Messen und reduzieren Sie Ihre Scope-3-Emissionen

So ermitteln Unternehmen den CO₂-Fußabdruck ihrer Lieferanten

Lieferketten sind für 92 Prozent des CO₂-Fußabdrucks von Unternehmen verantwortlich. So entstehen indirekte Treibhausgasemissionen. Diese werden auch Scope-3-Emissionen (eng. Scope 3 / indirect emissions) genannt. Betriebe verstehen zunehmend die Notwendigkeit, ihre CO₂ -Emissionen zu reduzieren. Auf diesem Weg können sie dazu beitragen, den Gesamtausstoß von Treibhausgasen zu verringern und die Klimaziele zu erreichen. Doch wie können Unternehmen, die ihre Zulieferer nicht direkt kontrollieren, deren Emissionen messen und reduzieren? Dafür braucht es ein umfassendes Verständnis – und die richtigen Tools.

Inhaltsverzeichnis:

1. Definition: Was sind „Scope-3-Emissionen“?

2. Gute Gründe für weniger Scope-3-Emissionen

3. Die Zahlen zeigen: Ein Umdenken lohnt sich

4. Wie berechne ich die Scope-3-Emissionen meines Unternehmens?

5. Scope-3-Emissionen in der Lieferkette messen und reduzieren

6. Scope-3-Emissionen für nachhaltiges Wirtschaften

Sie interessieren sich für weitere Artikel zum Thema CO₂-Management? In unserer Serie erfahren Sie alles zu Netto-Null-Emissionen, den drei Emissionsklassen – und welche Auswirkungen die neue CSR-Richtlinie auf Ihre Berichterstattung hat.

1. Definition: Was sind „Scope-3-Emissionen“?


Scope-3-Emissionen sind indirekte Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen). Diese entstehen nicht in der Organisation selbst, sondern in ihrer Lieferkette und durch die Nutzung ihrer Produkte oder Dienstleistungen. Scope-3-Emissionen enthalten verschiedene Kategorien, die im Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protocol, dt. THG-Protokoll) aufgeführt sind. Laut GHG-Protokoll gibt es für Scope-3-Emissionen insgesamt 15 Kategorien. Dazu zählen „Emissions from Upstream“ und „Emissions from Downstream“, also vor- und nachgelagerte Emissionen. Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus unternehmenseigenen Quellen. Scope 2 beinhaltet indirekte Emissionen, die durch den Zukauf von Energie oder Strom verursacht werden.

Nähere Informationen zu den Scopes 1, 2 und 3 finden Sie in unserem Artikel zu Net Zero.

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2. Gute Gründe für weniger Scope-3-Emissionen

Im Durchschnitt sind die Emissionen der Lieferkette 11,4-mal höher als die betrieblichen Emissionen. Mit anderen Worten: Die Optimierung der Wertschöpfungskette und das Einbeziehen der Zulieferer bieten Unternehmen ein enormes Potenzial zur Reduktion des CO2-Fußabdruckes.

Betriebe, die ihre Zulieferer nicht in ihre Nachhaltigkeitsstrategie einbeziehen, verlieren an Wettbewerbsfähigkeit. Eine optimierte Wertschöpfungskette sorgt für niedrigere Kosten, eine bessere Reputation und Widerstandsfähigkeit in einem unbeständigen Wirtschaftsklima. Auch die Politik fordert, dass sich Betriebe Ziele für die Emissionsreduzierung in ihrer gesamten Wertschöpfungskette setzen. Dies ist nur mit einem fundierten Lieferkettenmanagement möglich.

3. Die Zahlen zeigen: Ein Umdenken lohnt sich

Für Unternehmen und Zulieferer ist das Klimarisiko auch ein finanzielles Risiko. Lieferanten erwarten, dass Umweltrisiken in den nächsten fünf Jahren wirtschaftliche Auswirkungen in Höhe von 1,26 Billionen US-Dollar haben werden. Wenn diese weitergereicht werden, könnten die Kosten für Einkäufer um 120 Milliarden US-Dollar steigen. Dies kann sich in geringerer Rentabilität und größeren Risiken niederschlagen.

Laut McKinsey sollen Konsumgüterunternehmen ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um 92 Prozent reduzieren. Auch der CDP Global Supply Chain Report Changing the Chain zeigt, dass Zulieferer ihre Emissionen um eine Gigatonne (eine Milliarde metrische Tonnen) reduzieren könnten, wenn sie den Einsatz von erneuerbaren Energien um 20 Prozent steigern würden.

4. Wie berechne ich die Scope-3-Emissionen meines Unternehmens?

Viele Unternehmen möchten die Nachhaltigkeitstransformation vorantreiben. Dabei stehen sie vor der Herausforderung, ihre Emissionen entlang der gesamten Lieferkette zu erfassen und zu analysieren. Eine komplexe Aufgabe, weshalb sich viele bei der Offenlegung ihres Corporate Carbon Footprints auf die Scope-1- (direkte Unternehmensemissionen) und Scope-2-Emissionen (indirekte Unternehmensemissionen) beschränken. Je nach Branche machen diese jedoch nur etwa 10 Prozent der Gesamtemissionen eines Betriebes aus. Wie ein Unternehmen seine CO₂ -Bilanz am besten berechnet, hängt von der Branche, den Zielen und den verfügbaren Ressourcen ab. Softwaretools ermöglichen eine präzise Berechnung und zuverlässiges Nachhaltigkeitsmanagement.

Tipp: Vattenfalls Kooperationspartner Plan A bietet eine umfassende Plattform für CO₂-Bilanzierung, Dekarbonisierung und ESG-Berichterstattung. Mit dem Lieferanten-Modul können Unternehmen auch die Emissionen ihrer Zulieferer berechnen. 

 

5. Scope-3-Emissionen in der Lieferkette messen und reduzieren

Vattenfalls Kooperationspartner Plan A unterstützt Betriebe dabei, ihre direkten und indirekten Emissionen zu messen, zu berichten und zu reduzieren. Dabei ermöglicht es das Lieferanten-Modul, speziell die Scope-3-Emissionen zu verwalten. Zusätzlich ermöglicht die Plattform individuelle Berichte entsprechend der ESG-Anforderungen.

Wie funktioniert das Plan A Lieferanten-Modul? 

Um Emissionen nachhaltig zu reduzieren, müssen diese zunächst berechnet werden. Das ist eine große Herausforderung. Die Daten der Lieferanten müssen aus externen Quellen gesammelt, zusammengefasst und übersichtlich aufgearbeitet werden. Das Plan A Lieferanten-Modul bietet mehrere Möglichkeiten, Scope-3-Emissionen eines Unternehmens zu berechnen. Dabei wird zwischen Emissionen durch Waren und Diensleistungen unterschieden, die in der Wertschöpfungskette dem Unternehmen vor- und nachgelagert sind (up- und downstream). Je nach Datenverfügbarkeit können Unternehmen mit ausgaben-basiertem Berechnungen (z. B. Rechnungen) beginnen und später mithilfe von Aktivitäts- und Nutzungsdaten die Datengenauigkeit steigern.

Scope3-Plan-A-Uebersicht

Plan A zentralisiert und verarbeitet die erforderlichen Lieferantendaten in wenigen Schritten. Mithilfe wissenschaftlicher Methoden und Standards berechnet die Software die entsprechenden Emissionen. Die Ergebnisse können direkt in Übereinstimmung mit internationalen Berichtsstandards wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) oder der Task Force on Climate-Related Financial Disclosure (TCFD) übermittelt werden.

Vergleich-Emissionen-Scope3-PlanA

Funktionen auf einen Blick

●    Überblick über alle Scope-3-Emissionen
●    Visualisierung der Wertschöpfungskette im Zeitverlauf
●    Überblick der Upstream- und Downstream-Emissionen 
●    Identifizierung von Emissions-Hotspots in der Lieferkette     
●    CO₂e-gesteuerte Lieferantenauswahl
●    Identifizieren von Emissions-/Kostenreduktionspotenzialen
●    Einbindung der Lieferanten in die Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen

6. Scope-3-Emissionen für nachhaltiges Wirtschaften

Um unsere Wirtschaft zu dekarbonisieren, müssen Unternehmen ihre Emissionen zunächst sichtbar machen. Mit einer transparenten CO₂-Bilanzierung können sie datengestützte und fundierte Reduktionspfade entwickeln und wirklich etwas bewegen.

Auch Vattenfall übernimmt Verantwortung. Wir werden unsere Scope-1- und 2- CO₂-Äquivalente auf 9 g/kWh reduzieren. Das entspricht über 90 Prozent. Anschließend möchten wir unsere absoluten Scope-3-Emissionen um 90 Prozent vermindern. Um im letzten Schritt die verbleibenden Emissionen durch die Entnahme von  CO₂ zu neutralisieren. Für ein Netto-Null bis 2040. 

Gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsplattform von Plan A unterstützen wir unsere Geschäftskund:innen auf dem Weg der Dekarbonisierung. Mit Plan A messen Sie Ihre CO₂-Emissionen inklusive Scope 3 entlang der Wertschöpfungskette und erhalten somit die Grundlagen für den Geschäftsbericht über Ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten. Für eine Beratung zum Carbon Management kontaktieren Sie gerne Ihren Ansprechpartner bzw. Ihre Ansprechpartnerin.
 

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