Gaspreisentwicklung:  Darum werden die Gaspreise über alle Versorger hinweg steigen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Heizsaison beginnt und damit die Sorge um den in den vergangenen Jahren und bis heute immer wieder schwankenden Gaspreis.

  • Die einzelnen Bestandteile des Gaspreises und ihre Entwicklung schlagen sich unterschiedlich stark in Ihrer Rechnung nieder.

  • Für steigende Preise könnten höhere Beschaffungskosten durch geopolitische Krisen, steigende Netzentgelte und höhere CO2-Preise sorgen.


Aktualisiert am 22.10.2026

Lesedauer: 5 Minuten

Was lässt den Gaspreis steigen?

Selten lassen sich Schwankungen beim Gaspreis nur an einzelnen Auslösern festmachen. Vielmehr wirken mehrere Faktoren gleichzeitig auf den Markt. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren gehören:

  • Politische und geopolitische Ereignisse (Ukraine-Krieg & Iran-Krieg)

  • Knappes Angebot und verstärkte Nachfrage nach Erdgas

  • Klimatische Veränderungen

  • Staatliche Vorgaben und Abgaben

Zusammensetzung des Gaspreises 2025

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen – und was bedeutet das in Zukunft für mich?

Der Gaspreis, den Sie monatlich zahlen, ist ein Gesamtpreis. Folgende Bestandteile sind schon jetzt und in Zukunft besonders wichtig für seine Entwicklung: staatlich veranlasste Kosten, Netzentgelte und Messstellenbetrieb, und die Beschaffungskosten. Die Hälfte machen die Beschaffungskosten und der Vertrieb aus.

Warum Sie sich auf steigende Gaspreise über alle Versorger hinweg gefasst machen sollten:

  • Zu den staatlich veranlassten Kosten gehört die CO₂-Abgabe. Die zahlen Gaskund:innen auf die Emission von Erdgas.  Im Jahr 2026 und 2027 liegt der CO₂-Preis zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne. Ab 2028 werden die EU-Mitgliedstaaten voraussichtlich einen europaweiten Emissionshandel für Brennstoffe, die Verkehr und Gebäude betreffen, einführen. In diesem zweiten Emissionshandelssystem (EU-ETS 2) sollen die Zertifikate frei versteigert werden. Damit wird Deutschlands nationales System abgelöst und der CO₂-Preis bildet sich gemäß Angebot und Nachfrage auf dem europäischen Markt.  Es muss damit gerechnet werden, dass sich der CO₂-Preis dadurch erhöht. Ab 2029, so verlangt es der Gesetzgeber, muss dem Erdgas in neu angeschafften Gasheizungen Biogas beigemischt werden. Und das ist teurer zu beschaffen als das fossile Gas. Das dürfte künftig bei den Beschaffungspreisen zu spüren sein.

  • Netzentgelte finanzieren den Bau, Betrieb und die Wartung von Gasnetzen. 2026 liegen die Netzentgelte bei knapp 2,6 ct/kWh. Entscheidend bei der Höhe der Netzentgelte ist die Anzahl der Gasnutz:innern des jeweiligen Netzbetriebs. Die Landschaftsstruktur, Bevölkerungsdichte und der Investitionsbedarf für den Netzausbau machen regionale Unterschiede beim Netzentgelt und damit auch beim Gaspreis aus.  Was für alle gilt: Immer mehr Menschen steigen aufgrund der Kosten für Gas auf eine alternative Heizungsart, wie Wärmepumpen um. Damit sinken die Zahlen der Gasnutzer:innen in den nächsten Jahren. Das heißt, dieselben Kosten für den Netzbetrieb müssen sich auf weniger Gasnutzer:innen verteilen, was zu höheren Netzentgelten führen wird.

  • Der Messstellenbetrieb ist ein kleiner, aber fester Bestandteil des Gaspreises. Er umfasst die Bereitstellung, den Einbau, die Wartung und den Betrieb des Gaszählers sowie die Erfassung und Übermittlung der Verbrauchsdaten. Aktuell sind das maximal 25 Euro pro Jahr. Der Messstellenbetrieb hängt von politischen Vorgaben, der Digitalisierung und technischen Entwicklungen ab. Es lohnt sich also, diese Aspekte im Blick zu behalten.

Beispielrechnung: Das kosten Sie die Gasbestandteile in einem Einfamilienhaus

Wie machen sich die einzelnen Bestandteile des Gaspreises konkret in der Jahresrechnung bemerkbar? Wir rechnen es einmal anhand eines Einfamilienhauses mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 kWh aus: 

Aktuell liegt der Gaspreis zwischen 9 und 14 Cent pro Kilowattstunde. Bei angenommenen 13 Cent entstehen für den Verbrauch Kosten von 2.600 Euro pro Jahr. So lassen sich die Kosten genau aufschlüsseln:

  • Beschaffung und Vertrieb: ca. 1.326 Euro pro Jahr. Steigt die Nachfrage nach Gas oder sinkt das Angebot, steigen die Kosten an dieser Stelle.

  • Netzentgelte (rund 470 Euro), Messtellenbetrieb (20 Euro): 490 Euro

  • Steuern, Abgaben und Umlagen: Energiesteuer (rund 110 Euro), CO₂-Preis(Bei 60 €/t CO₂ 241 Euro), plus Mehrwertsteuer und Konzessionsabgabe: insgesamt ca. 784 Euro pro Jahr.

Fazit: So können Sie sich auf die Gaspreisentwicklung einstellen

Neue Vorgaben beim CO₂-Preis, geopolitische Spannungen und steigende Netzentgelte könnten den Gaspreis künftig erhöhen. Umso wichtiger ist es, den eigenen Verbrauch regelmäßig zu prüfen, die Bedingungen des aktuellen Tarifs zu kennen und verfügbare Alternativen langfristig zu vergleichen. So behalten Sie Ihre Energiekosten besser im Blick und können fundierte Entscheidungen treffen.

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