5 Bausteine für ein kostengünstiges Stromsystem der Zukunft

Solaranlagen von oben

Wie sich Unternehmen optimal auf die Energiewende einstellen und sogar daran verdienen können. Der Strommarkt ist unübersichtlich geworden. Neue Regeln, Trends und Akteure verändern historisch gewachsene Marktmechanismen. Zeit für Gewerbetreibende und Industrieunternehmen, eingespielte Strategien und Geschäftsmodelle neu zu bewerten.

Gesetzlicher Rahmen

Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind klar abgesteckt:

  • Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 % und bis 2050 um mindestens 80 % (gegenüber 1990),
  • Senkung des Primärenergieverbrauchs um mindestens 20 % bis 2020 und 50 % bis 2050 (gegenüber 2008) sowie
  • Steigerung der Energieproduktivität um durchschnittlich 2,1 % pro Jahr.

Herausforderungen für Gewerbe und Industrie

  1. Strom günstig einkaufen
    Durch den Einspeisevorrang von Erneuerbaren Energien ins Netz kommt es wetterbedingt zeitweise zu einem Überangebot von Strom im Netz – und damit zu sehr günstigen Preisen. Für Unternehmen, die viel Strom verbrauchen, kann es sehr verlockend sein, in Zeiten niedriger Strompreise mehr Strom zu verbrauchen als in Zeiten hoher Strompreise. Voraussetzung dafür sind neue Betriebsführungskonzepte, angebotsorientierte Stromtarife und digitale Zähler. Wichtig ist, bei der Planung neuer Anlagen und Prozesse flexible Energiespar-Möglichkeit zu berücksichtigen. Denn durch das "Flex-Efficiency"- Konzept, entwickelt vom Thinktank Agora Energiewende, können Energiekosten deutlich sinken. 
     
  2. Strom effizient nutzen

    Voraussetzung für die Steigerung der Energieeffizienz im Betrieb sind technische Innovationen und langfristige Investitionen. Mittelfristig halten Energieforscher der Fraunhofer Gesellschaft in der gesamten industriellen Produktion Einsparungen von 25 bis 30 Prozent für möglich. Das entspricht etwa der Hälfte des Stromverbrauchs privater Haushalte in Deutschland (zur Studie). Bundesweit gründen sich Unternehmens-Netzwerke, um dieses Potential zu nutzen.
     

  3. Strom selbst produzieren und verbrauchen
    Fotovoltaik und Kraft-Wärme-Kopplung machen es möglich: Unternehmen können in Eigenregie Strom produzieren. Wie sich die Selbstversorgung rechnet, hängt von der technischen Anlagen-Effizienz ab und davon, wie viel Eigenstrom vor Ort verbraucht bzw. ins Netz eingespeist wird.
     
  4. Speicher
    Das Stromnetz der Zukunft braucht neue Speichermöglichkeiten, um vor allem kurzfristige Schwankungen im Angebot der Erneuerbaren Energien auszugleichen. Unternehmen eröffnet dies neue Geschäftsfelder im Bereich Kurzzeitspeicher. Betriebe, die Batterien, Kühlhäuser oder KWK-Anlagen betreiben, können künftig mit Regelenergie Geld verdienen. Die technischen Voraussetzungen sollten sie mit dem Netzbetreiber regeln.
     
  5. E-Mobilität
    Der Fuhrpark ist ein wichtiger Teil der Außendarstellung. Unternehmen, die auf Elektromobilität umstellen, zeigen, dass sie sich für den Klimaschutz einsetzen. Gleichzeitig können die Fahrzeug-Batterien über Mittag Solarstrom vom Dach der Produktionshalle speichern und so den Eigenverbrauch der Solarstromanlagen erhöhen.

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