Strompreisentwicklung: Sinken 2026 die Strompreise für Unternehmen?
Mit Blick auf die Preisschwankungen der Vorjahre bleibt die Entwicklung der Stromkosten 2026 eine entscheidende Frage für Unternehmen. Dieser Artikel erklärt zentrale politische, regulatorische und marktseitige Entwicklungen und was diese für Unternehmen bedeutet.

Die wichtigsten Preisfaktoren beim Strom 2026:
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Netzentgelte: voraussichtliche Senkung von 1,3 – 2,4 Cent pro kWh
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Stromsteuer: 2,05 ct/kWh / 0,05 ct/ kWh (Produzierendes Gewerbe/Landwirtschaft)
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CO2‑Preis: 55 bis 65 Euro pro Tonne
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Industriestrom Steuererstattung: 5 ct/ kWh für 50% des Verbrauchs energieintensiver Unternehmen
Hinweis: Dieser Artikel enthält Einschätzungen und Prognosen zur Strompreisentwicklung, die auf aktuell verfügbaren Marktdaten und rechtlichen Rahmenbedingungen basieren. Aufgrund möglicher wirtschaftlicher, politischer oder regulatorischer Veränderungen kann die tatsächliche Entwicklung von den dargestellten Annahmen abweichen.
Welche gesetzlichen Änderungen am Strompreis stehen an?
Seit Januar 2026 sind mehrere gesetzliche Änderungen in Kraft getreten, die sich auf den Strompreis für Unternehmen auswirken. Sie zielen darauf ab, einzelne Kostenbestandteile zu verringern und die Preisentwicklung insgesamt zu stabilisieren. Gleichzeitig bleiben strukturelle Kostentreiber erhalten, die je nach Branche, Standort und Verbrauchsprofil unterschiedlich ausfallen. Das Zusammenspiel dieser einzelnen Regelungen ist für die Bewertungen der eigenen Stromkosten daher entscheidend:
Senkung der Netzentgelte
Die Bundesregierung reduziert 2026 einmalig die Übertragungsnetzentgelte. Mit 6,5 Mrd. Euro sollen die Netzentgelte durchschnittlich zwischen 1,3 - 2,4 ct/kWh gesenkt werden. Die tatsächliche Ersparnis hängt vom Standort, vom Verteilnetzbetreiber und der Zählerart ab: Bei SLP-Zählern etwa davon, ob Eintarifzähler oder intelligente Messsysteme genutzt werden, und bei RLM-Zählern spielen zusätzlich Faktoren wie Spannungsebene, Benutzungsstunden und Leistungspreis. Die Netzentgelte machen damit auch weiterhin einen großen Anteil am Strompreis aus. Zudem erfordert der Ausbau von erneuerbaren Energien umfangreiche Investition in die Netze und Systeme. Dazu gehört die Erneuerung bestehender Netze und den Neubau von Leitungen u. a. zur Netzanbindung von Offshore-Windparks. Auch der Neubau von Gaskraftwerken für die Versorgungssicherheit wird über die Netzentgelte mitfinanziert. Langfristig ist aufgrund des Investitionsbedarfs, mit steigenden Netz- und Systemkosten zu rechnen. Gleichzeitig soll der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien die Erzeugungskosten senken.

Weitere Steuern und Umlagen
Umlagen, wie die KWKG‑Umlage (Kraft‑Wärme‑Kopplung), steigen 2026 um 61 % auf 0,446 ct/kWh, die Offshore‑Netzumlage erhöht sich um rund 15 %. Diese Komponenten machen zusammen mit den Steuern weiterhin einen relevanten Teil des Endkundenpreises aus.
Stromsteuersenkung
Für die meisten KMU und alle privaten Haushalte bleibt die Stromsteuer wie im Vorjahr bei 2,05 ct/kWh. Für das produzierende Gewerbe und die Landwirtschaft galt bereits seit 2024 eine temporäre Absenkung des Steuersatzes auf 0,05 ct/kWh. Diese Absenkung gilt nun zeitlich unbegrenzt, was für eine bessere Planbarkeit sorgt, muss aber von den Unternehmen beim zuständigen Hauptzollamt beantragt werden.
CO2‑Preis
Seit 2026 wechselt die Bepreisung der Emissionszertifikate für Treibhausgase von einem Fixpreis (55 €/t) zu einem Auktionsmodell mit einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne. Das heißt, die Zertifikate werden versteigert, sodass sich der CO2‑Preis innerhalb dieses Korridors stärker an Angebot und Nachfrage orientiert. Dies kann vor allem die Preise für Strom aus fossilen Energieträgern erhöhen, da deren CO2‑Kosten künftig schwanken und bei knapperem Angebot oder hoher Nachfrage tendenziell steigen können. Das Auktionsmodell mit einem Korridor von 55 bis 65 €/t CO2 steigert die Grenzkosten fossiler Kraftwerke. Die steigenden Preise für Emissionen werden auch in den Strompreisen zu spüren sein.
Industriestrompreis
Seit 2026 gilt in Deutschland erstmals ein staatlich subventionierter Industriestrompreis. Vorerst bis 2028 sollen die Stromkosten besonders energieintensiver Unternehmen teilweise gedeckelt werden. Berechtigt sind Unternehmen aus 91 Branchen mit stromintensiver Produktion und einem jährlichen Verbrauch über 1.000.000 kWh. Der Großteil des Stroms muss dabei für die Produktion genutzt werden. Die Unternehmen erhalten bis zu 50 % ihres Jahresverbrauchs zu einem Arbeitspreis von 5 ct/kWh. Mehr zu den Bedingungen finden Sie in unserem Artikel zum Industriestrompreis.
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Nach den teils starken Preisschwankungen der Jahre 2022 bis 2024 hat sich der Strommarkt deutlich beruhigt. Bereits 2025 war eine zunehmende Stabilisierung erkennbar, die sich 2026 unter den aktuellen Rahmenbedingungen voraussichtlich fortsetzt.
Für kleinere Unternehmen und Gewerbebetriebe bedeutet das vor allem eine höhere Planbarkeit der Stromkosten. Entlastend wirken in vielen Netzgebieten sinkende Netzentgelte sowie ein insgesamt ruhigeres Beschaffungsumfeld. Gleichzeitig bewegen sich die Strompreise weiterhin auf einem Niveau, das im historischen Vergleich erhöht bleibt.
Anders als beim Gas sind die Risiken durch geopolitische Entwicklungen und kurzfristige Wetterextreme derzeit etwas geringer, vollständig ausschließen lassen sich Markteinflüsse jedoch nicht. Zudem hängen die tatsächlichen Stromkosten weiterhin stark vom individuellen Verbrauchsprofil, dem Standort und der Vertragsgestaltung ab.
Nachfrageentwicklung
Die zunehmende Elektrifizierung von Wärme und die Elektromobilität erhöhen den Strombedarf ebenso, wie der zu erwartende Aufbau von Rechenzentren für den steigenden KI-Bedarf.
Preisentwicklung an den Strombörsen 2026
Die Preise an den Strombörsen zeigen für das Lieferjahr 2026 weiterhin Bewegung. Mit Blick auf die Vorjahre deutet das aktuelle Niveau der Spot- und Forward-Preise jedoch eher auf eine Phase der Marktberuhigung als auf neue extreme Ausschläge hin.
Wie auch schon in den letzten Jahren gilt auch 2026 für Unternehmen, nicht auf günstigere Preise zu warten, sondern bestehende Stromverträge zu prüfen und an das aktuelle Marktumfeld anzupassen.
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Produzierendes Gewerbe und Industrie
Unternehmen dieser Branchen profitieren am stärksten von den politischen Entscheidungenund können eine Steuererstattung von 2 ct/kWh für die Stromsteuer beantragen, wodurch sie effektiv auf 0,05 ct/kWh sinkt, wenn der Großteil des Stroms für die Produktion genutzt wird. Energieintensive Betriebe können außerdem 50 % ihres verbrauchten Stroms zum neuen Industriestrompreis von 5 ct/kWh erhalten.
Handel, Gastronomie und Dienstleistungen
Kleine und mittlere Unternehmen im Handel, der Gastronomie und im Dienstleistungssektor profitieren hauptsächlich von der einmaligen Senkung der Netzentgelte. Für sie kann es sich lohnen nach einem günstigeren Tarif zu schauen, da auch die Strompreise insgesamt dieses Jahr etwas gefallen sind.
Landwirtschaft
Agrar‑ und Forstwirtschaftsbetriebe profitieren ebenfalls von der ermäßigten Stromsteuer von 0,05 ct/kWh. Durch die Senkung der Netzentgelte besteht auch hier eine Möglichkeit zur Reduzierung der Kosten.

Stromvertrag prüfen
Laufzeit, Preisbindung und Kündigungsfristen rechtzeitig überprüfen und Angebote einholen, bevor ein Vertrag verlängert wird.
Stromverbrauch senken
Stromkosten senken durch effiziente Anlagen, moderne Antriebstechnik, LED-Beleuchtung sowie intelligente Steuerungs- und Lastmanagementsysteme.
Strom selbst erzeugen
In erneuerbare Energien wie Photovoltaik zu investieren, lohnt sich immer - besonders für Agrar-Unternehmen oder Firmen mit eigenem Land oder Gebäuden.
Fazit: Stabilisierung des Strommarktes schreitet voran
Die Strompreise zeigen Anfang 2026 weitere Anzeichen von Stabilität und deuten auf geringere Preisschwankungen hin. Unterstützt durch Subventionen, Steuererleichterungen und den Ausbau erneuerbarer Energien kann von einer geringfügigen Entlastung für Unternehmen ausgegangen werden. Dennoch sorgen CO2-Abgaben und volatile Fossilpreise für Unsicherheiten. Unternehmen sollten deshalb in Energieeffizienz investieren und ihre Stromtarife prüfen, um von den derzeit attraktiven Beschaffungspreisen zu profitieren.
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