Strompreisentwicklung: Sinken 2026 die Strompreise für Unternehmen?
Mit Blick auf geopolitische Unsicherheiten und die Preisschwankungen der Vorjahre bleibt die Entwicklung der Stromkosten 2026 eine entscheidende Frage für Unternehmen. Dieser Artikel erklärt zentrale politische, regulatorische und marktseitige Entwicklungen und was diese für Unternehmen bedeuten.

Zuletzt aktualisiert am: 18.5.2026
Lesedauer: 8 Minuten
Die wichtigsten Preisfaktoren beim Strom 2026:
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Netzentgelte: voraussichtliche Senkung von 1,3 bis 2,4 Cent pro kWh
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Stromsteuer: 2,05 ct/kWh & 0,05 ct/kWh (Produzierendes Gewerbe/Landwirtschaft)
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CO2‑Preis: 55 bis 65 Euro pro Tonne
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Industriestrom Steuererstattung: 5 ct/kWh für 50 % des Verbrauchs energieintensiver Unternehmen
Hinweis: Die Einschätzungen in diesem Artikel basieren auf der Marktlage im Mai 2026. Durch den Beginn des Konfliktes zwischen den USA, Israel und dem Iran am 28. Februar 2026 haben sich die Rahmenbedingungen am Strommarkt verändert. Aufgrund kurzfristiger Veränderungen kann die tatsächliche Entwicklung von den dargestellten Annahmen abweichen.
Nach den teils starken Preisschwankungen der Jahre 2022 bis 2024 hat sich der Strommarkt deutlich beruhigt. Bereits 2025 war eine zunehmende Stabilisierung erkennbar, die sich Anfang 2026 durch sinkende Netzentgelte und ein ruhiges Beschaffungsumfeld fortgesetzt hat. Im historischen Vergleich bleiben die Strompreise aber auf einem erhöhten Niveau. Seit Ende Februar 2026 hat der Irankonflikt die Marktlage verändert. Die Auswirkungen auf den Strompreis lesen Sie im folgenden Abschnitt zur aktuellen Preisentwicklung.
Nachfrageentwicklung
Die zunehmende Elektrifizierung von Wärme und die Elektromobilität erhöhen den Strombedarf ebenso, wie der zu erwartende Aufbau von Rechenzentren für den steigenden KI-Bedarf.
Preisentwicklung an den Strombörsen 2026
Die Preise an den Strombörsen zeigen für das aktuelle Lieferjahr weiterhin Bewegung. Für kurzfristige Lieferverträge mit Beginn im Jahr 2026 ist bereits ein deutlicher Preissprung zu sehen. Mittel- und langfristige Verträge (mit Lieferbeginn ab 2027 und 2028) sind aktuell noch nicht so stark betroffen.
Entwicklung der Beschaffungspreise für Strom 2020 – 2026*
*Hinweis zu den dargestellten Kursen: Die hier gezeigten Preisverläufe beziehen sich auf Börsenpreise am Terminmarkt. Die tatsächlich angebotenen Preise können je nach Beschaffungszeitpunkt, Abnahmestruktur, Verbrauchsprofil und aktueller Marktsituation abweichen.
Aktuelle Strompreisentwicklung: Stand Mai 2026
Ein deutlicher Preisanstieg im März und April 2026 zeigt, wie stark der Markt aktuell auf kurzfristige Einflüsse reagiert: auf Unsicherheiten in der Erzeugung (Wetterlage, Kraftwerksverfügbarkeit), auf CO₂-Preise und auf geopolitische Entwicklungen.
Steigende Gaspreise wirken sich über das sogenannte Merit-Order-Prinzip direkt auf den Strompreis aus. Am Strommarkt gilt: Das teuerste Kraftwerk, das gerade noch gebraucht wird, um die Nachfrage zu decken, bestimmt den Preis für alle. Obwohl Gaskraftwerke in Deutschland nur rund 10 bis 15 % der Stromerzeugung ausmachen, sind sie häufig genau dieses preisbestimmende Kraftwerk, insbesondere bei geringer erneuerbarer Erzeugung oder hoher Nachfrage. Entsprechend führen steigende Gaspreise unmittelbar zu höheren Strompreisen.
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Welche gesetzlichen Änderungen am Strompreis stehen an?
Seit Januar 2026 sind mehrere gesetzliche Änderungen in Kraft getreten, die sich auf den Strompreis für Unternehmen auswirken. Sie zielen darauf ab, einzelne Kostenbestandteile zu verringern und die Preisentwicklung insgesamt zu stabilisieren. Gleichzeitig bleiben strukturelle Kostentreiber erhalten, die je nach Branche, Standort und Verbrauchsprofil unterschiedlich ausfallen. Das Zusammenspiel dieser einzelnen Regelungen ist für die Bewertungen der eigenen Stromkosten daher entscheidend:
Senkung der Netzentgelte
Die Bundesregierung reduziert 2026 einmalig die Übertragungsnetzentgelte. Mit 6,5 Mrd. Euro sollen die Netzentgelte durchschnittlich zwischen 1,3 - 2,4 ct/kWh gesenkt werden. Die tatsächliche Ersparnis hängt vom Standort, vom Verteilnetzbetreiber und der Zählerart ab: Bei SLP-Zählern etwa davon, ob Eintarifzähler oder intelligente Messsysteme genutzt werden, und bei RLM-Zählern spielen zusätzlich Faktoren wie Spannungsebene, Benutzungsstunden und Leistungspreis. Die Netzentgelte machen damit auch weiterhin einen großen Anteil am Strompreis aus. Zudem erfordert der Ausbau von erneuerbaren Energien umfangreiche Investition in die Netze und Systeme. Dazu gehört die Erneuerung bestehender Netze und den Neubau von Leitungen u. a. zur Netzanbindung von Offshore-Windparks. Auch der Neubau von Gaskraftwerken für die Versorgungssicherheit wird über die Netzentgelte mitfinanziert. Langfristig ist aufgrund des Investitionsbedarfs, mit steigenden Netz- und Systemkosten zu rechnen. Gleichzeitig soll der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien die Erzeugungskosten senken.

Weitere Steuern und Umlagen
Umlagen, wie die KWKG‑Umlage (Kraft‑Wärme‑Kopplung), steigen 2026 um 61 % auf 0,446 ct/kWh, die Offshore‑Netzumlage erhöht sich um rund 15 %. Diese Komponenten machen zusammen mit den Steuern weiterhin einen relevanten Teil des Endkundenpreises aus.
Stromsteuersenkung
Für die meisten KMU und alle privaten Haushalte bleibt die Stromsteuer wie im Vorjahr bei 2,05 ct/kWh. Für das produzierende Gewerbe und die Landwirtschaft galt bereits seit 2024 eine temporäre Absenkung des Steuersatzes auf 0,05 ct/kWh. Diese Absenkung gilt nun zeitlich unbegrenzt, was für eine bessere Planbarkeit sorgt, muss aber von den Unternehmen beim zuständigen Hauptzollamt beantragt werden.
CO2‑Preis
Seit 2026 wechselt die Bepreisung der Emissionszertifikate für Treibhausgase von einem Fixpreis (55 €/t) zu einem Auktionsmodell mit einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne. Das heißt, die Zertifikate werden versteigert, sodass sich der CO2‑Preis innerhalb dieses Korridors stärker an Angebot und Nachfrage orientiert. Dies kann vor allem die Preise für Strom aus fossilen Energieträgern erhöhen, da deren CO2‑Kosten künftig schwanken und bei knapperem Angebot oder hoher Nachfrage tendenziell steigen können. Das Auktionsmodell mit einem Korridor von 55 bis 65 €/t CO2 steigert die Grenzkosten fossiler Kraftwerke. Die steigenden Preise für Emissionen werden auch in den Strompreisen zu spüren sein.
Industriestrompreis
Seit 2026 gilt in Deutschland erstmals ein staatlich subventionierter Industriestrompreis. Vorerst bis 2028 sollen die Stromkosten besonders energieintensiver Unternehmen teilweise gedeckelt werden. Berechtigt sind Unternehmen aus 91 Branchen mit stromintensiver Produktion und einem jährlichen Verbrauch über 1.000.000 kWh. Der Großteil des Stroms muss dabei für die Produktion genutzt werden. Die Unternehmen erhalten bis zu 50 % ihres Jahresverbrauchs zu einem Arbeitspreis von 5 ct/kWh. Mehr zu den Bedingungen finden Sie in unserem Artikel zum Industriestrompreis.
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Produzierendes Gewerbe und Industrie
Unternehmen dieser Branchen profitieren am stärksten von den politischen Entscheidungen und können eine Steuererstattung von 2 ct/kWh für die Stromsteuer beantragen, wodurch sie effektiv auf 0,05 ct/kWh sinkt, wenn der Großteil des Stroms für die Produktion genutzt wird. Energieintensive Betriebe können außerdem 50 % ihres verbrauchten Stroms zum neuen Industriestrompreis von 5 ct/kWh erhalten.
Handel, Gastronomie und Dienstleistungen
Kleine und mittlere Unternehmen im Handel, der Gastronomie und im Dienstleistungssektor profitieren hauptsächlich von der einmaligen Senkung der Netzentgelte. Für sie kann es sich lohnen nach einem günstigeren Tarif zu schauen.
Landwirtschaft
Agrar‑ und Forstwirtschaftsbetriebe profitieren ebenfalls von der ermäßigten Stromsteuer von 0,05 ct/kWh. Durch die Senkung der Netzentgelte besteht auch hier eine Möglichkeit zur Reduzierung der Kosten.

Stromvertrag prüfen
Laufzeit, Preisbindung und Kündigungsfristen rechtzeitig überprüfen und Angebote einholen, bevor ein Vertrag verlängert wird.
Stromverbrauch senken
Stromkosten senken durch effiziente Anlagen, moderne Antriebstechnik, LED-Beleuchtung sowie intelligente Steuerungs- und Lastmanagementsysteme.
Strom selbst erzeugen
In erneuerbare Energien wie Photovoltaik zu investieren, lohnt sich immer - besonders für Agrar-Unternehmen oder Firmen mit eigenem Land oder Gebäuden.

Unternehmen mit auslaufenden Verträgen
Beobachten Sie die Marktsituation sorgfältig. Längere Laufzeiten können im aktuellen Marktumfeld Planungssicherheit bieten. Wir beraten Sie gern individuell.
Preisrisiken beim Strom: Was Unternehmen jetzt bedenken sollten
Die aktuelle Marktlage stellt Unternehmen vor eine konkrete Entscheidung: Energievertrag jetzt abschließen oder auf günstigere Preise warten? Die folgenden Einschätzungen unterstützen Sie dabei, das aktuelle Marktrisiko realistisch zu bewerten und die Laufzeit gezielt zu wählen.
Ist Abwarten die richtige Strategie?
Abwarten ist aktuell mit erhöhten Risiken verbunden. Die geopolitische Lage bleibt fragil, und bereits kleinere Eskalationen können erneute Preisanstiege auslösen. Einschränkungen im LNG-Markt, etwa durch beschädigte Infrastruktur, verzögerte Lieferketten oder Unsicherheiten bei Transportwegen wie der Straße von Hormus, wirken über den bereits beschriebenen Merit-Order-Mechanismus direkt auf den Strompreis. Hinzu kommt, dass Europa perspektivisch wieder vor der Speicherbefüllung für den Winter 2026/27 steht, was die Gasnachfrage und damit auch den Strompreis zusätzlich belasten kann.
Kurzfristige Preisrückgänge sind zwar möglich, etwa bei einer zeitnahen Entspannung der Lage durch stabile Transportwege oder eine diplomatische Einigung. Erfahrungsgemäß sind solche Rückgänge jedoch begrenzter und weniger dauerhaft als Preisanstiege in Krisensituationen. Preisanstiege entstehen oft aus akuter Unsicherheit; Preisrückgänge brauchen Zeit, Vertrauen und eine tatsächliche Entspannung der Versorgungslage.
Warum unterscheiden sich die Preise je nach Vertragslaufzeit?
Kurzfristige Produkte, also Lieferverträge für das Jahr 2027, sind aktuell stärker von den beschriebenen Marktspannungen betroffen als langfristige. Längere Laufzeiten von 24 oder 36 Monaten beziehen neben 2027 auch die Folgejahre mit ein, die der Terminmarkt derzeit deutlich stabiler bewertet. Daraus ergibt sich häufig ein geglätteter Durchschnittspreis, der weniger stark von kurzfristigen Preisspitzen geprägt ist.
Welche Laufzeit ist im aktuellen Marktumfeld sinnvoll?
Längere Laufzeiten reduzieren das Risiko, zu einem späteren Zeitpunkt erneut in einem volatilen Marktumfeld beschaffen zu müssen. Während ein 12-monatiger Vertrag stark vom aktuell angespannten Preisniveau geprägt ist, können längere Laufzeiten die stabileren Preisniveaus der Folgejahre einbeziehen und so zu einer verlässlicheren Kalkulationsbasis beitragen.
Fazit: Stabilisierung des Strommarktes unterbrochen
Der Strommarkt zeigte Anfang 2026 Anzeichen von Stabilisierung, unterstützt durch Subventionen, Steuererleichterungen und den Ausbau erneuerbarer Energien. Durch den Konflikt im Nahen Osten ist das Risiko für höhere Strompreise jedoch gestiegen. Der Terminmarkt zeigt, dass kurzfristige Produkte deutlich stärker auf diese Unsicherheiten reagieren als langfristige Lieferjahre. Eine frühzeitige Preisfixierung, idealerweise in Kombination mit einer längeren Laufzeit, kann dabei helfen, das aktuelle Preisniveau zu sichern, Preisspitzen zu vermeiden und eine stabile Kalkulationsbasis zu schaffen.
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