Corona-Hilfen für den Mittelstand – das tut der Staat für Sie

Wir haben uns angeschaut, was der Staat mit seinem Gesetzespaket „Corona-Schutzschild für Deutschland“ vom 27. März 2020 an Maßnahmen für die Unterstützung der Wirtschaft auf den Weg gebracht hat.

Maßnahmen für Mittelstandsunternehmen

1. Kurzarbeitergeld

Unternehmen können Kurzarbeitergeld für ihre Beschäftigten beantragen – sogar noch rückwirkend bis zum 1. März. Dabei sind neue Regelungen für Kurzarbeit in Kraft getreten:

 

  • Arbeitgebern werden Sozialversicherungsbeiträge in voller Höhe erstattet
  • Es genügt jetzt, wenn nur 10 Prozent der Belegschaft vom Arbeitsausfall betroffen sind
  • Das Kurzarbeitergeld gibt es auch für Leiharbeiter
  • Betriebe müssen nicht zunächst negative Arbeitssalden aufbauen, das heißt, sie müssen ihre Beschäftigten nicht vorarbeiten lassen und auch nicht deren Überstunden verrechnen. 

2. Stabilierungsfonds

Unter dem „Corona-Schutzschild für Deutschland“ gibt es weiterhin den größten Förderteil für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds:

 

  • Dieser refinanziert die Unternehmenskredite, die ohnehin jährlich zur Verfügung stehen, mit 100 Milliarden Euro: Die entsprechenden Kredite werden bei der Hausbank beantragt und von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) getragen.
  • Weiterhin übernimmt der Bund Liquiditätsgarantien in Höhe von 400 Milliarden Euro, sodass Unternehmen mit Liquiditätsengpässen sich am Kapitalmarkt neues Geld beschaffen können.
  • Außerdem ermächtigt sich der Bund, Kredite in Höhe von 100 Milliarden Euro aufzunehmen, um in der Krise schnell reagieren und Mittel über die Kreditinstitute zur Verfügung stellen zu können.

3. Steuererleichterungen

Unternehmen können die Steuerzahlungen während der Corona-Krise aussetzen. Im Einzelnen gibt es diese Maßnahmen:

 

  • Bis zum 31. Dezember können Steuerzahlungen zinsfrei gestundet werden. Den Antrag hierfür stellen Unternehmen bei ihrem zuständigen Finanzamt. Das Gute daran: Es gibt keine strengen Anforderungen, Unternehmen müssen nur darlegen können, dass sie von der Krise unmittelbar betroffen sind, ohne dabei aber direkte Werte benennen zu müssen.
  • Steuervorauszahlungen auf Einkommens- und Körperschaftssteuer können nun leichter angepasst werden, dasselbe gilt für den Messbetrag bei Gewerbesteuer-Vorauszahlungen. Wird ersichtlich, dass die Einkünfte voraussichtlich niedriger sein werden, als vor der Corona-Pandemie erwartet, werden die Vorauszahlungen herabgesetzt.
  • Die Vollstreckung von Steuerschulden ist bis zum Ende des Jahres ausgesetzt, auf Säumniszuschläge wird verzichtet.

Speziell für kleinere Unternehmen

Sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene gibt es jetzt Soforthilfen und Liquiditätszuschüsse für kleine Unternehmen, die Sie sich nicht durch die Finger gehen lassen sollten. Das Land Hamburg stellt beispielsweise bis zu 2.500 Euro und das Land Berlin sogar bis zu 5.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung.

Dazu kommen nochmals bis zu 9.000 Euro Liquiditätsförderung für Miete, Strom und laufende Kosten vom Bund für Unternehmen unter fünf Beschäftigten und bis zu 15.000 Euro für Unternehmen mit fünf bis maximal zehn Beschäftigten.

Hier gibt es eine Übersicht über alle Förderstellen in den Bundesländern, wo diese Gelder beantragt werden können zum Download.

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