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Warum Gas-Brennwertkessel Geld sparen

Eine Brennwertheizung hat eine besonders effiziente Technik, denn Sie nutzt auch die warmen Abgase zum Heizen. Deshalb sind Gas-Brennwertkessel eine gute Alternative zu Ihrem alten Heizsystem. Wenn Sie eine neue Heizung oder Sanierung planen, gibt es einige Dinge zu beachten.

Wer braucht Gas-Brennwertkessel?

Mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) haben Öl- und Gasheizungen ein verbindliches Ablaufdatum bekommen: Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind und eine Größe von 4 bis 400 kW Heizleistung haben, müssen ausgetauscht werden. Ausgeschlossen von der Regelung sind Brennwert- und Niedertemperaturkessel sowie Geräte in Häusern, die der Besitzer seit dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt.

Dennoch hat sich in den letzten 20 Jahren die Wirtschaftlichkeit von Heizkesseln so erheblich verbessert, dass sich ein Austausch lohnt. Das empfiehlt die Stiftung Warentest schon seit Langem. So wird keine wertvolle Energie verschwendet oder die Umwelt unnötig mit CO₂ belastet.

Wo erfahren Sie, dass Sie den Kessel Ihrer jetzigen Heizung austauschen müssen? Über Alter und Modell gibt Ihnen die Bedienungsanleitung oder das Typenschild am Gerät Auskunft. Alternativ kontaktieren Sie den Hersteller mit Angabe der Modellbezeichnung oder Ihren Schornsteinfeger.

Warum Brennwerttechnik?

Heizkessel mit der sogenannten Brennwerttechnik erzielen eine sehr hohe Effizienz. Der Grund: Aus den Abgasen des Verbrennungsprozesses ziehen sie erneut Energie.

Achtung: Ab 2024 dürfen Gas-Brennwertkessel nur noch in Kombination mit erneuerbaren Energien als Hybridheizung eingebaut werden.

Bei einem Heizkessel mit Brennwerttechnik entweicht nutzbare Wärme nicht aus dem Schornstein. Ein wesentlicher Teil der Energie aus dem Abgas bleibt Ihnen erhalten. Der Abgaswärmetauscher ermöglicht für Ihre Heizung einen zusätzlichen Wärmegewinn von rund 10 Prozent. So steigern Sie den Wirkungsgrad und freuen sich über Einsparungen bei den Heizkosten. Und wer die Gasbrennwertheizung mit einer nachhaltigen Heizmethode wie Solarthermie oder Wärmepumpe kombiniert, spart zusätzlich noch Gas und tut etwas für die Umwelt.

Kostenersparnis und Amortisation

Die Anschaffung eines Brennwertkessels reduziert den jährlichen Energieverbrauch laut unterschiedlicher Quellen zwischen 10 und 30 Prozent. Durch diese Stromersparnis amortisiert sich die Umrüstung auf einen Brennwertkessel schon nach etwa 15 Jahren.

Hybridlösungen sparen am meisten Energie

Die höchste Energieersparnis erreicht die Brennwerttechnik in Kombination mit einer Solarthermie. Die Hybridlösung bezieht einen Teil Ihrer Energie aus der Sonnenenergie, womit das Energiesparpotenzial noch einmal drastisch erhöht wird. Die Anschaffungskosten für eine solche Anlage sind zwar deutlich höher, verringern die laufenden Energiekosten aber noch einmal.

Die Anschaffungskosten für Gasheizungsanlagen mit Brennwertkessel setzen sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus gelten etwa folgende Preise:
 

  • Gasheizungsanlage: 2.000 – 3.200 €

  • Installation: 450 – 1.500 €

  • Gasanschluss: 1.500 – 2.500 €

  • Schornsteinsanierung: 1.500 €

  • Gesamt: 5.450 – 8.500 €

Solarkollektoren, Dovapi / Getty Images

Um Ihr individuelles Vorhaben einschätzen zu können, lassen Sie sich am besten von einem Fachmann beraten – denn selbst verschiedene Gas-Brennwertkessel weisen eine unterschiedliche Effizienz auf.

Heizungserneuerung mit Brennwerttechnik: Worauf Sie achten müssen

Eine Gas-Brennwertheizung kann sowohl in Ein- als auch in Mehrfamilienhäusern eingesetzt werden. Der Austausch ist meist unkompliziert, da Rohrleitungen und Heizkörper weitergenutzt werden können. Wichtig ist, dass Sie im Vorfeld klären, ob der vorhandene Schornstein für die Nachrüstung geeignet ist. Er muss so ausgekleidet werden, dass das säurebildende Kondenswasser ihm nichts anhaben kann. Ebenso muss der Abwasseranschluss gegebenenfalls mit einer Neutralisierungsanlage versehen werden. 

Im Zuge der Installation ist es sinnvoll, den Fachbetrieb das Wärmeverteilnetz der Heizkörper prüfen zu lassen. Ein hydraulischer Abgleich stellt sicher, dass jeder Heizkörper die richtige Wärmemenge erhält und die Heizpumpe optimal funktioniert. Diese Schritte garantieren, dass die Brennwertheizung optimal und effektiv arbeitet. Deshalb empfehlen wir, im Voraus mit dem oder der Installateur:in und dem oder der zuständigen Schornsteinfeger:in Kontakt aufzunehmen.

Wie ermittle ich den Wärmebedarf?

Der Gas-Brennwertkessel sollte genau auf den Wärmebedarf Ihres Hauses zugeschnitten sein. Im Neubau lässt sich die Heizlast relativ einfach nach DIN EN 12831 berechnen. Hier fließen verschiedene Faktoren mit ein, zum Beispiel Transmissionswärmeverluste an der Luft, Energiegewinne durch Sonne und andere Einflüsse. In einem Altbau lassen sich viele Faktoren nicht so genau berechnen und man muss mit Statik oder Auslastungsmessungen arbeiten. Lassen Sie daher am besten eine genaue Berechnung durch einen Fachbetrieb durchführen. Einen ersten Eindruck vermitteln Heizlastrechner.

Förderungen ausgelaufen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat zum 15. August 2022 alle bestehenden Förderungen für Brennwertheizungen gestrichen. Die Fördermittel konzentrieren sich nunmehr auf die Umrüstung von Öl und Gasheizungen auf Wärmepumpentechnologie. Die Einstellung der Fördermittel ist ein Schritt der Bundesregierung, um die Heizungstechnologie weg von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien zu lenken.

Heizenergie auch in anderen Bereichen sparen

Gebäude dämmen spart Heizkosten

Der Austausch Ihrer Heizung und ein neuer Brennwertkessel ist nicht das Einzige, womit sich bei Ihnen Heizkosten sparen lassen. Auch eine effektive Dämmung ist deutlich von Vorteil. Hinzu kommt: Das Gebäudeenergiegesetz greift auch hier. So gilt etwa die Dämmpflicht für die obersten Geschossdecken, wenn diese keinen Mindestwärmeschutz haben. In unbeheizten Räumen müssen die Rohre für Heizung und Warmwasser gedämmt werden. Bei Nichteinhaltung kann es schon mal teuer werden. Noch mehr Verpflichtungen sind bei einem Neubau einzuhalten.

Ob Bestand oder Neubau – informieren Sie sich rechtzeitig über Ihre Pflichten und Anforderungen. Eine erste Anlaufstelle ist etwa die Verbraucherzentrale.

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