Was versteht man unter einem Solarpark?
Erstellt am 26.5.2026
Lesedauer: 8 Minuten
Was die PV-Anlage auf dem Dach im Kleinen für einzelne Verbraucher:innen leistet, macht ein Solarpark gleich für viele Haushalte: Er produziert mit tausenden oder mehr Solarmodulen erneuerbaren Strom in großen Mengen und trägt so zur Energiewende bei.
Wie funktioniert ein Solarpark?
Die Funktionsweise eines Solarparks basiert – wie Photovoltaik generell – auf einem photoelektrischen Effekt, durch den eine Solarzelle Sonnenlicht in Elektrizität umwandelt. Durch die Beleuchtung der Vorderseite der Zelle entsteht eine elektrische Spannung zwischen der Vorder- und Rückseite der Zelle. Um die Spannung zu erhöhen, werden Solarzellen häufig zu Solarmodulen in Reihe geschaltet. Die Spannung wird somit auf ein für die Stromerzeugung passendes Niveau erhöht. In großen Anlagen wie Solarparks können Hunderttausende von Solarmodulen stehen. Im weltgrößten Solarfeld, dem Bhadla Solar Park in Indien, sind es sogar über 10 Millionen, mit einer installierten Leistung von fast 2,25 Gigawatt. Zum Vergleich: Ein Gigawatt ist ausreichend, um etwa 700.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.
PV-Freiflächenanlagen
Die häufigste Form von Solarparks sind PV-Freiflächenanlagen. Als Freiflächenanlagen zählt laut EEG jede Solaranlage, die nicht auf, an oder in einem Gebäude oder einer sonstigen baulichen Anlage angebracht ist. Aber Freifläche ist nur begrenzt verfügbar. Etwa ein Drittel der auf 45.000 Hektar installierten Anlagen entfällt laut Umweltbundesamt auf Ackerflächen. Um die PV-Freiflächenanlagen möglichst gut mit Natur, Umwelt und Landwirtschaft zu vereinbaren, werden sie gerne auf ökologisch und landwirtschaftlich weniger wertvollen Flächen wie Ackerflächen mit geringem Ertrag, Randstreifen neben Autobahnen oder Schienen, oder auf sogenannten Konversionsflächen z. B. alten Militärflächen oder Deponien, installiert.
Sonderform Agrikultur-Photovoltaik (Agri-PV)
Getreide, Kartoffeln, weidende Rinder und: Solarenergie – Agri-PV kombiniert die Erzeugung von Energie und Nahrungsmitteln. Die begrenzte Ressource Fläche wird so doppelt genutzt, anstatt Konkurrenz zu Anbauflächen zu schaffen. Expert:innen sehen in der Agri-Photovoltaik daher großes Potenzial. Doch bisher macht es weniger als ein Prozent der in Deutschland verfügbaren Solarleistung von rund 117 Gigawatt aus (Stand Januar 2026). Das liegt unter anderem daran, dass die Investitionskosten für Agri-PV-Anlagen höher liegen als die für reine Freiflächenanlagen. Sie wollen mehr zu den verschiedenen Modellen von Agri-PV und ihrem Potenzial wissen? Der Beitrag „Agri-Photovoltaik: Chance für Klima und Landwirtschaft“ vertieft das Thema.

Schwimmende PV-Anlagen (Floating-PV)
Schwimmende PV-Anlagen sind auf Wasserflächen betriebene Photovoltaikanlagen, die am Gewässergrund oder Ufer verankert sind. Diese Anlagen dürfen maximal 15 % der Gewässeroberfläche belegen. Durch die Installation auf dem Wasser kühlt die entstehende Verdunstungskälte die Photovoltaikmodule und ermöglicht eine höhere Stromproduktion. Umgekehrt führt die geringere Sonneneinstrahlung unter solchen Anlagen zu niedrigeren Wassertemperaturen im Sommer. Erste Untersuchungen zeigten, dass sich das im Hinblick auf den Klimawandel positiv auf den Zustand der Gewässer auswirken kann. In Deutschland sind Floating-PV-Anlagen allerdings noch wenig verbreitet, unter anderem, weil Montage und Pflege der Anlagen aufwändiger sind als bei den meisten Landanlagen.
Moor-PV
Die Installation von Photovoltaik mit gleichzeitiger Wiedervernässung von entwässerten Moorböden wird als Moor-PV bezeichnet. Der Hintergrund: Etwa 92 Prozent der ursprünglichen deutschen Moorflächen sind trockengelegt. Das verursacht etwa 6 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen. Deswegen ist eine teilweise Wiederherstellung ein politisches Ziel. Derzeit gibt es deutschlandweit nur wenige Moor-PV-Anlagen. Gründe dafür sind unter anderem die komplexe technische Planung und Umsetzung der Vorhaben und die damit verbundenen Kosten, aber auch das Fehlen von Erfahrungswerten.
Wo darf man einen Solarpark bauen?
Wer auf Förderungen durch Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kalkuliert, darf mit mehr möglichen Flächen rechnen, für die es diese gibt. Das Ausbauziel für Photovoltaik sieht bis 2030 ganze 215 Gigawatt vor. Davon soll die Hälfte auf Freiflächen gebaut werden. Deshalb wurden in der Novelle des EEG alle benachteiligten Gebiete, die sonst ungenutzt bleiben würden – wie ehemalige Industrie- und Militärflächen, versiegelte Flächen, ertragsschwache Äcker oder 500-Meter-Seitenrandstreifen längs von Autobahnen oder Schienenwegen – grundsätzlich für den Bau von Solarfeldern geöffnet. Das Genehmigungsverfahren ist dort dadurch deutlich vereinfacht.
In den meisten Fällen werden Solarparks jedoch auf sogenannten nicht privilegierten Flächen wie bspw. Acker- oder Grünland gebaut. Dann müssen die Solarfelder kommunale Genehmigungsprozesse wie die Aufstellung des Bebauungsplans und die Änderung des Flächennutzungsplans durchlaufen. Das kann ein Jahr und länger dauern.

Was aber alle großen Photovoltaikanlagen wie Solarparks grundsätzlich brauchen, ist eine Baugenehmigung. Der konkrete Verfahrens- und Genehmigungsablauf richtet sich nach dem jeweiligen Bundesland.
Es gibt aber auch Flächen, auf denen generell keine Solarparks gebaut werden dürfen. Dazu zählen unter anderem:
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Ortsflächen
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Wald- und Forstflächen
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Überschwemmungsgebiete und Wasserschutzgebietszonen (Zone I)
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Naturschutzgebiete, Biosphärengebiete, Biotope
Was bringt ein Hektar Solarpark?
Durch den technischen Fortschritt benötigen neue Photovoltaik-Freiflächenanlagen heutzutage etwa 1 Hektar Land pro Megawatt installierter Leistung. Die pro Megawatt benötigte Fläche geht aufgrund von Leistungssteigerung der Module, geringeren Reihenabständen und größeren Anlagen stetig zurück. Zum Vergleich: 2006 wurde noch die vierfache Fläche für ein Megawatt installierter Leistung benötigt.
Neben der Größe spielen auch Standortbedingungen wie die Menge der Sonneneinstrahlung oder die Topografie des Geländes eine Rolle für die Stromausbeute. Am besten sind flache Flächen, da auf ihnen die Module optimal zur Sonneneinstrahlung ausgerichtet werden können.
Ob sich ein Solarpark rechnet, hängt von der erzeugten Strommenge ab. Denn diese sorgt noch durch die EEG-Förderung der Einspeisevergütung für die Refinanzierung.
Eine Beispielrechnung: Ein Solarpark wurde im Februar 2026 in Betrieb genommen, die Größe ist ein Hektar, die Nennleistung liegt bei maximal 1.000 Kilowatt-Peak (kWp). Der Park erzeugt also unter besten Voraussetzungen im Jahr 1.000.000 Kilowattstunden Strom. Diese Menge, multipliziert mit der aktuellen Vergütung von 6,66 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh), macht einen Ertrag von etwa 66.000 Euro pro Hektar pro Jahr.
Allerdings könnte es mit der festen Einspeisevergütung Anfang 2027 vorbei sein. Stattdessen soll ein neues Modell kommen. Die Details sind aber noch offen.
Größere Anlagen über 1.000 Kilowatt-Peak bekommen keine feste Einspeisevergütung, sondern müssen an einem Ausschreibungsverfahren der Bundesnetzagentur teilnehmen. Die Höhe der Vergütung errechnet sich dann auf Grundlage der erteilten Zuschläge. Die Gebotsrunden im Jahr 2025 ergaben einen Durchschnittswert von 5,48 ct/kWh.
Auf der Internetseite der Bundesnetzagentur finden Sie die aktuell gültigen Vergütungssätze sowie Ausschreibungstermine und -ergebnisse.
Es werden mittlerweile aber auch öfter Großprojekte ohne EEG-Förderung errichtet, da Solarenergie durch den technischen Fortschritt immer wettbewerbsfähiger wird.
Für die Wirtschaftlichkeit müssen neben den Erlösen die Kosten betrachtet werden. Auf der Sollseite stehen:
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Investitionskosten: Dazu gehören etwa Ausgaben für die Solarmodule, Wechselrichter, Montagesysteme und den Netzanschluss.
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Betriebskosten: Hierunter fallen unter anderem Reinigung, technische Wartung, Versicherung sowie die Pacht für die genutzte Fläche.
Große Anlagen haben in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit oft Vorteile. Fixkosten – etwa für den Netzanschluss oder die Wartung – verteilen sich auf eine höhere Stromproduktion. Die Kosten pro installierter Einheit sinken. Für größere Projekte wird häufig eine Fläche von mindestens 2 Hektar als wirtschaftlich sinnvoll angesehen.

Vorteile:
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Im Vergleich zur Energie aus Biomasse lässt sich mit der Stromerzeugung aus Photovoltaik mit deutlich weniger Fläche wesentlich mehr erneuerbare Energie bereitstellen.
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Bis zu 30 Prozent höhere Ausbeute als Dach-PV, da die Module optimal ausgerichtet werden können.
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Förderung der Biodiversität, da die Flächen üblicherweise weder stark chemisch behandelt noch intensiv genutzt werden.
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Ohne intensive Landwirtschaft verbessert sich die Boden- und Grundwasserqualität.
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Agri-Photovoltaik: Energie und Nahrungsmittel werden auf derselben Fläche produziert.
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Floating PV: kann den Gewässerzustand ggf. leicht verbessern, indem es die Wassertemperatur im Sommer ein wenig senkt
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Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch erneuerbare Energien
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Reduzierung von CO2-Emissionen
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Brachflächen werden sinnvoll genutzt
Nachteile:
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Mögliche Nutzungskonflikte mit Landwirtschaft oder Naturschutz
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Oft hoher Flächenbedarf. Bei Agri-PV kann er noch größer sein, da die Module oft weiter auseinander stehen
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Relativ hohe Investitionskosten
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Regelmäßige Reinigung der Module nötig
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Beeinträchtigung des Landschaftsbilds
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Wetterabhängig
Agri-PV:
Mit seinem Agri-PV Solarpark Tützpatz ging Vattenfall im September 2025 mit einem Pionierprojekt der Energiewende ans Netz. Hier werden auf Flächen von insgesamt 93 Hektar nicht nur Strom produziert, sondern auch Eier gelegt und Getreide angebaut. Mit einer Nennleistung von 76 Megawatt (MWp) ist der Agri-PV Park Tützpatz der aktuell größte seiner Art in Deutschland. Moderne Trackersysteme bewegen die Module so, dass sie dem Sonnenstand folgen und genug Platz für Landmaschinen machen.
Vattenfall hat das Projekt ohne staatliche Förderung im namensgebenden Ort in Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen. Die Wirtschaftlichkeit des Projekts sichert Vattenfall durch einen langfristigen Stromliefervertrag mit einer Deutsche Telekom-Tochter, die die Stromausbeute der Anlage für zehn Jahre vollständig übernimmt. Rechnerisch deckt die Telekom damit den jährlichen Bedarf von etwa 4.600 Mobilfunkstandorten.
Biodiversitäts-Solarpark:
Nur einen Monat später war Spatenstich für Vattenfalls neuen Biodiversitäts-Solarpark in den Gemeinden Juliusburg und Krukow in Schleswig-Holstein. Schwerpunkt des Projekts ist die gezielte Förderung der Artenvielfalt, die weit über gesetzliche Vorgaben hinausgeht. Entlang und innerhalb des 74 Hektar großen Photovoltaik-Parks mit einer installierten Leistung von rund 80 Megawatt (MWp) entstehen sogenannte Beetle Banks – erhöhte Blühstreifen aus heimischen Wildpflanzen und Gräsern, die Lebensraum für Insekten und bodenbrütende Vögel bieten.
Solarpark mit Bürgerbeteiligung:
Parallel realisiert Vattenfall derzeit in Silberstedt in Norddeutschland sein erstes Solarprojekt, an dem sich die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde direkt finanziell beteiligen konnten. Es hat eine Gesamtkapazität von etwa 23 MWp und soll rund 6.000 Haushalte mit emissionsfreiem Strom versorgen.
Fazit: Was versteht man unter einem Solarpark?
Ein Solarpark ist eine großflächige Photovoltaikanlage, die Sonnenenergie für Tausende Haushalte in Strom umwandelt. Damit sind Solarfelder ein wichtiger Motor der Energiewende. Auf geeigneten Freiflächen kann ein Hektar rund eine Million Kilowattstunden pro Jahr liefern und dank Einspeisevergütungen noch recht attraktive Erlöse erwirtschaften. Solarfelder reduzieren CO₂-Emissionen, stärken die regionale Wertschöpfung und können Biodiversität fördern, wenn Flächen extensiv genutzt werden.
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