Infowelt Energie

Mit Mini-Generator Strom aus Muskelkraft erzeugen

Elektrische Energie aus Muskelkraft produzieren – immer und überall.

Muskeln als Stromerzeuger

Die Idee ist nicht neu, doch heute aktueller denn je. Wer kennt das nicht: Gerade wenn man Elektronik wie Smartphone oder E-Book am dringendsten braucht, macht der Akku schlapp. Wenn dann nicht zufällig eine Steckdose oder ein mobiler Akku in der Nähe ist, ist man als Nutzer erst mal aufgeschmissen. Die Antwort liegt wortwörtlich auf der Hand: Einfach Muskelkraft als Stromerzeuger nutzen.

Muckis machen mobil  

Der Mensch als Energiequelle. Schon seit Jahren gibt es etwa Radios und Taschenlampen, die man per Handkurbel auflädt. Aktuell ist auch zum Beispiel das Fitnesscenter, in dem Cardio-Geräte zum Akku-Aufladen genutzt werden. Die Muskelkraft hat den Vorteil, dass sie autark als Stromerzeuger eingesetzt werden kann – ob bei Radtouren, beim Camping oder auch zuhause. Die Nutzung von Photovoltaik, Wasserkraft und Windkraft setzt nämlich ein Vorhandensein des jeweiligen Elementes Licht, Wasser und Wind voraus. 

Vor allem für die mobile Nutzung von Elektrogeräten wie Smartphones, Tablets oder Wearables ist selbst produzierter Strom besonders nachhaltig. Denn auch eine Power-Bank, die über ein Solarpanel geladen wird, benötigt für den Lithium-Ionen-Akku wertvolle Rohstoffe. Das Einzige was Ihre Muskelkraft als Generator benötigt, ist vielleicht ein gutes Frühstück. 

Visionäres Beispiel: Generator im Taschenformat

Einen spielerischen Ansatz, um nur mit Muskelkraft Strom zu erzeugen, wollte das Start-up HandEnergy auf den Markt bringen. Die Gründer entwickelten einen kleinen, ballförmigen Generator in der Größe eines Apfels. Der Mini Stromerzeuger passt in jede Tasche. Wird er in kreisenden Bewegungen zum Rotieren gebracht, erzeugt das Mini-Kraftwerk Energie.

Im Inneren des Balls befindet sich ein kleiner Elektrizitätsgenerator. Wird der Rotor in Bewegung versetzt, dreht sich somit auch der Generator. Der magnetische Rotor überträgt die mechanische Energie zum Stator. So wird elektrischer Strom erzeugt, der die eingebauten Batterien auflädt. Um die Batterien im Generator komplett aufzuladen, muss man den Ball etwa 40 bis 60 Minuten drehen. Über eine USB-Buchse wird dann das Mini-Kraftwerk zum mobilen Ladegerät.

Technischen Daten zum Mini-Stromgenerator
Höhe: 7,7 cm
Breite: 7,3 cm
Gewicht: 380 Gramm
Durchschnittliche Rotorgeschwindigkeit: 5000 Umdrehungen pro Minute
USB-Ausgang: Spannung 5 Volt, Stromstärke 1 Ampere
Batteriekapazität: 1000 Milli-Ampere-Stunden

Besonders praktisch ist der kleine Generator auf Reisen als Alternative zum mobilen Handy-Aufladen. Mit der Energie aus dem Ball lässt sich ein Smartphone-Akku zu etwa 50 Prozent aufladen. In entlegenen Gebieten ohne Stromanschluss kann man so trotzdem Handy und Laptop nutzen – und tut dabei auch noch etwas für seine Gesundheit. Denn die Bewegung der Handgelenke tut vor allem Menschen gut, die viel am Computer arbeiten.

Die Vorteile vom Mini-Kraftwerk auf einen Blick

Unabhängig: Mit dem Generator im Taschenformat ist man auf keine Stromquelle mehr angewiesen

Alltagstauglich: Durch seine geringe Größe passt HandEnergy in jede Handtasche

Umweltfreundlich: Der Mini-Generator erzeugt saubere, klimafreundliche Energie

Gesund: Die Bewegung der Hände und Gelenke ist ein gutes Training

Effektiv: Mit HandEnergy laden sich Geräte über USB-Buchse genauso schnell auf wie an einer herkömmlichen Steckdose

Ein Stromgenerator mit eigener App

Über die App zum Ball können Nutzer jederzeit alle Daten zu ihrem Gerät im Blick behalten – und auch Teil einer Community werden: In der App sind beispielsweise die Fortschritte anderer Benutzer einsehbar. Wer will, kann sogar mit anderen um die meiste erzeugte Energie wettstreiten.

Der Vattenfall Ausblick

Leider konnte der kleine Stromgenerator von HandEnergy nicht massentauglich realisiert werden. Doch die vorausgegangene erfolgreiche Startfinanzierung durch eine Crowdfounding-Kampagne macht deutlich, dass auch innovative neue Ideen eine Chance haben. Ob jetzt Hersteller mit einem vergleichbaren Stromgenerator im Miniformat oder anderen Muskelkraft-Produkten Einzug in unseren Alltag halten, wird sich zeigen. Der Bedarf ist jedenfalls da. 

Wir alle sind mittlerweile abhängig von elektronischen Geräten, für die der Energiebedarf stetig ansteigt. Allein die ständige Nutzung des Internets verbraucht Strom. Neue nachhaltige und am besten mobile Lösungen sind hier das Nonplusultra. Die lästige Suche nach der nächsten Steckdose könnte damit überflüssig werden. Und mit Muskelkraft würde stattdessen ausschließlich sauberer Strom erzeugt.

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Fotos: 1) Bojan89/iStock, 2) shironosov/iStock, 3) scyther5/iStock, Vattenfall Media.