Wie riecht Gas aus der Heizung?
Erstellt am 23.9.2026
Lesedauer: 7 Minuten
Wonach riecht Erdgas? Die Antwort ist im Grunde einfach: erst einmal nach nichts. Aber die Gasversorger mischen ihrem Gas als Alarmsignal einen durchdringenden, äußerst unangenehmen Geruchsstoff bei: Ein Leck riecht dann nach faulen Eiern oder Klebstoff. Wie Sie merken, dass Gas entweicht, wie Sie sich richtig verhalten und welche Sicherheitsvorkehrungen Gaslecks vermeiden helfen.
Gasgeruch erkennen
Damit ein Gasleck früh bemerkt wird, fügen die Netzbetreiber dem Gas spezielle Duftstoffe, sogenannte Odoriermittel, hinzu. Diese erzeugen einen durchdringenden, stechenden Warngeruch, der selbst in sehr geringen Mengen wahrgenommen werden kann.
Die dezentrale Struktur der deutschen Gasversorgung führt zu regionalen Unterschieden beim Gasgeruch. Mit über 700 verschiedenen Gasverteilnetzbetreibern in Deutschland kann sich der Geruch von Gas je nach Region unterscheiden, zumindest in Nuancen. Am häufigsten geht es in Richtung „faule Eier“. Chemisch bedeutet das: Es handelt sich um schwefelhaltige Verbindungen. Am häufigsten wird Tetrahydrothiophen (THT) eingesetzt. Es kommt in etwa zwei Drittel aller deutschen Gasverteilnetze zum Einsatz. Weiterhin werden Mercaptangemische verwendet, auch sie sind schwefelhaltig.
Aber Schwefel hat einen großen Nachteil: Bei der Verbrennung schwefelhaltiger Gase entstehen Schwefeldioxid-Emissionen. Diese belasten die Umwelt, indem sie zur Luftverschmutzung beitragen. Daher geht der Trend zu schwefelfreien Odoriermitteln. Sie kommen mittlerweile in etwa 15–25 Prozent der Gasnetze in Deutschland zum Einsatz und riechen stechend nach Lösungsmitteln.
Aus Sicherheitsgründen ist nicht nur die Beimischung, sondern auch die Konzentration dieser Geruchsmittel gesetzlich geregelt. Für THT beträgt die Mindestkonzentration 10 mg/m³, für Mercaptangemische 3 mg/m³. In Deutschland wird der Geruch erst in den lokalen Gasverteilnetzen hinzugefügt, die der Versorgung der Haushalte dienen. Fernleitungsnetze transportieren das Gas dagegen noch ohne Geruchsstoffe.

Gut zu wissen: Was hat mein Gas für einen Geruch? In einigen Städten kann man sich beim Gasversorger eine Riechkarte besorgen, um sich mit dem Geruch seines Erdgases vertraut zu machen. Wenn es Sie interessiert, fragen Sie am besten bei Ihrem Versorger über das Kontaktformular danach.

Er sollte aber nur bei niedrigem Risiko und niedrigen Drücken angewendet werden. Hierfür wird eine Seifenlösung auf die verdächtige Stelle aufgetragen. Auch spezielle Lecksuchsprays können helfen. Bilden sich Blasen, entweicht Gas. Das liegt daran, dass austretendes Gas eine Druckluftbewegung erzeugt. Dieser Test ersetzt keine systematische Dichtheitsprüfung oder Gaswarntechnik. Üblicherweise nutzen ihn Handwerker:innen bei Installation und Wartung für Dichtheitskontrollen.
Eine andere Methode sind Gasleckdetektoren, die mit empfindlichen Sensoren dabei helfen, Methan und andere brennbare Gase zu entdecken und so gefährliche Gasansammlungen in Häusern und Gebäuden zu verhindern. Die Detektoren warnen frühzeitig durch akustische Alarme und digitale Anzeigen.
Gesundheitliche Symptome bei Gasaustritt
Wird Gasgeruch im Haus nicht rechtzeitig bemerkt, dann sinkt der Sauerstoffanteil in der Atemluft immer weiter, und der Methanteil (Hauptbestandteil von herkömmlichem Erdgas) steigt. Und das bedeutet im schlimmsten Fall: Erstickungsgefahr. Eine Methanvergiftung kann eine Reihe von Symptomen verursachen, aber es zeigen sich nicht immer alle Symptome. Erste Anzeichen für einen Sauerstoffmangel können Übelkeit, Schwindel, Schwäche und Atembeschwerden sein. Methan kann aber auch das Zentralnervensystem beeinträchtigen, und einen dadurch verwirrt und desorientiert machen. Daher sind Warnmechanismen für gasbetriebene Geräte sowie das richtige Verhalten bei Gasgeruch so wichtig.
Gasgeruch – was tun
Ein Gasleck kann die Gesundheit angreifen, birgt aber auch Explosionsgefahren. Daher ist es so wichtig, zu wissen, wie man sich bei Gasgeruch richtig verhält:
Gaswarngeräte
Wer sich nicht allein auf seine Nase verlassen möchte, kann sich ein Gaswarngerät zulegen.
Gasmelder
Gasmelder schaffen eine zusätzliche Sicherheit und sind eine freiwillige Anschaffung. Da Erdgas leichter als Luft ist, sammelt sich austretendes Gas an der Decke, weshalb Erdgasmelder (für Methan) in Deckennähe montiert werden müssen. Flüssiggasmelder (für Propan/Butan) haben in der Nähe des Bodens ihren richtigen Platz, da Flüssiggas schwerer ist als Luft und absinkt. Einfache Geräte sind oft schon für rund 30 Euro zu haben.
Gasströmungswächter
Ein Gasströmungswächter ist ein Sicherheitsventil, das verhindert, dass Erdgas unkontrolliert austritt. Es sitzt an der Stelle, wo die Gasleitung ins Haus übergeht, und sperrt den Gasdurchfluss ab, wenn dieser höher als normal ist.
In der Regel müssen Gasströmungswächter bei Neuinstallationen von Gasleitungen im Gebäude eingebaut werden. Sie sind Teil der Sicherheitsarmaturen in der Gasinstallation. Sie nachträglich einzubauen, kann aber auch empfehlenswert sein, vor allem bei älteren Gasleitungen ohne heutige Sicherheitsstandards. Ein Gasströmungswächter schützt allerdings nicht vor kleinen Lecks, sondern verschließt die Leitung erst, wenn deutlich mehr Gas durch die Leitung fließt, etwa, wenn die Leitung abgerissen ist.
Die Kosten halten sich im Rahmen: Die sicherheitsrelevanten Bauteile gibt es schon für etwa 15 bis 150 Euro, plus Einbaukosten. Wie teuer es genau wird, hängt vor allem von der Größe des Strömungswächters ab.
Wie lassen sich Gaslecks vermeiden?
Gaslecks sind sehr selten. Aber Sicherheit muss oberste Priorität haben. Die wichtigste Empfehlung ist: Lassen Sie Ihre Gasgeräte und -leitungen regelmäßig von einem Fachbetrieb überprüfen und warten. Sie können aber auch selbst etwas tun und zusätzlich einen jährlichen Sicherheitscheck machen, wie es der Branchenverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft empfiehlt:

-
Bei sichtbarer Flamme am Gasgerät: Brennt sie durchgehend blau?
-
Sind die Gasgeräte intakt und weisen keine Rußspuren auf, läuft der Betrieb ohne auffälligen Geruch oder ungewöhnliche Geräusche?
-
Sind die Gasleitungen in einwandfreiem Zustand, besonders an Wand- bzw. Deckendurchführungen sowie in feuchten, ungelüfteten Räumen? Sind sie gut befestigt?
-
Sind die Verbrennungsluftöffnungen an Wand oder Tür des Aufstellraums der Gasgeräte offen?
-
Falls Sie einen Gasherd besitzen: Ist der Schlauch vom Herd zur Gassteckdose ohne Knick sowie ausreichend von Flammen und Hitze entfernt?
Falls Sie bemerken, dass ein Gasgerät oder eine Gasleitung schadhaft sein sollte, ist wieder ein Fachbetrieb für die Reparatur gefragt. Eine gute Nachricht: Unfälle mit Erdgas sind in Privathaushalten so selten geworden, dass das Statistische Bundesamt die Fälle seit Jahren nicht mehr zählt.
Fazit: Alarmzeichen Gasgeruch
Erdgas riecht von Natur aus nicht, wird aber vom regionalen Gasversorger mit Warnstoffen versehen, sodass ein Leck meist sehr intensiv nach faulen Eiern, Schwefel oder Lösungsmitteln riecht. Bei Gasgeruch heißt es: keine Funken erzeugen, wenn möglich die Gaszufuhr schließen, das Gebäude verlassen und von draußen Hilfe rufen. Regelmäßige Wartung, Sicherheitschecks und zusätzliche Gaswarngeräte können helfen, Gaslecks frühzeitig zu erkennen oder zu vermeiden.

Ökostrom
Unsere Ökostrom-Tarife bestehen zu 100 % aus erneuerbaren Energien.
Andere spannende Artikel
Förderungen für neue Heizungen
Was KfW und BAFA beim Heizungstausch dazugeben, welche Voraussetzungen es gibt und auf was Sie achten sollten.
Wie lange hält eine Gasheizung?
Wie man die Lebensdauer seiner Heizung geschickt verlängert – und gleichzeitig den richtigen Zeitpunkt für einen Austausch nicht verpasst.


