Scope 3: Versteckte CO2-Emissionen in der Wertschöpfungskette
Ab 2027 müssen Unternehmen, die unter die Corporate Social Responsibility Directive (CSRD) fallen, ihre Emissionen messen und in einem Nachhaltigkeitsbericht offenlegen. Unterteilt werden die (CO2-)Emissionen in drei Kategorien, die sogenannten „Scopes“ nach dem Standard des Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protocol oder in Deutsch: THG-Protokoll). Die EU-Reform der CSRD vom April 2026 (das Omnibus-I-Paket) vereinfacht die geforderte Berichtspflicht für europäische Unternehmen umfassend. Das wirkt sich insbesondere auf die Erfassung der Scope 3-Emissionen, den Emissionen in der Wertschöpfungskette aus. Warum auch nicht berichtspflichtige Unternehmen diesen Bereich im Blick behalten sollten, lesen Sie hier.

Zuletzt aktualisiert am: 31.03.2026
Lesezeit: 10 Minuten
Was sind Scope-3-Emissionen?
Scope-3-Emissionen umfassen alle indirekten Emissionen, die nicht im Unternehmen, sondern in dessen Lieferkette entstehen (vorgelagerte Emissionen) oder sich durch die Nutzung der hergestellten Produkte und angebotenen Dienstleistungen bilden (nachgelagerte Emissionen). Sie werden in 15 Kategorien und vor- und nachgelagerten Emissionen unterteilt, die auch „Emissions from Upstream“ und „Emissions from Downstream“ genannt werden. Da Scope-3-Emissionen in den meisten Branchen den größten Anteil an den gesamten CO2-Emissionen eines Unternehmens ausmachen, haben sie einen erheblichen Einfluss auf die CO2-Bilanz. Unternehmen stehen daher vor der Herausforderung, diese Emissionen genau zu messen und zu reduzieren, um ihre Klimaziele zu erreichen.

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Gekaufte Waren und Dienstleistungen
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Kapitalgüter
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Brennstoffe und energiebezogene Aktivitäten (nicht im Scope 1 oder 2 enthalten)
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Transporte und Verteilung (Upstream)
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Abfallaufkommen in Betriebseinrichtungen
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Geschäftsreisen
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Pendelverkehr der Mitarbeiter
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Leased Assets (Upstream)
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Transporte und Verteilung (Downstream)
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Verarbeitung verkaufter Produkte
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Nutzung verkaufter Produkte
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Entsorgung verkaufter Produkte
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Leased Assets (Downstream)
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Franchises
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Investitionen
CO2-Management leicht gemacht
- Persönliche Beratung inkl. Bedarfsanalyse
- TÜV-zertifizierte Software für CO2-Bilanz
- Maßnahmen zur CO2-Reduktion
Diese Scope-3-Kategorien können kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sofort angehen
Für mittelständische Unternehmen, die ihre Scope-3-Emissionen reduzieren möchten, gibt es unter den 15 einige besonders relevante Kategorien, die schnell und effektiv angegangen werden können. Sie bieten eine gute Möglichkeit, erste Erfolge in der Nachhaltigkeitsstrategie zu erzielen und den CO2-Fußabdruck des Unternehmens zu verringern. Langfristig benötigt natürlich jede der 15 Kategorien eine aufmerksame Analyse und einen zugehörigen Maßnahmenkatalog.
Geschäftsreisen
Die Emissionen aus Geschäftsreisen sind oft leicht zu erfassen und zu reduzieren. Mittelständische Unternehmen können hier Richtlinien zur Reduktion von Flugreisen implementieren, verstärkt Videokonferenzen nutzen und umweltfreundlichere Transportmittel wie Bahnfahrten fördern. Damit lassen sich schnell erste Erfolge erzielen.
Pendelverkehr der Mitarbeiter:innen
Der Pendelverkehr der Mitarbeiter:innen ist eine weitere Kategorie, in der Unternehmen Einfluss nehmen können. Hier können Maßnahmen wie die Förderung von Homeoffice-Tagen, die Unterstützung von Fahrrad- und E-Bike-Nutzung oder die Bereitstellung von Job-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr helfen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Auch Anreize für Fahrgemeinschaften oder die Bereitstellung von Elektrofahrzeugen können in Betracht gezogen werden.
Transporte und Verteilung (Upstream und Downstream)
Durch die Wahl umweltfreundlicherer Transportmethoden (E-Fahrzeuge oder effizientere Verbrenner), die Konsolidierung von Lieferungen und die Zusammenarbeit mit nachhaltigeren Logistikpartnern (z. B. Fahrradkuriere oder CO2-neutrale Transportunternehmen) können teils erhebliche Fortschritte erzielt werden, je nachdem wie transportintensiv Produkte und Dienstleistungen sind. Auch die Optimierung der Lagerhaltung zur Vermeidung unnötiger Transporte trägt zur Reduktion bei.
Abfallaufkommen in Betriebseinrichtungen
Die Mülltrennung und Analyse des Müllaufkommens sind ebenfalls relativ einfach umsetzbare Maßnahmen und schaffen ein Bewusstsein für Müllreduktion und Recycling. Durch die anschließende Einführung von Abfallvermeidungsstrategien und effizienteren Recyclingprozessen lässt sich nicht nur der CO2-Fußabdruck verringern, sondern auch Kosten sparen. Eine gute Praxis ist die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter:innen zu nachhaltigen Abfallmanagementpraktiken und die Zusammenarbeit mit Recyclingunternehmen, die umweltfreundliche Lösungen anbieten.
Wann müssen Unternehmen Scope-3-Emissionen dokumentieren?
Die meisten Unternehmen sind nicht dazu verpflichtet, eine CO2-Bilanz vorzulegen oder einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen. Der Schwellenwert für die Berichtspflicht ist daher anders als in der CSRD deutlich angehoben worden und der Berichtspflicht ist ein zeitlicher Aufschub eingeräumt worden. Durch die Reformen des Omnibus-I-Pakets der EU müssen Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 2027 nur dann einen CSRD-konformen Nachhaltigkeitsbericht erstellen, wenn sie diese zwei Kriterien erfüllen:
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mehr als 1.000 Mitarbeitende
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mehr als 450 Mio. Euro Umsatz im Jahr
Zulieferer dieser großen Unternehmen können von ihren Kunden dazu aufgefordert werden, Daten zu liefern. Mit den neuen Reformen müssen diese nur noch im Rahmen des freiwilligen Standards VSME angeliefert werden. In diesem wurde nun festgelegt, dass sich auf öffentliche Quellen und Standardwerte berufen werden kann. Alle darüber hinausgehenden Datenanfragen dürfen Zulieferer nun rechtssicher ablehnen. Mehr zur Nachhaltigkeitsberichterstattung lesen Sie auch in unserem Artikel zur CSRD.
Wichtig: Ist Ihr Unternehmen ein Zulieferer oder Dienstleister eines dieser betroffenen Unternehmen, dann gehören Ihre eigenen Emissionen zu der Lieferkette dieses CSRD-reportingpflichtigen Unternehmens. Durch die Reform von 2026 gilt: Zulieferer, die die genannten Kriterien nicht erfüllen, dürfen auf Schätzungen und öffentlich verfügbare Daten zugreifen, wenn eine direkte Datenerhebung unverhältnismäßig wäre. Datenanfragen über die Anforderungen des VSME dürfen abgelehnt werden.
Beispiel: Ein Automobilhersteller kann ESG-Daten seiner Zulieferer aus Branchenstatistiken ableiten, wenn diese nicht selbst berichtspflichtig sind, wenn sie z. B. weniger als 1000 Mitarbeitende und weniger als 450 Mio. € Nettoumsatz haben.
Übersicht zur CSR-Berichtspflicht ab 2027/2028
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse (DWA)
Die von der CSRD-Richtlinie betroffenen Unternehmen müssen sowohl über die Auswirkungen ihres Geschäfts auf Nachhaltigkeit als auch über die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsaspekten auf ihr Geschäft berichten. Als eine Grundlage hierfür dient die doppelte Wesentlichkeitsanalyse, mit der neben den Emissionszielen weitere kritische Handlungsfelder im Unternehmen identifiziert werden können. Auch für kleine und mittelständische Unternehmen kann das ein gewinnbringender Prozess sein, um strategische Handlungsfelder zu definieren. Durch eine geplante Überarbeitung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) wird die Wesentlichkeitsprüfung voraussichtlich deutlich vereinfacht. Die Anzahl der verpflichtenden Datenpunkte soll stark reduziert werden, wodurch Unternehmen ihren Fokus auf die für sie relevanten und signifikanten ESG-Aspekte legen können.
In unserem Artikel zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse erfahren Sie alles Wissenswerte.
Beispiel: Ein Logistikunternehmen bewertet Klimarisiken, Energieverbrauch und Arbeitsbedingungen als wesentlich – Themen wie Biodiversität oder Gender Diversity können bei geringer Relevanz entfallen.
Sektorspezifische Standards
Im Zuge der ESRS-Reform 2025, die insgesamt zu weniger Pflichtangaben und einer Entlastung insbesondere im Scope-3-Bereich führt, wurde die Einführung von ESRS Set 2 zunächst auf Juni 2026 verschoben. Mit dem neuen Omnibus-Paket mit Wirkung ab dem 18. März 2026 wird sie nun ganz abgeschafft. Dementsprechend gelten die sektorenspezifischen Standards nun als hinfällig. Für alle berichtspflichtigen Unternehmen gelten die allgemeinen ESRS, die bis Herbst 2026 nochmals vereinfacht und um 60 % der bestehenden Datenpunkte reduziert werden sollen. Ein Vorschlag zur Reduktion wurde bereits im Dezember 2025 von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) vorgelegt.
Gute Gründe für weniger Scope-3-Emissionen
Die Emissionen in der Lieferkette sind im Durchschnitt 11,4-mal höher als die direkten Emissionen eines Unternehmens. Das zeigt, wie wichtig es ist, die Wertschöpfungskette zu optimieren und Zulieferer in die Nachhaltigkeitsstrategie einzubeziehen.
75 Prozent der Emissionen entstehen in Scope 3
Laut einer Statistik von Statista aus dem Jahr 2021 entstehen die meisten Emissionen weltweit im Scope 3 – durchschnittlich 75 %. Im europäischen Einzelhandels- und Großhandelssektor machen Scope-3-Emissionen 98 % der CO2-Emissionen aus, was einem Drittel des gesamten europäischen CO2-Fußabdrucks entspricht. Passend dazu besagt eine Studie von McKinsey, dass Konsumgüterunternehmen ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um 92 % reduzieren müssten, um die Klimaziele zu erreichen.
Klimarisiken stellen für Unternehmen und Zulieferer langfristig eine finanzielle Belastung dar: In den nächsten fünf Jahren könnten Umweltschäden wirtschaftliche Auswirkungen von bis zu 1,17 Billionen Euro haben, wie eine Studie der Non-Profit-Organisaiton CDC prognostiziert. Das könnte für Einkäufer zu zusätzlichen Kosten in Höhe von 112 Milliarden Euro führen, weil ihre weltweiten Lieferketten teurer und ineffizienter werden und Versicherungskosten steigen. Sich als Unternehmen von globalen Lieferketten weniger abhängig zu machen, kann sich daher auch finanziell lohnen.
Die Vorteile der Reduktion von Scope-3-Emissionen: Weniger CO2, weniger Kosten
Immer mehr Unternehmer:innen wird bewusst, dass die Reduktion von Scope-3-Emissionen konkrete Vorteile bietet. Eine Studie von Roland Berger für den Schweizer Branchenverband Swissmem zeigt, dass 79 % der Befragten eine Reduktion der Scope-3-Emissionen mit mehr Umweltschutz verbinden. 73 % sehen eine stärkere Marke als Ergebnis, und 53 % glauben, dass ihr Unternehmen dadurch attraktiver für Arbeitnehmende wird. Weitere 55 % nennen die Erwartungen von Investor:innen und 41 % den Druck von Kund:innen als Motivation zur Reduktion von Scope-3-Emissionen.

Vorteile im Überblick
CO2-Reduktion: Die Optimierung der Wertschöpfungskette ermöglicht eine signifikante Reduzierung des CO2-Fußabdrucks, weil Scope 3 den höchsten Anteil von Emissionen umfasst.
Kostensenkung: Ineffiziente Prozesse zu identifizieren und mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, kann zu erheblichen Kosteneinsparungen führen.
Wettbewerbsvorteil: Unternehmen, die proaktiv ihre Scope-3-Emissionen reduzieren, heben sich von der Konkurrenz ab und verbessern ihr Image.
Höhere Kundenzufriedenheit: Maßnahmen zur Emissionsreduzierung können zu einer höheren Zufriedenheit bei den Kund:innen führen.
Erfüllung regulatorischer Anforderungen: Die Reduktion von Scope-3-Emissionen ist in Einklang mit aktuellen und kommenden Gesetzen, von denen Unternehmen direkt und indirekt betroffen sein werden.
Stärkung der Marke: Die CO2-Reduktion stärkt Marke und Reputation und macht das Unternehmen attraktiver für Investor:innen, Kund:innen und Arbeitnehmer:innen.
Besseres Risikomanagement: Die Messung und Analyse hilft, Risiken in der Lieferkette frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.
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Schritte zur Reduktion von Scope-3-Emissionen
Viele Unternehmen möchten die Nachhaltigkeitstransformation vorantreiben. Dabei stehen sie vor der Herausforderung, ihre Emissionen entlang der gesamten Lieferkette zu erfassen und zu analysieren. Eine komplexe Aufgabe, weshalb sich viele bei der Offenlegung ihres Corporate Carbon Footprints auf die Scope-1- (direkte Unternehmensemissionen) und Scope-2-Emissionen (indirekte Unternehmensemissionen) beschränken. Je nach Branche machen diese jedoch nur etwa 10 % der Gesamtemissionen eines Betriebes aus. Wie ein Unternehmen seine CO2 -Bilanz am besten berechnet, hängt von der Branche, den Zielen und den verfügbaren Ressourcen ab. Softwaretools ermöglichen eine präzise Berechnung und zuverlässiges Nachhaltigkeitsmanagement.
Auch Vattenfall geht mit gutem Beispiel voran: Wir haben uns verpflichtet, unsere Scope-1- und Scope-2-CO2-Äquivalente auf 9 g/kWh zu reduzieren, was einer Reduktion von über 90 Prozent entspricht. Im nächsten Schritt werden wir unsere absoluten Scope-3-Emissionen bis 2040 um 90 Prozent verringern, bevor wir die verbleibenden Emissionen durch CO2-Entnahme vollständig neutralisieren. Unser Ziel ist es, bis 2040 Netto-Null zu erreichen.
Berechnen
Die Website des Greenhouse Gas Protocol bietet eine Vielzahl von Berechnungstools und Leitfäden – allerdings in Englisch – an, die speziell auf die unterschiedlichen Kategorien von Scope-3-Emissionen abgestimmt sind. Unternehmen können mithilfe dieser Ressourcen systematisch Daten erheben und ihre indirekten Emissionen präzise berechnen. Der Prozess beginnt mit der Identifikation relevanter Emissionsquellen entlang der Lieferkette, gefolgt von der Sammlung von Primär- oder Sekundärdaten. Anschließend werden die Daten durch spezifische Berechnungsformeln und -faktoren des GHG-Protokolls in Emissionswerte umgewandelt.
Für Unternehmen, die sich noch in der Anfangsphase befinden, kann die Nutzung von sektorenspezifischen Leitfäden und standardisierten Berichtsformaten den Einstieg erheblich erleichtern und dabei helfen, genaue und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen – diese finden Sie auf den Seiten des Greenhouse-Gas-Protokolls.
Messen
Das Messen von Scope-3-Emissionen erfolgt entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Beschaffung über den Transport bis zur Nutzung und Entsorgung von Produkten. Unternehmen müssen Daten von Lieferanten, der Logistik und den Nutzer:innen sammeln und konsolidieren.
Mit spezialisierten Softwarelösungen lassen sich diese Daten effizient erfassen und analysieren. So können Emissions-Hotspots identifiziert und gezielte Reduktionsmaßnahmen eingeleitet werden. Eine kontinuierliche Überwachung ist unerlässlich, um die Fortschritte in der Emissionsreduktion zu messen und die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Berichten
Nach der Messung von Scope-3-Emissionen ist die Berichterstattung der nächste Schritt. Unternehmen sind zunehmend gefordert, ihre indirekten Emissionen offenzulegen, um regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden und das Vertrauen von Stakeholdern zu stärken. Die Berichterstattung sollte klar strukturiert und auf anerkannten Standards wie dem Greenhouse Gas Protocol basieren. Dabei werden die gesammelten Daten zu Scope-3-Emissionen in standardisierte Berichtsformate überführt, die Vergleiche über Zeiträume und Branchen hinweg ermöglichen. Die CSRD-Reform der EU von 2025 reduziert jedoch die verpflichtenden Datenpunkte deutlich, um bis zu 60 %. Quantitative Angaben werden in den Fokus gestellt und optionale Punkte und Textpassagen größtenteils gestrichen. Das wird den administrativen Aufwand deutlich verringern.
Beispiel: Ein Energieversorger muss künftig CO2-Emissionen, Energieverbrauch und Lieferkettenrisiken in standardisierter Form angeben, aber nicht mehr längere Textpassagen zu ESG-Strategien.
Tipp: Vattenfalls Kooperationspartner Plan A bietet eine umfassende Plattform für CO2-Bilanzierung, Dekarbonisierung und ESG-Berichterstattung. Mit dem Lieferanten-Modul können Unternehmen auch die Emissionen ihrer Zulieferer berechnen.
Strategie
Nachdem Unternehmen ihre Scope-3-Emissionen gemessen und darüber berichtet haben, ist der nächste Schritt, daraus eine gezielte Strategie abzuleiten. Die Ergebnisse der Messung und der Berichterstattung aus der CO2-Bilanz dienen als Grundlage für die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse (DWA). Diese ist im Übrigen ein Tool zur Identifikation von CSRD-konformen Nachhaltigkeitsthemen – und für die Strategiebildung. Somit können Unternehmen Prioritäten setzen und sich auf die Maßnahmen fokussieren, die den größten Einfluss auf die Reduktion der Scope-3-Emissionen haben.
Auf Basis dieser Prioritäten können Unternehmen konkrete Reduktionsziele definieren und entsprechende Maßnahmen entwickeln. Dabei sollten sie eng mit ihren Zulieferern zusammenarbeiten, um genaue Daten zu erhalten und gemeinsam nachhaltige Lösungen zu erarbeiten. Die DWA hilft, die Strategie so auszurichten, dass sowohl die regulatorischen Anforderungen erfüllt als auch langfristige Nachhaltigkeitsziele erreicht werden. So entsteht eine fundierte und umsetzbare Strategie, die auf den Erkenntnissen der Messung und der Berichterstattung aufbaut.
Fazit: Scope-3-Emissionen reduzieren – für eine bessere CO2-Bilanz
Die Scope-3-Emissionen machen bei vielen Unternehmen den größten Anteil in der CO2-Bilanz aus, da entlang der Wertschöpfungskette in der Regel die meisten Emissionen anfallen. CSRD-berichtspflichtige Unternehmen sollten daher unbedingt einen Blick auf die Emissionen in ihrer Wertschöpfungskette werfen. Und auch für KMU, die von den Lockerungen bei der CO2-Bilanzierung durch das Omnibus-I-Paket profitieren, kann sich die freiwillige Protokollierung lohnen, z. B. zur Identifikation von Einsparpotenzialen bei eigenen Emissionen oder CO2-Kosten in ihren Lieferketten.
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