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Wärmeschutzverglasung: Neue Fenster senken Kosten

Alte Fenster raus, neue rein: Das ist das beste Mittel, um Heizenergie zu sparen. Wir verraten Ihnen, welche Lösungen es gibt und ob sich der Einbau wirklich lohnt.

Energie sparen mit neuen Fenstern 

Durch einfache Glasfenster gehen sehr viel Wärme verloren. Moderne Wärmeschutzfenster senken den Energieverbrauch deutlich – doch beim Einbau der gläsernen Hightech-Produkte gibt es einiges zu beachten. 

Wann müssen die alten Fenster raus?

Sie wohnen in einem Altbau, und durch die Ritzen am Fenster pfeift kalter Wind? Dann haben Sie wahrscheinlich noch alte Glasfenster, die in schmalen Rahmen und Sprossen stecken. In Deutschland gibt es schätzungsweise noch immer 17 Millionen Fenster mit Einfachverglasung. Bei diesen Modellen liegt es auf der Hand, dass ein Austausch viel Energie spart. Doch auch Mehrfachglas-Konstruktionen haben häufig Schwachstellen, die allerdings häufig nicht so leicht erkennbar sind. Achten Sie daher auf die folgenden Indizien. Sie verraten Ihnen, ob es an der Zeit ist, die Fenster auszutauschen:

1.

Wenn es draußen kalt ist, haben auch Ihre Fensterscheiben Minusgrade.

2.

Sie haben im Winter Eisblumen an den Scheiben.

3.

Es bildet sich Kondenswasser an der Innenscheibe oder zwischen den Scheiben.

4.

Ihre Scheiben beschlagen oft.

5.

Auf Ihrer Fensterbank sammelt sich das Wasser.

6.

Die Farbe des Rahmens blättert ab.

Diese Mängel können zwei Ursachen haben: Entweder ist die Glasfläche schlecht isoliert, oder die Fensterritzen sind undicht. Im schlimmsten Fall trifft bei Ihnen beides zu. Was zu tun ist, sagt Ihnen ein Fachbetrieb.

Unser Fenster-Test:

Halten Sie eine brennende Kerze an das Fenster. Durch die Zugluft bewegt sich die Flamme, und Sie sehen, ob und wo Ihre Fenster undicht sind.

Alte Fenster = hohe Heizkosten

Wärmebild

Infrarotkameras zeigen, wo warme Luft entweicht. Die roten Stellen zeigen die Kältequellen.

Bei einglasigen Scheiben- und Doppelfenstern, die bis Ende der 1960er-Jahre verbaut wurden, entweicht bis zu 70 Prozent mehr Wärme als durch moderne Modelle. Das belegen Thermobildkameras. Ähnlich ist es bei doppelt- oder thermoverglasten Fenstern, die bereits seit den 1950er-Jahren zum Einsatz kommen. Bei dieser Verglasung ist der Wärmeverlust sehr hoch.

Erst ab Mitte der 1970er dominierte Isolierglas den Markt. Von 1995 an setzte sich dann die beschichtete Wärmeschutzverglasung durch: Isolierglas, das mit einer unsichtbaren, reflektierenden Metallschicht versehen ist. Dadurch werden die Wärmestrahlen zurück in den Raum reflektiert, die Energie kann nicht nach außen entweichen. Aktuelle Modelle haben eine rund dreimal bessere Wärmeschutzwirkung als die 2-Scheiben-Isolierverglasungen.

Grafik Wärmeschutzverglasung

Der Trick: Bei modernen 2- oder 3-Scheiben-Fenstern sind die Scheibenzwischenräume nicht mit Luft, sondern mit Edelgasen befüllt. Das sorgt für eine erheblich bessere Wärmeisolierung.

Vier Tipps gegen den Energieverlust

Sie können schlecht gedämmte Fenster mit einfachen Mitteln nachrüsten. Hier sind vier Möglichkeiten, die im Vergleich zum Komplettaustausch schnell und relativ kostengünstig sind:

1. Gummidichtungen

Wenn es durch den Fensterrahmen zieht, können Sie mit selbstklebendem Dichtungsband aus Schaumstoff Abhilfe schaffen. Das Band hält deutlich mehr Wärme im Raum, kostet wenig, ist leicht anzubringen und hält im Schnitt zwei Jahre.

2. Isolierfolie

Die Folie wird nicht auf die Scheibe geklebt, sondern über den Rahmen gespannt. So wirkt sie wie eine Doppeltverglasung. Die Vorteile: günstig, einfach zu montieren und fast unsichtbar.

3. Thermovorhänge und Zugluftstopper

Die einfachste Dämmvariante ist ein Thermovorhang aus Filz. So sparen Sie Energie mit einem nachhaltigen Naturprodukt. Der Wollfilzstoff ist ökologisch, gesund, leicht anzubringen und verringert den Wärmeverlust.

4. Neue Scheiben

Aufwendiger ist es, die Verglasung auszutauschen. Doch immer noch kostengünstiger als neue Fenster. Ob diese Lösung für Sie infrage kommt, hängt vom Fensterrahmen ab. Ist er breit genug, um dickeres Glas für besseren Wärmeschutz aufzunehmen? Fragen Sie am besten einen Fachmann. Achten Sie beim Austausch auch auf den so genannten U-Wert (ehemals k-Wert) der Verglasung: Er gibt an, wie viel Wärmeenergie durch das Glas entweichen kann. Generell gilt: Je niedriger der U-Wert, desto besser. Zweifachverglasung mit optimierten Rahmen bringt es beispielsweise auf einen U-Wert von etwa 1,3. Sehr gute Wärmeschutzverglasung aus Dreifachglas bietet einen noch deutlich besseren U-Wert von rund 0,7.  

Der Vattenfall-Extratipp: Kostenloser Energiecheck:

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt bietet einen kostenlosen Energiecheck für Bauherren und Eigentümer. Ein Fachmann nimmt vor Ort Ihre Fenster unter die Lupe. Falls nötig, gibt er Tipps zum Einsatz von Wärmeschutzverglasung und zu anderen möglichen Sanierungsmaßnahmen.

Wärmeschutzverglasung: die Energievorteile

Falls Sie die Fenster komplett austauschen müssen, steht Ihnen zwar eine höhere Investition bevor. Doch durch die Modernisierung und den damit verbundenen besseren Wärmeschutz sinkt der Wärmeenergieverbrauch in der Wohnung ganz erheblich, im günstigsten Fall auf nur noch ein Zehntel des Ausgangswerts. Das macht sich nach schnell im Portemonnaie bemerkbar.

Am effizientesten ist ein kompletter Fenstertausch, denn ohne den richtigen Rahmen nützt die beste Verglasung nichts. Ist der Rahmen veraltet, muss er raus. Besonders ungedämmte Aluminiumrahmen sorgen für Frösteltemperaturen, aber auch Holz- und Kunststoffrahmen können undicht sein.

Durchblick behalten: So entscheiden Sie sich richtig

Die wichtigste Kennziffer für die Dämmeigenschaften ist der schon erwähnte Wärmedurchgangskoeffizient, der sogenannte U-Wert. Er definiert den Wärmeverlust von Glas und Rahmen. Den besten U-Wert bietet die Dreifachverglasung: 1,5 – 0,5 (sogenanntes Superglas). Das Dreifach-Wärmeglas wurde ab 2002 handelsüblich und reduziert den Energieverlust auf ein Zehntel.

Das richtige Fenster zur richtigen Zeit

Damit Ihr Zuhause im nächsten Winter wohlig warm ist, sollten Sie schon im Frühjahr mit der Planung der neuen Fenster oder der Wärmeschutzverglasung beginnen. Denn es gilt die Regel: Im Frühling informieren, im Sommer sanieren oder modernisieren. Im Idealfall werden Fenster dann ausgetauscht, wenn die Fassade saniert wird. Handelt es sich beim Objekt um einen altes Haus, in das moderne Thermofenster eingebaut werden, ohne dass Fassaden und Dach gedämmt sind, können Tauwasser- und Schimmelpilzschäden auftreten. Sprechen Sie daher frühzeitig einen Fachmann an und lassen Sie sich beraten.

Das Vattenfall-Fazit: 

Neue Scheiben helfen beim Sparen. Moderne Wärmeschutzverglasung und eine gute Wärmedämmung bieten gute Aussichten für ein optimales Raumklima. Aktuelle Lösungen halten nicht nur dicht und sparen viel Energie. Sie beinhalten zugleich intelligente Lüftungslösungen gegen Feuchtigkeitsschäden in der Wohnung oder im Haus. 

Lassen Sie bei der Planung unbedingt einen Fachmann ran! Bei der Finanzierung hilft die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Sie unterstützt energetische Modernisierungsmaßnahmen mit dem Kreditprogramm 151, „Energieeffizient sanieren“. Über das Programm vergibt die KfW Darlehen mit einem effektiven Jahreszins ab 0,75 Prozent und Kredittilgungszuschüssen in Höhe von bis zu 27.500 Euro. 

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Fotos Nr. 3, 6, 7, 8 by Pixabay