Strompreisentwicklung: Sinken 2026 die Strompreise für Unternehmen?
Mit Blick auf geopolitische Unsicherheiten und die Preisschwankungen der Vorjahre bleibt die Entwicklung der Stromkosten 2026 eine entscheidende Frage für Unternehmen. Dieser Artikel erklärt zentrale politische, regulatorische und marktseitige Entwicklungen und was diese für Unternehmen bedeuten.

Letzter Stand: 11. März 2026
Die wichtigsten Preisfaktoren beim Strom 2026:
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Netzentgelte: voraussichtliche Senkung von 1,3 bis 2,4 Cent pro kWh
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Stromsteuer: 2,05 ct/kWh & 0,05 ct/kWh (Produzierendes Gewerbe/Landwirtschaft)
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CO2‑Preis: 55 bis 65 Euro pro Tonne
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Industriestrom Steuererstattung: 5 ct/kWh für 50 % des Verbrauchs energieintensiver Unternehmen
Hinweis: Die Einschätzungen in diesem Artikel basieren auf der Marktlage Anfang März 2026. Durch den Beginn des Konfliktes zwischen den USA, Israel und dem Iran am 28. Februar 2026 haben sich die Rahmenbedingungen am Strommarkt verändert. Aufgrund kurzfristiger Veränderungen kann die tatsächliche Entwicklung von den dargestellten Annahmen abweichen.
Welche gesetzlichen Änderungen am Strompreis stehen an?
Seit Januar 2026 sind mehrere gesetzliche Änderungen in Kraft getreten, die sich auf den Strompreis für Unternehmen auswirken. Sie zielen darauf ab, einzelne Kostenbestandteile zu verringern und die Preisentwicklung insgesamt zu stabilisieren. Gleichzeitig bleiben strukturelle Kostentreiber erhalten, die je nach Branche, Standort und Verbrauchsprofil unterschiedlich ausfallen. Das Zusammenspiel dieser einzelnen Regelungen ist für die Bewertungen der eigenen Stromkosten daher entscheidend:
Senkung der Netzentgelte
Die Bundesregierung reduziert 2026 einmalig die Übertragungsnetzentgelte. Mit 6,5 Mrd. Euro sollen die Netzentgelte durchschnittlich zwischen 1,3 - 2,4 ct/kWh gesenkt werden. Die tatsächliche Ersparnis hängt vom Standort, vom Verteilnetzbetreiber und der Zählerart ab: Bei SLP-Zählern etwa davon, ob Eintarifzähler oder intelligente Messsysteme genutzt werden, und bei RLM-Zählern spielen zusätzlich Faktoren wie Spannungsebene, Benutzungsstunden und Leistungspreis. Die Netzentgelte machen damit auch weiterhin einen großen Anteil am Strompreis aus. Zudem erfordert der Ausbau von erneuerbaren Energien umfangreiche Investition in die Netze und Systeme. Dazu gehört die Erneuerung bestehender Netze und den Neubau von Leitungen u. a. zur Netzanbindung von Offshore-Windparks. Auch der Neubau von Gaskraftwerken für die Versorgungssicherheit wird über die Netzentgelte mitfinanziert. Langfristig ist aufgrund des Investitionsbedarfs, mit steigenden Netz- und Systemkosten zu rechnen. Gleichzeitig soll der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien die Erzeugungskosten senken.

Weitere Steuern und Umlagen
Umlagen, wie die KWKG‑Umlage (Kraft‑Wärme‑Kopplung), steigen 2026 um 61 % auf 0,446 ct/kWh, die Offshore‑Netzumlage erhöht sich um rund 15 %. Diese Komponenten machen zusammen mit den Steuern weiterhin einen relevanten Teil des Endkundenpreises aus.
Stromsteuersenkung
Für die meisten KMU und alle privaten Haushalte bleibt die Stromsteuer wie im Vorjahr bei 2,05 ct/kWh. Für das produzierende Gewerbe und die Landwirtschaft galt bereits seit 2024 eine temporäre Absenkung des Steuersatzes auf 0,05 ct/kWh. Diese Absenkung gilt nun zeitlich unbegrenzt, was für eine bessere Planbarkeit sorgt, muss aber von den Unternehmen beim zuständigen Hauptzollamt beantragt werden.
CO2‑Preis
Seit 2026 wechselt die Bepreisung der Emissionszertifikate für Treibhausgase von einem Fixpreis (55 €/t) zu einem Auktionsmodell mit einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne. Das heißt, die Zertifikate werden versteigert, sodass sich der CO2‑Preis innerhalb dieses Korridors stärker an Angebot und Nachfrage orientiert. Dies kann vor allem die Preise für Strom aus fossilen Energieträgern erhöhen, da deren CO2‑Kosten künftig schwanken und bei knapperem Angebot oder hoher Nachfrage tendenziell steigen können. Das Auktionsmodell mit einem Korridor von 55 bis 65 €/t CO2 steigert die Grenzkosten fossiler Kraftwerke. Die steigenden Preise für Emissionen werden auch in den Strompreisen zu spüren sein.
Industriestrompreis
Seit 2026 gilt in Deutschland erstmals ein staatlich subventionierter Industriestrompreis. Vorerst bis 2028 sollen die Stromkosten besonders energieintensiver Unternehmen teilweise gedeckelt werden. Berechtigt sind Unternehmen aus 91 Branchen mit stromintensiver Produktion und einem jährlichen Verbrauch über 1.000.000 kWh. Der Großteil des Stroms muss dabei für die Produktion genutzt werden. Die Unternehmen erhalten bis zu 50 % ihres Jahresverbrauchs zu einem Arbeitspreis von 5 ct/kWh. Mehr zu den Bedingungen finden Sie in unserem Artikel zum Industriestrompreis.
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Nach den teils starken Preisschwankungen der Jahre 2022 bis 2024 hat sich der Strommarkt deutlich beruhigt. Bereits 2025 war eine zunehmende Stabilisierung erkennbar, die sich Anfang 2026 durch sinkende Netzentgelte und ein ruhiges Beschaffungsumfeld fortgesetzt hat. Im historischen Vergleich bleiben die Strompreise aber auf einem erhöhten Niveau.
Durch den Irankonflikt seit Ende Februar hat sich die Situation wieder verändert. Zwar reagiert der Strommarkt weniger sensibel als der Gasmarkt auf die geopolitischen Spannungen. Allerdings erfolgt ein Teil der Stromerzeugung weiterhin über Gaskraftwerke, wodurch der Strompreis indirekt beeinflusst wird (Merit-Order-Effekt). Sollte der Konflikt anhalten und die Gaspreise dadurch weiter steigen, könnte sich dies im weiteren Jahresverlauf auch auf die Börsenpreise für Strom auswirken.
Nachfrageentwicklung
Die zunehmende Elektrifizierung von Wärme und die Elektromobilität erhöhen den Strombedarf ebenso, wie der zu erwartende Aufbau von Rechenzentren für den steigenden KI-Bedarf.
Preisentwicklung an den Strombörsen 2026
Die Preise an den Strombörsen zeigen für das aktuelle Lieferjahr weiterhin Bewegung. Für kurzfristige Lieferverträge mit Beginn im Jahr 2026 ist bereits ein deutlicher Preissprung zu sehen. Mittel- und langfristige Verträge (mit Lieferbeginn ab 2027 und 2028) sind aktuell noch nicht so stark betroffen. Sollte der Konflikt im Iran jedoch länger andauern und die Gaspreise weiter steigen, könnten auch diese Lieferzeiträume zunehmend unter Aufwärtsdruck geraten.
Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheit und Volatilität am Energiemarkt, sollten Unternehmen 2026 ihre bestehenden Stromverträge prüfen und sich mit Energiepreisgarantien gegen steigende Preise absichern.
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Produzierendes Gewerbe und Industrie
Unternehmen dieser Branchen profitieren am stärksten von den politischen Entscheidungenund können eine Steuererstattung von 2 ct/kWh für die Stromsteuer beantragen, wodurch sie effektiv auf 0,05 ct/kWh sinkt, wenn der Großteil des Stroms für die Produktion genutzt wird. Energieintensive Betriebe können außerdem 50 % ihres verbrauchten Stroms zum neuen Industriestrompreis von 5 ct/kWh erhalten.
Handel, Gastronomie und Dienstleistungen
Kleine und mittlere Unternehmen im Handel, der Gastronomie und im Dienstleistungssektor profitieren hauptsächlich von der einmaligen Senkung der Netzentgelte. Für sie kann es sich lohnen nach einem günstigeren Tarif zu schauen, da auch die Strompreise insgesamt dieses Jahr etwas gefallen sind.
Landwirtschaft
Agrar‑ und Forstwirtschaftsbetriebe profitieren ebenfalls von der ermäßigten Stromsteuer von 0,05 ct/kWh. Durch die Senkung der Netzentgelte besteht auch hier eine Möglichkeit zur Reduzierung der Kosten.

Stromvertrag prüfen
Laufzeit, Preisbindung und Kündigungsfristen rechtzeitig überprüfen und Angebote einholen, bevor ein Vertrag verlängert wird.
Stromverbrauch senken
Stromkosten senken durch effiziente Anlagen, moderne Antriebstechnik, LED-Beleuchtung sowie intelligente Steuerungs- und Lastmanagementsysteme.
Strom selbst erzeugen
In erneuerbare Energien wie Photovoltaik zu investieren, lohnt sich immer - besonders für Agrar-Unternehmen oder Firmen mit eigenem Land oder Gebäuden.

Unternehmen mit auslaufenden Verträgen
Beobachten Sie die Marktsituation sorgfältig. Langfristige Festpreise können Schutz bieten, sollten aber im aktuell volatilen Umfeld mit Bedacht gewählt werden. Wir beraten Sie gern individuell.
Fazit: Stabilisierung des Strommarktes unterbrochen
Der Strommarkt zeigte Anfang 2026 Anzeichen weiterer Stabilisierung unterstützt durch Subventionen, Steuererleichterungen und den Ausbau erneuerbarer Energien. Durch den Konflikt im nahen Osten ist das Risiko für höhere Strompreise gestiegen. Unternehmen sollten ihre bestehenden Stromverträge daher prüfen und sich mit Energiepreisgarantien gegen steigende Preise absichern.
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