden muss der Heizkostenverteiler im oberen Drittel, bei 75 Prozent der Heizkörper-Bauhöhe und möglichst mittig. Dafür gibt es extra eine DIN-Norm. Teils werden die Heizkostenverteiler angeschraubt, teils angeschweißt – je nach Heizkörper.

Wie oft müssen Heizkostenverteiler ausgetauscht werden?
Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip und elektronische Heizkostenverteiler gehören zu den „nicht eichpflichtigen Messhilfsverfahren”. Das bedeutet: Ein Eichaustausch zu einem festen Termin ist nicht vorgeschrieben. Stattdessen hängt die Betriebsdauer der Heizkostenverteiler bei den Funkgeräten von der Lebensdauer der Batterie ab, die üblicherweise zwischen 10 und 12 Jahren liegt. Heizkostenverteiler mit Verdunstungsprinzip werden jährlich bei der Ablesung ausgetauscht.
Im Internet ist die Frage, wie sich Heizkostenverteiler manipulieren und so Kosten sparen lassen, recht beliebt. Um solche schlechten Ratgeber sollte aber besser ein Bogen gemacht werden. Weder ältere Verdunstungs-Heizkostenverteiler noch die Funkvarianten lassen sich in dieser Hinsicht beeinflussen. Den Heizkostenverteiler mit Alufolie, nassen Tüchern oder Ähnlichem zu umwickeln, wird die Kosten eher nach oben treiben. Denn so kann die vom Heizkörper auf den Heizkostenverteiler übertragene Wärme nicht mehr gut vom Gerät abgeführt werden. Das verstärkt die Hitzeeinwirkung.
Was das dauerhafte Anblasen des Heizkostenverteilers mit einem Ventilator angeht: Es könnte die Anzeige beeinflussen. Das nützt aber nichts. Die dabei entstehenden Stromkosten sind höher als der vermeintliche Vorteil. Und dazu kommt: Maßnahmen zur Manipulation von Verbrauchszählern gelten strafrechtlich als Betrugsversuch.
Elektronische Heizkostenverteiler reagieren ohnehin sehr empfindlich auf thermische, elektrische und magnetische Manipulationsversuche. In der Regel schalten sie bei Beeinflussung von außen in den Fehlermodus und unterbrechen die Verbrauchserfassung. Spätestens bei der Ablesung wird der Manipulationsversuch erfasst und der Verbrauch wird geschätzt. Bei Wärmestau können einige elektronische Heizkostenverteiler automatisch auf Einfühlerbetrieb umschalten und somit die manipulierte Raumtemperatur ignorieren. Für diese zu hohe Temperatur setzt der Heizkostenverteiler dann einen Festwert von 20 Grad für die Berechnung fest.
Zudem sind die Geräte plombiert. Eine gewaltsame Öffnung kann sofort festgestellt werden.
Fazit: Heizkostenverteiler – präzise und aus der Ferne ablesbar
Heizkostenverteiler erfassen den individuellen Wärmeverbrauch jedes Heizkörpers. So lassen sich die verbrauchsabhängigen Heizkosten ermitteln. Sie nutzen je nach Bautyp die Verdunstung von Flüssigkeiten oder elektronische Sensoren zur Temperaturmessung. Moderne Funk-Heizkostenverteiler erfassen die Werte präzise und sind aus der Ferne ablesbar. Sie werden ab 2027 mit wenigen Ausnahmen Pflicht.
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