Wie ist die CO2-Bilanz von Elektroautos?
Ein Elektroauto stößt im Vergleich mit einem Benziner deutlich weniger CO2 pro Kilometer aus, selbst wenn es mit dem durchschnittlichen deutschen Strommix fährt. Beim Laden mit Strom aus 100 % erneuerbaren Energiequellen ist die CO2-Einsparung am höchsten. Lesen Sie, welche CO2-Bilanz die verschiedenen Antriebsarten haben und wie Sie Emissionen im Nachhaltigkeitsbericht erfassen müssen.
Bild: KI-generiert
Zuletzt aktualisiert am: 14.9.2026
Lesedauer: 9 Minuten
CO2-Bilanzen verschiedener Antriebsarten
Um ein Auto anzutreiben, ist heutzutage eine Vielzahl von Kraftstoffen für Elektro- und Verbrennungsmotoren erhältlich. Sie lassen sich in fossile Energieträger und erneuerbare Energien einteilen. Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Emissionen während der Fahrt getrennt zu betrachten von den Gesamtemissionen des Lebenszyklus, also von der Produktion bis zur Außerbetriebnahme.
CO2-Bilanz von Benzin und Diesel
Die weit verbreiteten Kraftstoffe Benzin und Diesel weisen laut einer ICCT-Studie von 2025 von allen gängigen Antriebsarten die schlechteste Umweltbilanz auf. Mittelgroße Wagen erzeugen im Durchschnitt über die Lebensdauer mindestens 235 g CO2/km, außerdem produzieren sie Stickoxide, Kohlenmonoxid und Feinstaub. Im Vergleich zu Dieselmotoren produzieren Benzinmotoren zwar weniger Stickoxide und Feinstaub, aber der CO2-Ausstoß ist meist etwas höher, da sie mehr Kraftstoff pro Kilometer benötigen.
CO2-Bilanz von Erdgas
Zu den fossilen Antriebsarten zählen auch Flüssiggas (LPG) und komprimiertes Erdgas (CNG). Der Antrieb mit LPG kann emissionsärmer sein als das Fahren mit Benzin oder Diesel, da bei der Verbrennung weniger CO2 und Stickoxide ausgestoßen werden. Zudem ist LPG in der Praxis deutlich weiter verbreitet als CNG und gilt als die häufiger genutzte gasbasierte Alternative im Pkw-Bereich.
CO2-Bilanz von E-Fuels
E-Fuels sind synthetische, flüssige Kraftstoffe, die aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- oder Solarenergie hergestellt werden und in einem herkömmlichen Verbrennungsmotor eingesetzt werden können. Bei der Verbrennung im Motor entstehen aber ebenfalls CO2-Emissionen, die laut einer Studie aus dem Jahr 2022 des Think Tanks Transport & Environment (T&E) je nach Herstellungsart nur minimal geringer sind als bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen. Zudem ist der Stromverbrauch zur Erzeugung des Treibstoffs sechsmal höher als bei direkter Nutzung in einem E-Fahrzeug. Werden E-Fuels aus dem deutschen Strommix, der zum Teil mit fossiler Energie produziert wird, hergestellt, sind sie sogar schädlicher als Benzin oder Diesel.

CO2-Bilanz von Wasserstoffantrieben
Autos, die Wasserstoff nutzen, werden mit Brennstoffzellen angetrieben. Bei der Produktion von Wasserstoff für die Wasserstoff-Brennstoffzelle wird Strom benötigt. Die CO2-Bilanz variiert je nach verwendeter Energiequelle. Während der Fahrt wird ausschließlich Wasser, keine Treibhausgase, ausgestoßen. Wird der Wasserstoff nur über erneuerbare Energien produziert (grüner Wasserstoff), ähnelt der CO2-Fußabdruck dem von reinen Elektromobilen. Wird allerdings der aktuelle Strommix in Deutschland für die Wasserstofferzeugung genutzt, liegt der Fußabdruck im Bereich von gasbetriebenen Kraftfahrzeugen.
CO2-Bilanz von Elektroautos
Ein Elektromotor verursacht keine direkten Emissionen. Ebenso wie bei der Brennstoffzelle können aber indirekte CO2-Emissionen entstehen, wenn der Strom, der zum Antrieb der Batterie genutzt wird, aus fossilen Quellen stammt. Diese sinken, je höher der Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen ist. Wird die Produktion von Auto und Batterie eingerechnet, gehen die Studien von T&E durchschnittlich von 52 g CO2/km über die gesamte Lebensdauer aus, also von weniger als einem Viertel des Ausstoßes von Verbrennern.
Gut zu wissen: Als Unternehmen profitieren Sie neben einer besseren CO2-Bilanz auch von steuerlichen Vorteilen und Sonderabschreibungen für einen Elektro-Dienstwagen.
Stromquellen für das E-Auto und ihre CO2-Bilanz
Die Energie für die Batterie kann aus verschiedenen Quellen stammen und ist ein entscheidender Faktor für die CO2-Bilanz eines Elektroautos. Sie hängt davon ab, ob konventioneller Strom, Kernenergie oder erneuerbare Energiequellen genutzt werden.
Mit konventionellem Strom ist die Energie aus Kraftwerken gemeint, in denen fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdgas oder Öl zur Stromerzeugung verbrannt werden. Dabei entstehen große Mengen an Treibhausgasen, die zur Erderwärmung und zum Klimawandel beitragen. Strom, der aus Steinkohle und Erdgas erzeugt wird, belastet die Klimabilanz mit rund 800 g CO2/kWh, Braunkohle kommt sogar auf 1.150 g CO2/kWh. Lädt ein E-Auto mit konventionellem Strom, entfällt der bilanzielle Vorteil.
Im Vergleich dazu produziert Kernenergie zwar weniger schädliche Treibhausgase (ca. 12 g CO2/kWh), birgt aber große Umweltrisiken und Verschmutzungsgefahren bei Unfällen oder der späteren Entsorgung des radioaktiven Materials. Auch beim Abbau und Transport des Urans sowie beim Bau von Kernkraftwerken entstehen große Mengen von CO2.
Der Ladestrom mit den geringsten Emissionen kommt aus erneuerbaren Energiequellen. Diese erneuerbaren Energien zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine oder nur geringe CO2-Emissionen verursachen. Die Quellen sind Sonne, Wind, Wasserkraft, Biomasse oder Geothermie. Ein Beispiel: Strom, der aus Windkraft erzeugt wurde, verursacht 8 – 20 g CO2/kWh.
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Elektroauto schlägt Verbrenner in der CO2-Bilanz
Während der Fahrt liegt das Elektroauto in puncto CO2-Bilanz eindeutig vorn. Wagen mit Benzinmotor setzen pro Kilometer durchschnittlich etwa 170 Gramm CO2 frei. Ein Dieselmotor der gleichen Größe liegt bei ca. 160 Gramm CO2. Hier sind andere Faktoren wie Fahrzeugherstellung und Bereitstellung des Kraftstoffs noch nicht mit eingerechnet.
Ein vergleichbares Elektroauto mit einer Batterie, die mit dem deutschen Strommix aus Solar, Kohle, Biomasse, Wind und Erdgas angetrieben wird, stößt pro Kilometer ungefähr 40 - 62 Gramm aus. Der deutsche Strommix besteht aktuell zu 40 - 45 % aus fossilen Energieträgern und mindestens 55 % aus erneuerbaren Energien. E-Autos, die mit reinem Ökostrom fahren, sind besonders emissionsarm unterwegs.
Durchschnittlicher Strommix in Deutschland 2025
Quelle: Fraunhofer ISE, Stand Februar 2026
*Sonstige: Unter „Sonstige“ werden alle Stromerzeugungsarten zusammengefasst, deren Einzelanteil bei der Stromerzeugung unter 10 TWh liegt. Dazu zählen beispielsweise Geothermie und Erdöl.
Hybridautos kombinieren verschiedene Antriebsarten. Es gibt also sowohl einen Diesel- oder Benzinmotor als auch einen Elektromotor sowie einen Tank und Akkus. In der Theorie verbrauchen sie weniger Sprit und stoßen eine geringere Menge an Schadstoffen aus als Fahrzeuge mit reinem Verbrennungsantrieb. Untersuchungen zeigen jedoch, dass insbesondere Plug-in-Hybride im Alltag häufig deutlich mehr Kraftstoff verbrauchen als von Herstellern angegeben, wenn sie nicht konsequent elektrisch gefahren werden.
Die Höhe der eingesparten Kraftstoffe und CO2-Emissionen hängt von der Stärke des Motors und der Größe der Batterie sowie vom Nutzungsverhalten ab. Wer einen Hybridwagen nicht elektrisch fährt, verursacht durch die verbrauchten Ressourcen bei der Produktion und durch das zusätzliche Gewicht sogar mehr Emissionen als mit einem vergleichbaren Verbrenner. Bei regelmäßiger Nutzung des E-Antriebs kann der CO2-Ausstoß im Durchschnitt um etwa 20 % verringert werden.
Im Vergleich gilt jedoch: Ein reines Elektroauto ist sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich in der Regel die sinnvollere Option, da es im Betrieb keine direkten Emissionen verursacht und stärker von steuerlichen Vorteilen profitiert.
CO2-Bilanz eines Elektroautos in der Betrachtung des gesamten Lebenszyklus
Um die CO2-Bilanz eines Elektroautos zu verstehen, muss der gesamte Lebenszyklus unter die Lupe genommen werden: die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung, beim Betrieb sowie bei der Entsorgung und dem Recycling noch verwendbarer Komponenten.
Emissionen bei der Autoherstellung
Die Produktion von Elektroautos erfordert mehr Rohstoffe als die Herstellung von Autos mit Verbrennungsmotoren. Die enthaltenen Batterien werden aktuell unter anderem mit Lithium und Kobalt hergestellt. In den Magneten werden seltene Erden verwendet. Moderne Akkus auf Natrium-Ionen-Basis können dies jedoch zukünftig ändern. Darüber hinaus ist ein erhöhter Energieaufwand für die Herstellung der Akkus nötig.
Das österreichische Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur hat 2021 ermittelt, dass bei der Herstellung von Wagen mit Verbrennermotor etwa 7,2 kg CO2 pro kg Fahrzeuggewicht ausgestoßen werden. Das Grundfahrzeug eines E-Autos, also ohne Elektromotor, Antriebsstrang und Akku, produziert bei der Herstellung etwa 6,2 kg CO2 pro kg Fahrzeuggewicht.
|
Emissionen / Bauteil / Herstellungsschritt |
Diesel |
Benziner |
E-Auto |
|
Grundfahrzeug |
7,2 kg CO2 pro kg Fahrzeuggewicht |
7,2 kg CO2 pro kg Fahrzeuggewicht |
6,2 kg CO2 pro kg Fahrzeuggewicht |
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Elektromotor |
– |
– |
4,5 kg CO2 je kW Leistung des Motors |
|
Antriebsstrang |
– |
– |
42 kg CO2 je kg der elektrischen Antriebskomponenten |
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Akku |
– |
– |
82,5 kg CO2 je kWh-Kapazität |
|
Gesamtemission |
11 Tonnen |
10 Tonnen |
17,4 Tonnen |
Quelle: Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Österreich 2021
Für batteriebetriebene Autos kommen dann noch 4,5 kg CO2 je kW Leistung des Motors, 42 kg CO2 je kg der elektrischen Antriebskomponenten und, im globalen Durchschnitt, 82,5 kg CO2 je kWh-Kapazität für den Akku hinzu. Schwedische Batteriehersteller liegen teilweise bereits bei rund 33 kg CO2 je kWh, während chinesische Batterien bei geschätzten 108 kg CO2 je kWh liegen. Aktuelle Studien von 2025 gehen davon aus, dass das sogenannte CO2-Backpack (deutsch: CO2-Rucksack) bei der Batterieproduktion in Zukunft auf 20 - 50 kg CO2 je kWh signifikant gesenkt werden kann.
Das bedeutet, dass die Herstellung von Elektro-Pkw aktuell noch mehr CO2 ausstößt als die Produktion von Pkw mit Verbrennungsmotoren. Dies gleicht sich jedoch im laufenden Betrieb schnell aus.
CO2-Bilanz über die gesamte Lebenszeit
Die CO2-Bilanz eines Autos mit Verbrennungsmotor ist vor allem davon abhängig, um welches Modell es sich handelt und wie schnell oder spritsparend man unterwegs ist. Im direkten Vergleich über die gesamte Lebensdauer – also einschließlich Produktion, Nutzung und Entsorgung – stoßen E-Autos in Europa laut den Expert:innen von T&E im Durchschnitt rund zwei Drittel weniger CO2 aus als vergleichbare Benzin- oder Dieselfahrzeuge.
Konkret zeigt sich dieser Unterschied auch in Zahlen: Über die gesamte Lebenszeit beträgt die CO2-Differenz zwischen E-Autos (mit dem in Deutschland erhältlichen Strommix) und Benzinern ungefähr 172 Gramm pro gefahrenem Kilometer. Laut ICCT-Analyse von 2025 spart ein Elektroauto, trotz der Treibhausgasbelastungen aus der Batterieproduktion, im Vergleich zu Benzinern oder Dieselfahrzeugen bereits nach rund 17.000 Kilometern Emissionen ein.

Quelle: Transport Environment
Über eine Gesamtlebensdauer von 240.000 Kilometern summiert sich der Vorteil: Der CO2-Ausstoß eines Benziners steigt mit jedem verbrauchten Liter Treibstoff deutlich stärker an als der eines Elektroautos mit Energie aus dem aktuellen Strommix.
Natürlich ist auch die Lebensdauer des Elektroauto-Akkus ein entscheidender Faktor. Die meisten Hersteller geben laut ADAC eine Garantie auf 70 % Batteriekapazität für eine Nutzungsdauer von acht Betriebsjahren oder 160.000 Kilometern. Aktuelle Studien zeigen aber auch, dass die meisten Akkus nach 200.000 km immer noch rund 80 % ihrer Leistung bieten. Müssen Batterien ausgetauscht werden, belasten sie mit neuen Herstellungs-Emissionen von ca. 82,5 kg CO2 je kWh-Kapazität die CO2-Bilanz eines Elektroautos. Um die Leistung der Batterie wieder zu verbessern, reicht aber oftmals auch ein Ersatz einzelner Module.
In Zukunft dürfte sich dieser Faktor noch verbessern, denn die Energiedichte von Akkus hat sich bereits seit 2010 teilweise verdreifacht von 100 - 150 Wh/kg auf 270 - 300 Wh/kg. Die Roadmap 2035+ des Fraunhofer-Instituts geht von weiteren Optimierungen aus. Dort wird auch davon ausgegangen, dass durch die zunehmende Effizienz von Natrium-Ionen-Batterien als Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien der Bedarf an Rohstoffen, vor allem an seltenen Erden, bei der Akkuherstellung reduziert werden kann.
Scope 1, 2 und 3 in der Emissionsbilanz von Elektroautos
Die Einteilung in Scope 1, 2 und 3 stammt aus dem Greenhouse Gas Protocol und dient Unternehmen dazu, Treibhausgasemissionen systematisch zu erfassen und im Nachhaltigkeitsbericht transparent auszuweisen, etwa im Rahmen der CSRD-Berichterstattung. Für die Bewertung von E-Autos im Fuhrpark ist diese Differenzierung relevant, da Emissionen je nach Entstehungsort unterschiedlich bilanziert werden.
Scope 1 – Direkte Emissionen
Elektromobile haben keine direkten CO2-Emissionen im Fahrbetrieb.
Scope 2 – Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie
Emissionen aus der Erzeugung von eingekauftem Strom zum Laden des Fahrzeugs sind abhängig vom Strommix. Je höher der Anteil erneuerbarer Energien, desto besser die Klimabilanz im Betrieb.
Scope 3 – Indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette
Der größte Teil der CO2-Emissionen eines Elektroautos fällt im Scope 3 an, insbesondere durch die energieintensive Batterieproduktion, den Rohstoffabbau (z. B. Lithium, Kobalt, seltene Erden), den Transport der Komponenten oder den späteren Austausch von Batteriemodulen.

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Klimabilanz beim Recycling
In den meisten Fällen können Batterien von Elektroautos, deren Kapazität im Laufe der Zeit nachgelassen hat, für so genannte Second-Life-Anwendungen benutzt werden. Das sind zum Beispiel stationäre Speicher in Photovoltaikanlagen.
Ist eine weitere praktische Anwendung nicht mehr denkbar, können durch innovative Verfahren aber über 90 % der in den Batterien enthaltenen seltenen Rohstoffe wiederverwendet werden. Die Recyclingverfahren werden stetig weiterentwickelt, um in industriellem Maßstab rentabel eingesetzt werden zu können.
Fazit: Elektromobilität schlägt Verbrenner in der CO2-Bilanz
Im direkten Vergleich mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor schneiden Elektroautos in der CO2-Bilanz deutlich besser ab. Darüber hinaus bieten sie weiteres Potenzial zur Emissionsreduktion. Wer beim Betrieb seines E-Mobils auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen setzt, kann Emissionen noch stärker reduzieren. Durch neue Technologien werden die CO2-Emissionen durch die Herstellung von Elektroautos voraussichtlich künftig weiter reduziert. Ein Umstieg auf Elektrofahrzeuge kann sich für Unternehmen lohnen, nicht nur wegen möglicher Steuerersparnisse, sondern auch für die Senkung der Emissionen der eigenen Fahrzeugflotte, womit indirekte Kosten durch steigende CO2-Zertifikatskosten vermieden werden können.
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