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Heizenergie sparen: Das bringt eine Dämmung

Ein Haus mit mangelhafter Dämmung sorgt für unnötigen Wärmeverlust – vom Dach über die Fassade bis zur Kellerdecke. Das treibt die Heizkosten hoch. Über Wärmedämmung und Tipps zu den Fördermöglichkeiten.

Was bringt eine Dämmung?

In deutschen Haushalten hat der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser den mit Abstand größten Anteil am Gesamtenergieverbrauch. Die Innendämmung und Außendämmung eines Gebäudes stellen einen wirkungsvollen Hebel dar, um einen Wärmeverlust zu vermeiden und Kosten zu sparen. Zumal fast 85 Prozent des Gesamtverbrauchs in Privathaushalten für den Wärmebedarf verantwortlich sind.

Die größten Einsparungen bei bestehenden Gebäuden lassen sich über energetische Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle erzielen. Vor allem die Fassade rückt dabei in den Fokus, da über sie am meisten Energie verloren geht. Bei Mehrfamilienhäusern sind es sogar bis zu 40 Prozent.

Die Energieeinspar-Verordnung

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) stellt ein bedeutendes Instrument der Energie- und Klimaschutzpolitik dar. Sie soll dazu dienen, dass beim Gebäudebau bestimmte Standards eingehalten werden mit dem Ziel eines effizienten Betriebsenergiebedarfs. Zudem sollen bei bestehenden Gebäuden Maßnahmen ergriffen werden, die den Energieverlust minimieren. Die große Vision der Bundesregierung ist ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050.

Die aktuelle EnEV ist seit 2014 in Kraft und regelt die Anforderungen für beheizte und klimatisierte Gebäude. Dazu zählen Vorgaben an den Wärmedämmstandard der Gebäudehülle sowie die Anlagentechnik: Heizung, Warmwasser. Kühlung, Lüftung, elektrische Hilfsenergie. Die Verordnung bilanziert zweierlei: zum einen die Energiemenge, die ins Haus geliefert wird, zum anderen welche Umweltwirkungen die genutzten Energieträger haben.

Verschärfte Anforderungen

Ab 2016 wurden die Anforderungen an das Dämmen für Neubauten noch verschärft:

  • beim Jahres-Primärenergiebedarf um 25 Prozent
  • beim Dämmstandard um 20 Prozent

Zudem müssen zugängliche Decken zwischen beheizten Räumen und unbeheizten Dachräumen gedämmt werden. Es sei denn, ein nach DIN geregelter Mindestwärmeschutz liegt vor. Alternativ ist aber auch die Dämmung des darüber liegenden Daches möglich.

Der nächste Schritt bei Neubauten ist der Standard "Niedrigstenergiegebäude" ab 2021.

Was kann man alles dämmen?

Die gesamte Gebäudehülle

Den größten Energiespareffekt erzielen Sie, wenn die gesamte Gebäudehülle eine Dämmung erhält. Das umfasst das Dach bzw. die oberster Geschossdecke, Kellerdecke und Fassade.

Wichtig: Bevor die Baumaßnahmen beginnen, sollten die Stellen ausfindig gemacht werden, über die Wärme nach außen dringt. Ausgebildete Energieberater helfen dabei und nutzen dafür spezielle Wärmebildkameras.

Das Dach

Da Wärme nach oben steigt, gilt es vor allem, das Dach zu dämmen. Dafür stehen zwei Möglichkeiten bereit: Das Dach wird gedämmt oder die oberste Geschossdecke. Entscheidend ist, ob der Dachboden als Wohnraum genutzt wird. Ist das der Fall, muss das Dach gedämmt werden. Andernfalls die Geschossdecke, das ist zugleich die rentabelste Wärmeschutzmaßnahme.

Der Keller

Auch nach unten kann viel Energie verloren gehen bzw. die Kälte in die Wohnung eindringen. Daher lohnt es sich auch hier zu dämmen. Werden die Kellerräume beheizt und bewohnt, ist eine Dämmung des Bodens sowie der Wände zu empfehlen. Ist das nicht der Fall, genügt eine Dämmung der Kellerdecke.

Die Fassade

Solange ein Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, ist eine Dämmung der Fassade von außen die beste Wahl. Gängig sind diese Verfahren:

  • das Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) bzw. Thermohaut
  • die Kerndämmung
  • die vorgehängte hinterlüftete Fassade

Existiert kein Abstand zu angrenzenden Häusern? Handelt es sich um ein Fachwerk- und denkmalgeschütztes Gebäude? Dann müssen Sie von innen dämmen. Dies sollte von Experten durchgeführt werden, um Feuchtigkeitsbildung und andere Schäden zu verhindern. Bedenken Sie: Eine Innendämmung bedeutet auch immer eine Verkleinerung des Wohnraums – durchschnittlich geht auf zehn Quadratmeter ein Quadratmeter Wohnfläche verloren.

Vattenfall-Tipp:

Wenn sowieso schon die Fassade saniert wird, tauschen Sie bei Bedarf doch auch gleich alte Fenster mit aus. Neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung senken den Energieverbrauch und verhindern Kondenswasser an Fenstern.

Welche Dämmstoffe gibt es?

Guter Dämmstoff zeichnet sich durch eine geringe Wärmeleitfähigkeit aus. Je geringer diese ausfällt, desto besser ist die Dämmwirkung. Gekennzeichnet wird das durch die Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS). Zudem spielt die Dicke des Materials eine wichtige Rolle.

Es gibt allerdings nicht den einen perfekten Dämmstoff. Die Herstellung synthetischer Dämmstoffe ist zumeist energieaufwendig, und es werden dafür nicht nachwachsende Ressourcen benötigt. Sie eignen sich jedoch bestens beim Einsatz in Bereichen mit viel Feuchtigkeit, wie zum Beispiel Kellerwänden. Andererseits gibt es auch Dämmstoffe aus nachwachsenden Quellen.

Drei Dämmstoffe auf einen Blick

Faserdämmstoff: 

Feste Partikel, die entweder lose vermengt oder fest miteinander verpresst oder verbacken sind. Dadurch wird in den Zwischenräumen Luft eingeschlossen.

Schüttfähige Granulate, Stopfwolle, Fasern:

Mithilfe von Spezialgeräten werden die Materialien in Hohlräume gefüllt. Für den Einsatz als Ummantelung von Rohren gibt es Schalen und Schläuche. Diese Dämmstoffe gibt es als Verbund mit Papier, Pappe, Glasvlies, Kunststoff- oder Metallfolien und mineralischen Wandbaustoffen.

Geschäumte Dämmstoffe: 

Feste Grundmasse, die gas- oder luftgefüllte Poren umschließt. Verfügbar sind diese Dämmstoffe als Blöcke, Formteile, Filze, Matten, Dämmplatten, Rollen und Schäume.

6 gute Gründe

1. Energiekosten

Mangelhaft oder gar nicht gedämmte Häuser entpuppen sich als echte Energiefresser. Je weniger Heizwärme verloren geht, desto niedriger sind die Energiekosten.

2. Wohnkomfort

Die Wärme bleibt im Winter drin und im Sommer länger draußen.

3. Feuchteschutz

Die Temperaturunterschiede zwischen Außen- und Innenwand fallen geringer aus. Das beugt auch Schimmel und Feuchteschäden vor.

4. Werterhalt

Eine gute Dämmung gilt als werterhaltende Maßnahme.

5. Umweltschonung

Das Sparen von Heizenergie schont auch Ressourcen und reduziert den CO2-Ausstoß.

6. Förderung

Holen Sie sich mit verschiedenen Maßnahmen zur Wärmedämmung einen Teil Ihrer Kosten zurück.

Was kostet die Wärmedämmung?

Dämmen zahlt sich bei den Energiekosten aus. Doch wie verhält es sich mit den Kosten je Quadratmeter Wohnfläche?

Die Dachdämmung durch einen Fachbetrieb kann Sie je nach Art des Daches zwischen 150 bis 350 Euro pro Quadratmeter kosten. Günstiger lässt sich die Dämmung der oberen Geschossdecke ausführen, wenn Sie diese selbst übernehmen. Hier liegen die Materialkosten bei 30 bis 60 Euro.

Die Dämmung einer Kellerdecke kostet rund 50 bis 80 Euro bei Ausführung durch einen Fachbetrieb. Übernehmen Sie die Arbeiten selbst, fallen lediglich pro Quadratmeter Materialkosten zwischen 20 bis 50 Euro an.

Für eine Fassadendämmung mit einem Wärmedämmverbundsystem berechnen Fachleute etwa 110 bis 210 Euro pro Quadratmeter. Hier enthalten sind in der Regel auch das Gerüst, der Putz und sonstige Arbeiten an der Fassade.

Ob Sie ein altes Haus sanieren oder die Innendämmung und Außendämmung beim Neubau planen – achten Sie auf fachgerechte Ausführung. Das gilt vor allem dann, wenn Sie selbst handwerklich aktiv werden. So vermeiden Sie einen mangelhaften U-Wert und womöglich Kältebrücken. Und wenn alles „perfekt“ gedämmt ist, sorgen Sie für einen natürlichen Luftaustausch, damit kein Kondenswasser am Fenster oder Schimmel entsteht.

Welche Fördermittel gibt es für die Dämmung Ihres Hauses?

Prinzipiell gibt es für viele Vorhaben zur Dämmung unterschiedliche Förderungen. Einen ersten Überblick erhalten Sie online in der „Förderdatenbank“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Dort finden Sie Informationen über Sie die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union – wie etwa die der KfW und BAFA. Die Höhe der Förderung kann stark variieren, ob Sie z. B. ein KfW-Effizienzhaus anstreben oder sich auch Einzelmaßnahmen vornehmen.

Wichtig

Stellen Sie den Förderantrag bevor Sie mit den Arbeiten beginnen!

In der Regel müssen die geförderten Dämmarbeiten nach Fertigstellung unterschiedliche rechtliche Vorgaben erfüllen. Das können zum Beispiel die technischen Mindestanforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) sein oder die noch höheren Anforderungen der Energetischen Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV).

Steuerabzug seit 01.01.2020: Holen Sie sich Geld für Ihre energetische Sanierungsmaßnahmen vom Staat zurück. Machen Sie dafür einen Steuerabzug geltend. Ihr Finanzamt oder Steuerberater informiert Sie darüber.

Das Fazit von Vattenfall

Schluss mit Wärmeverlust und unnötigen Heizkosten – ein Ja zur Dämmung. Um den Gesamtenergieverbrauch für Ihr Haus zu senken und zugleich den Wohnkomfort zu steigern, ist das Dämmen sinnvoll. Ob Einzelmaßnahmen bereits genügen, müssen Sie anhand Ihrer individuellen Wohnsituation überprüfen.

Im Sinne eines ökologischen Handels sollten Sie, wo es möglich ist, einen nachwachsende Dämmstoff einsetzen – etwa Hanf, Flachs oder Holzfasern. Nutzen Sie am besten die Vor-Ort-Beratung von einem oder mehreren Experten. 

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Fotos: 1) Elisabeth Toll/Vattenfall, 2) Andy Tan/Vattenfall, 3) SerhiiKrot/iStock, 4)ivansmuk/iStock, 5) Shutterstock, 6) mariis/iStock