Heizfachmann im Interview: Warum regelmäßige Inspektionen bares Geld sparen

 

Erstellt am 19.8.2026
Lesedauer: 4 Minuten

Eine Gasheizung kann über mehrere Jahrzehnte zuverlässig laufen, wenn sie regelmäßig gewartet wird. Welche Instandhaltungsmaßnahmen Sie selbst übernehmen können und wann Sie einen Profi holen sollten, erfahren Sie im Interview mit Heizungsfachmann Jürgen Pauls vom Vattenfall Partnerbetrieb Werner Harm in Hamburg.

Was sind typische Anzeichen dafür, dass eine Gasheizung nicht effizient arbeitet?

Jürgen Pauls: Zu den klassischen Anzeichen gehören Rußbildung, ungewöhnliche Geräusche und eine ungleichmäßige Wärmeverteilung gehören zu den klassischen Anzeichen. Geräusche entstehen oft, wenn Luft im System ist oder die Anlage länger nicht gewartet wurde. Wenn einzelne Bereiche nicht mehr richtig warm werden, steckt häufig eine verschlammte Leitung oder eine Pumpe, deren Leistung nicht mehr ausreicht dahinter, die nicht mehr genügend Leistung bringt.

Was kann ich unterjährig selbst tun, damit die Heizung möglichst lange gut läuft? 

Jürgen Pauls: Man kann auf den Druck achten. Der liegt meistens bei etwa 1,8 Bar, bei höheren Gebäuden kann er auch etwas höher sein. Ablesen lässt sich das ganz einfach am Manometer. Ist genügend Druck vorhanden, ist auch genug Wasser im System – das kann jede und jeder selbst zu Hause kontrollieren.

Welche Defekte treten bei Gasheizungen besonders häufig auf – und wann sollte man besser einen Fachbetrieb hinzuziehen?

Jürgen Pauls: Sobald eine Störung auftritt oder ein Fehlercode angezeigt wird, sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden. Die Codes geben zwar einen ersten Hinweis, zeigen aber oft nicht eindeutig, welches Bauteil tatsächlich betroffen ist. Wer dann selbst auf Fehlersuche geht oder Teile austauscht, riskiert unnötige Kosten.

Zu den häufigsten Schwachstellen gehören die Zündanlage, die Pumpe und die Brennkammer. Deshalb werden diese Bauteile bei der Wartung besonders genau geprüft. Werden Wartungen über längere Zeit vernachlässigt, treten hier oft die ersten Probleme auf.

Was passiert bei einer Wartung? Wie lange kann man eine Wartung hinauszögern, bevor Probleme entstehen?

Jürgen Pauls: Je nach Ursache unterscheidet sich der Wartungsprozess. Treten Geräusche auf, muss zunächst geklärt werden, woher sie kommen. Häufig steckt Luft im System dahinter, manchmal sind aber auch eine falsch eingestellte oder verschlissene Pumpe oder nicht ausreichend isolierte Rohrleitungen die Ursache.

Wer Wartungen über längere Zeit aufschiebt, riskiert früher oder später einen Ausfall der Zündanlage. Die Zündkontakte gehören zu den Bauteilen, die am schnellsten verschleißen. Im schlimmsten Fall startet die Heizung dann nicht mehr und meldet eine Störung.

Meine Empfehlung ist deshalb klar: Die Gasheizung sollte einmal pro Jahr gewartet werden. So lassen sich Verschleiß und mögliche Defekte frühzeitig erkennen, bevor größere Schäden entstehen. 

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