Vorteile von Gewerbespeichern für Unternehmen
Durch geopolitische Unsicherheiten und die halbjährig sinkende Einspeisevergütung wird die Nutzung von selbst produziertem Solarstrom immer attraktiver. Um den Eigenverbrauch zu maximieren, eignen sich Gewerbespeicher besonders gut. So können PV-Anlagen-Betreiber den Strom zu einem späteren Zeitpunkt ins Betriebsnetz geben, wodurch sich einige gewinnbringende Vorteile ergeben.
- Eigenverbrauch optimieren: Durch das Speichern von Solarstrom wird der Eigenverbrauch erhöht, was sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage auswirken kann.
- Energiekosten senken: Auch außerhalb der sonnenreichen Stunden kann der gespeicherte Strom von der Solaranlage genutzt und somit der Einkauf von teurerem Netzstrom vermieden werden.
- Lastspitzenkappung: Mit einem Gewerbespeicher können Betriebe mit einem RLM-Zähler ihre Lastspitzen ausgleichen, welche den Energiepreis beeinflussen.
Mit einer 100-kWp-PV-Anlage können etwa 100.000 kWh Strom pro Jahr produziert werden – abhängig von Standort, Verschattung, Verbrauch und weiteren Faktoren. Je mehr Solarstrom das Unternehmen selbst verbraucht, desto weniger Netzstrom muss eingekauft werden, was hohe Ausgaben vermeidet und Energiekosten planbar macht. Doch nicht immer kann der Solarstrom im Betrieb genutzt werden, zum Beispiel wenn hohe Verbrauchszeiten außerhalb der sonnenreichen Stunden liegen.
Hier kann ein Gewerbespeicher ein wirksamer Hebel zur Eigenverbrauchsoptimierung darstellen: Statt den überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen, wird dieser zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt verbraucht, beispielsweise in Zeiten, in denen die PV-Anlage wenig oder gar keinen Strom produziert wie abends oder nachts.
Branchenbeispiele
Lebensmittelindustrie
Kältetechnik benötigt mitunter am meisten Energie. Betriebe, die beispielsweise über Nacht Lebensmittel kühlen müssen, können zusätzlich oder statt Netzstrom zu beziehen, auf den tagsüber produzierten und gespeicherten Solarstrom zurückgreifen.
Logistikzentrum
Wenn die E-Flotte abends zum Laden zurückkehrt, produziert die PV-Anlage in der Regel keinen Strom mehr. Dafür hat der Batteriespeicher tagsüber überschüssigen Strom aufgefangen. So können die Fahrzeuge über Nacht laden und der Einkauf von teurerem Netzstrom wird vermieden.
Bäckerei
Frische Brötchen werden meistens in der Nacht oder am frühen Morgen gebacken – also dann, wenn noch keine Sonne scheint. Statt zu diesen Zeiten auf teuren Netzstrom zurückzugreifen, kann der am Vortag produzierte und gespeicherte Solarstrom nun verbraucht werden.
Gewerbespeicher nutzen für Peak Shaving
Unternehmen mit einem Stromverbrauch von über 100.000 kWh im Jahr haben in der Regel einen RLM-Zähler (registrierende Leistungsmessung). Dieser misst im viertelstündlichen Takt den Verbrauch des Unternehmens. Die Werte werden zu einem Lastgang zusammengefasst, der Lastspitzen, also Zeiten, in denen der Verbrauch besonders hoch war, erkennbar macht.
Für Industrie- und Gewerbebetriebe ist der Lastgang besonders wichtig, da dieser den Stromtarif direkt beeinflusst: Der sogenannte Leistungspreis wird an der höchsten, gemessenen Spitze festgemacht. Ausschlaggebend ist dabei nicht ein einzelner Peak, sondern der höchste über eine Viertelstunde gemessene Verbrauchswert.

Beispieldarstellung
Was ist der Leistungspreis?
Der Leistungspreis wird anhand der maximalen, beanspruchten Leistung festgelegt – auch wenn diese Kapazität über das Jahr hinweg nur wenige Male vom Unternehmen überhaupt in Anspruch genommen wird. Somit stellen Netzbetreiber und Energieversorger aber sicher, dass bei etwaigen Spitzen genug Strom im Netz zur Verfügung steht. Als Faustformel zur Berechnung des Leistungspreises gilt: höchste gemessene Leistung in kW x Preis pro kW = Leistungspreis.
So funktioniert Peak Shaving mit PV und Speicher
Der Leistungspreis kann in der Regel nur sinken, wenn auch die höchste gemessene Leistung abfällt. Hier kann der Gewerbespeicher Abhilfe schaffen: In Zeiten hoher Last entlädt sich der Speicher und gibt den im Idealfall zuvor produzierten Solarstrom ins Gebäude ab, statt die nötigen kWh auf einmal vom Netz beziehen zu müssen. Somit wird die Spitze “gekappt”, da der Betrieb entweder überhaupt nicht oder nicht vollständig auf Netzstrom angewiesen ist. Dadurch können sich Spitzen wesentlich reduzieren, woraus sich ein gleichmäßigeres Lastprofil ergibt, was zu einer Senkung des Leistungspreises führen kann.
Voraussetzungen, die das Peak Shaving bei Unternehmen begünstigen, sind meistens:
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Punktuelle, hohe Leistungsspitzen: Je höher die Ausreißer, desto wirksamer kann ein Batteriespeicher bei der Kappung sein (je nach Speicherkapazität und Nennleistung).
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Die 2.500-Stunden-Regelung: Betriebe mit über 2.500 Volllaststunden im Jahr zahlen in der Regel hohe Leistungspreise. Demnach kann hier das Einsparpotenzial für Lastspitzenkappung durch Batteriespeicher besonders groß ausfallen.
„Im Rahmen der kostenlosen Beratung und Ertragsprognose simulieren wir über den Zeitraum eines Jahres, wie wirksam ein Gewerbespeicher für Peak Shaving im Einzelfall sein kann.“
Atypische Netznutzung mit Gewerbespeicher ermöglichen
Netzbetreiber müssen sicherstellen, dass der Strombedarf jederzeit gedeckt ist – auch in sogenannten Hochlastzeitfenstern. Diese stehen für Zeiten, in denen voraussichtlich besonders viel Energie benötigt wird. Sie variieren je nach Region, Saison und Spannungsebene und werden jährlich von den Netzbetreibern festgelegt.
Wann liegt atypische Netznutzung vor?
Unternehmen, deren Leistungsspitzen im Hochlastzeitfenster ihres zuständigen Netzbetreibers liegen, sind in der Regel von höheren Netzentgelten betroffen. Durch diese wird der Mehraufwand der Netzbetreiber gedeckt, die benötigte Energie im Hochlastzeitfenster aufzubringen.
Die sogenannte atypische Netznutzung liegt vor, wenn Betriebe ihre maximale Last in Zeiträume außerhalb dieser Hochlastzeitfenster verschieben.
Nach § 19 Abs. 2 S. 1 StromNEV ist es für von dieser atypischen Netznutzung betroffenen Unternehmen möglich, ein individuelles, reduziertes Netzentgelt zu beantragen. Dafür gelten folgende Voraussetzungen:
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Die maximale Leistung während der Hochlastzeitfenster ist geringer als die Jahreshöchstleistung außerhalb dieser Zeiten (um mindestens 100 kW, bzw. Schwellenwerte nach Spannungsebene beachten).
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Die daraus resultierende Netzentgeltreduzierung beträgt mindestens 500 €.
Ziel ist es, Anreize zu schaffen, Lastspitzen zu entzerren, die Netzinfrastruktur zu entlasten sowie effizienter zu nutzen.
Welche Rolle spielt dabei ein Gewerbespeicher?
Mithilfe eines Batteriespeichers kann dieses Ziel erreicht werden. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei der Lastspitzenkappung, allerdings werden gezielt Zeiten hoher Lasten anvisiert und im Idealfall verschoben. Demnach entlädt sich der Speicher in Zeiten hoher Last und versorgt den Betrieb mit dem zuvor gespeicherten Strom. Zu einer anderen Zeit, außerhalb der Hochlastzeitfenster, lädt sich der Batteriespeicher wieder auf – entweder durch Solarstrom oder eingekauften Netzstrom.
Weitere Anwendungen von Gewerbespeichern für PV-Anlagen
Neben Eigenverbrauchsoptimierung, Lastspitzenkappung und atypischer Netznutzung bieten Gewerbespeicher für PV-Anlagen, insbesondere ab 100 kWp, zusätzliche wirtschaftliche Vorteile.
„Wir prüfen immer für jedes Unternehmen, ob und ab wann sich eine Speicherlösung in Verbindung mit einer PV-Anlage wirtschaftlich lohnt.“
Beim SolarPower-Paket für Unternehmen begleiten wir Sie Schritt für Schritt: von der Bedarfsanalyse über die Dimensionierung und Planung Ihrer Anlage, optional mit Speicher, bis zur Installation und Inbetriebnahme.
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