So sparen Sie in Ihrem Unternehmen Energie

Das Wort „Energiekrise“ ist uns bereits seit den 70er-Jahren ein Begriff. Energiesicherheit ist also längst kein neues Thema. Gerade heute stellen uns die explodierenden Energiekosten – nicht zuletzt durch die rasant angestiegenen Rohölpreise und die Bedrohung der Energieversorgung durch den Ukraine-Krieg – vor neue Herausforderungen. Häufig wird unterschätzt, wie viel Energie und damit auch Kosten wirklich eingespart werden können.

Kosteneinsparungen und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand. Allgemein spricht man auch von Suffizienz-Maßnahmen im Gewerbe. Energiesuffizienz ist eine Strategie, um den Energieverbrauch durch Veränderungen der Nutzung – zum Beispiel von Technik – zu reduzieren. Die Suffizienz-Strategie als „kultureller Weg“ zielt auf die Begrenzung und langfristige Reduktion des Energie- und Ressourcenverbrauchs ab. Und damit auch auf die Vermeidung negativer Umweltauswirkungen. Es handelt sich demzufolge um eine Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Ziel, den Energieverbrauch durch Veränderungen der Nutzung auf ein nachhaltiges Maß zu begrenzen oder zu reduzieren.

Erste Schritte zum Energiesparen im Unternehmen

Identifizieren Sie die Energiefresser

Voraussetzung für sinnvolle Maßnahmen zur Einsparung von Energie und Emissionen ist die Ermittlung des Stromverbrauchs und des Carbon Footprints. Diese Analyse erlaubt Ihnen volle Kontrolle über die Energieverbräuche. Unterscheiden Sie hierfür zwischen direkten und indirekten Emissionen und sammeln Sie die jeweiligen Aktivitätsdaten. Für eine solche Datenerhebung kann eine geeignete Software hilfreich sein.

Steigerung der Energieeffizienz

Eine wichtige Grundlage für die Optimierung Ihrer Energiekosten ist die Steigerung der Energieeffizienz. Mithilfe von Energiemanagementstrukturen und -prozessen lassen sich Einsparpotenziale entdecken und Maßnahmen umsetzen. Solche Systeme unterstützen Sie bei der Analyse und Bewertung der Energieverbräuche, der Entwicklung von Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und der Eingliederung der Prozesse in Betriebsabläufe. Aber auch bei der Durchführung interner Audits sowie bei der Einführung eines Energiecontrollings zur Erfolgsmessung können Energiemanagementsysteme nützlich sein.

Konkrete Energiesparmaßnahmen für Ihr Unternehmen

LED senkt Stromverbrauch um 70 Prozent

Beleuchtung

Die Einsparung bei der Beleuchtung fällt erfahrungsgemäß prozentual am Höchsten aus. Hier können Kosten oft deutlich reduziert werden – mit geringem Aufwand. Die Verkehrs-, Energie- und Umwelt-Dienstleister der Stadt Würzburg haben ihren Stromverbrauch durch die Beleuchtungsoptimierung in einer Omnibus-Garage um ganze 76 Prozent reduziert. Weniger frequentierte Räume können Sie beispielsweise mit einem Bewegungsmelder ausstatten, um Strom zu sparen. Außerdem reflektieren helle Farben an den Decken und Wänden das Licht. Gerade bei Räumen, die nicht viel Tageslicht abbekommen, kann dieses so besser genutzt werden. Säubern Sie zudem regelmäßig die Leuchtmittel, denn Staubpartikel nehmen den Leuchtkörpern die Leuchtkraft. Bei der Beleuchtung lassen sich so ca. 20–80 Prozent Energie einsparen.

Abwärmenutzung in Unternehmen

Klimaanlage, Lüftung und Heizung

Besonders Klimaanlagen, aber auch Lüftungs- und Heizungsanlagen sind wahre Stromfresser. Klimaanlagen können Sie so einstellen, dass diese erst bei höheren Temperaturen arbeiten und nicht zu stark runterkühlen. Zudem kann das Anbringen eines Sonnenschutzes den Anstieg der Temperatur in den Innenräumen etwas bremsen.

Auch beim Heizen im Winter gibt es enormes Einsparpotenzial. In vielen Fällen kann die Heizanlage durch Feineinstellung optimiert werden. Eventuell lohnt es sich sogar, eine neue Anlage einzubauen. Hier kann z. B. eine Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), Wärmepumpen oder der Einbau eines Blockheizkraftwerkes infrage kommen. Gutes Praxisbeispiel ist die Firma EvoBus, die ihre Hallenheizung in vielerlei Hinsicht optimieren konnte.

Synergien von Digitalisierung und Energieeffizienz

Zentral & digital ist besser

Im IT-Bereich ist es sinnvoll, von Arbeitsplatzrechnern auf ein System mit Zentralrechner und Terminal-Arbeitsplätzen umzustellen. Das bedeutet konkret: Anstelle von vielen PCs gibt es einen großen Rechner, auf dem verschiedene Arbeitsplätze eingerichtet sind. So erfolgt in den Büros weniger Rechnerleistung und die Wärmeabgabe wird reduziert. Nutzen Sie außerdem Laptops statt Desktop-Rechner. Ein Laptop verbraucht rund ein Drittel weniger Energie als ein PC. Auch die gemeinsame Nutzung von Geräten, z. B. einen Netzwerkdrucker für mehrere Kollegen, reduziert den Energieverbrauch.

Synergien von Digitalisierung und Energieeffizienz

Geräte ausschalten

Durchlaufende Lüftungsanlagen oder auch angelassenes Licht sind unnötige Kostenverursacher. Gerade nach Feierabend und am Wochenende schlagen die stillen Verbraucher zu Buche. Ausschalten der Monitore bei längeren Pausen statt Einsatz eines Bildschirmschoners spart Energie. Grundsätzlich sollten alle Geräte, die nicht genutzt werden, auch wirklich ausgeschaltet werden. Oft wird vergessen, dass auch im Stand-by-Modus Strom verbraucht wird. Zwar nur geringfügig, aber dies kann sich summieren. Hier können Funktionssteckleisten mit einer Zeitschaltuhr dafür sorgen, den Energieverbrauch zu senken.

Licht, Klima und Gebäudeautomation smart kombinieren

Beachten Sie bei Neuanschaffungen standardisierte Bewertungssysteme für energiesparende Produkte von Bürogeräten, z. B. Energy Star und Blauer Engel. Auch Gebäudeleittechnik, die als Nutzerinterface zur Gebäudeautomationstechnik (Managementebene) dient, kann direkt die Steuerungs- und Regelungsaufgaben im Bereich der Heizungs-, Lüftungs- und Lichtsteuerungen übernehmen. Gebäudeautomationssysteme wie z.B. KNX oder DALI beim Smart Lighting machen eine einfache Steuerung bis hin zu außenlichtabhängiger Lichttemperatursteuerung möglich. Allerdings ist bei Bestandsbauten eine Nachrüstung, wenn die Kabel nicht bereits verlegt sind, oft mit viel Aufwand (wie dem Aufreißen der Wände) verbunden und eine alternative Funk-Lösung z.B. mit KNX RF daher einfacher zu realisieren.

Synergien von Digitalisierung und Energieeffizienz

Solarthermie und Windkraft

Was für die Warmwasserbereitung zu Hause funktioniert, ist auch für industrielle Fertigungsprozesse denkbar. Wenn Sie Sonnenenergie nutzen, können Sie Ihre Energiekosten deutlich senken. So kann Solarthermie mehr als 30 Prozent Energie einsparen. Sowohl ein Energieberater der Verbraucherzentralen als auch die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) berät und unterstützt Sie bei der Planung einer solarthermischen Anlage. Um sich unabhängiger von hohen und schwankenden Energiepreisen zu machen, ist auch die Installation einer Windkraftanlage möglich. In Kombination mit Smart Grids, also einem intelligenten Stromnetz, lassen sich ökonomisch sinnvolle Energiekonzepte entwerfen. Durch Smart Grids, Lastmanagement und Nachfrageflexibilisierung können somit eine effiziente Nutzung und Integration der erneuerbaren Energien sowie eine Optimierung der Netzauslastung erreicht werden. Fördermöglichkeiten zu einer digitalen Transformation des Energiesystems gibt es auch bei der KfW.

Synergien von Digitalisierung und Energieeffizienz

Effiziente Elektrische Antriebe

Elektrische Antriebe in Industrie und Gewerbe verbrauchen fast zwei Fünftel des gesamten Stroms in Deutschland. Gerade hier und auch bei den davon angetriebenen Aggregaten besteht ein großes wirtschaftliches Stromeinsparpotenzial. Dies zeigt sich besonders bei Druckluft, Pumpen und Ventilatoren. Beachten Sie also den Leckagen-Verbrauch, prüfen Sie die Drucklufterzeugung, das Verteilungsnetz, die gesamte Steuerung und Regelung sowie die mit Druckluft betriebenen Endgeräte. Achten Sie generell darauf, Motoren bei optimaler Drehzahl zu betreiben. Eine Gesamtbetrachtung aller elektrischen Antriebe im Unternehmen inklusive Amortisationsrechnung für verschiedene Investitions-Szenarien stellt eine maximale Energiekostensenkung sicher. Helfen können Ihnen hier Energieeffizienz-Berater der KfW. Zusätzlich fördert auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit 80 Prozent der Kosten eine Energieberatung in Klein-Betrieben und großen Unternehmen.

Tipp: Energieeffiziente Sanierung

Ein etwas größerer Schritt, der sich aber durchaus lohnen kann, ist die energieeffiziente Sanierung von Gebäuden. Unter Umständen können Sie hier bis zu 80 Prozent Wärmekosten einsparen. Wenn etwa Fassade, Dach, Türen oder Boden besser gedämmt werden, kann das Sparpotenzial um ca. 30 bis 40 Prozent steigen. Die KfW unterstützt den Mittelstand dabei, nachhaltig zu investieren.

Tipp: Attraktive Beteiligungsmodelle

Nutzen Sie Ihre Freifläche oder das Dach Ihres Bürogebäudes. Mit Vattenfall können Sie ein Vorreiter für den Energiemarkt der Zukunft werden. Bei Interesse bietet Ihnen Vattenfall individuelle Beteiligungsmodelle am Solarpark an. So können Sie auf dem Dach Ihres Gebäudes oder Ihrer Freifläche Strom für den eigenen Bedarf erzeugen oder auch ins Netz einspeisen. Kontaktieren Sie unseren Berater für weitere Informationen.

Fazit: Viele Stellschrauben, viel Effekt!

In jedem Unternehmen gibt es zahlreiche Stellschrauben, um die Energiekosten zu senken. Selbst mit kleinen Investitionen können Sie schon nach kurzer Zeit Energiekosten sparen. Eine konkrete Analyse der einzelnen Verbrauchsposten lohnt sich. Aber auch kleine Veränderungen in den Prozessen und Produktionsabläufen haben eine große Wirkung.

Für eine Beratung rund um Ihre Energiethemen kontaktieren Sie gern Ihren persönlichen Ansprechpartner bei Vattenfall.

 

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