Gasspeicherfüllstand: Ist die Versorgung für den Winter gesichert?
Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland liegt aktuell deutlich unter dem Niveau der Vorjahre, mit spürbaren Folgen für Preise und Planungssicherheit. Für Unternehmen ist der Füllstand daher mehr als nur eine Kennzahl. Er gibt Auskunft darüber, wie gut Deutschland für kalte Monate oder geopolitische Unsicherheiten gerüstet ist, und wie sich die Gaspreise in naher Zukunft entwickeln könnten.

Zuletzt aktualisiert am: 22.6.2026
Lesedauer: 11 Minuten
Was sind Gasspeicher?
Gasspeicher sind unterirdische Lagerstätten, in denen überschüssiges Erdgas gespeichert wird, das zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Netz eingespeist werden kann. Sie dienen als Puffer zwischen Verbrauch und Importen, gleichen saisonale Schwankungen aus und bieten kurzfristige Handlungsspielräume bei Störungen oder Preisspitzen. In Deutschland gibt es über 40 solcher Speicher, verteilt auf verschiedene Standorte – von Niedersachsen über Bayern bis Brandenburg.
Kurz gesagt: Gasspeicher sorgen dafür, dass Ihr Unternehmen auch dann mit Gas versorgt wird, wenn der Markt gerade wenig liefert und federn so schnelle Preisanstiege ab.
Aktuelle Marktlage – Juni 2026
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Füllstände (22.6.2026): Deutschland ca. 39 %, EU-Durchschnitt ca. 45 %
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Auswirkung Irankonflikt: Straße von Hormus weiter teilweise gesperrt, ca. 19 % des weltweiten LNG-Handels betroffen, Gasproduktion teilweise gestoppt. Trotz Abkommen zwischen den USA und dem Iran bleibt die Lage angespannt. Der hohe LNG-Bedarf asiatischer Länder erhöht die Nachfrage und damit die Preise weltweit.
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Auswirkung auf Gaspreis der Title Transfer Facility (TTF): Anstieg rund 40 % gegenüber dem Vorkriegsniveau.
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Versorgungssicherheit: Bundesnetzagentur bewertet die Versorgungslage als stabil, jedoch mit erhöhter Preisvolatilität. Beschaffungskosten für die Sommerbefüllung steigen voraussichtlich deutlich.
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Empfehlung: Unternehmen sollten Ihre Gasverträge mit Blick auf Preisrisiken im Winter 2026/2027 prüfen.
Wie hoch ist der Gasspeicherfüllstand in Deutschland?
Anfang Juni 2026 lag der Füllstand der deutschen Gasspeicher bei rund 34 Prozent. Damit hat sich die Lage gegenüber dem Tiefpunkt im März/April leicht entspannt, der Ausgangspunkt für die Sommer-Einspeicherung ist aber spürbar niedriger als in den Vorjahren.
Entwicklung der Gasfüllstände seit 2022
Nach den milden Wintern 2022/23 und 2023/24 konnten die Speicher jeweils früher und schneller wieder aufgefüllt werden.
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Jahr |
Speicherfüllstand – Monatsdurchschnitt März |
Maximale Füllung im Vorjahr |
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2022 |
ca. 26 % |
ca. 95 % (Nov 2021) |
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2023 |
ca. 64 % |
ca. 100 % (Okt 2022) |
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2024 |
ca. 66 % |
ca. 98 % (Nov 2023) |
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2025 |
ca. 30 % |
ca. 94 % (Nov 2024) |
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2026 |
ca. 21 % |
ca. 75 % (Nov 2025) |
Gut zu wissen: Je höher der Speicherstand im Frühjahr, desto entspannter die Marktlage im Herbst. Wer langfristige Energieverträge plant, sollte das im Blick behalten. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Erdgasversorgung für 2026 und darüber hinaus strategisch aufstellen möchten – wir unterstützen Sie gern dabei.
Die maximale Füllmenge der Speicher ist ein technisch definierter Referenzwert. Laut der Initiative Energien Speichern (INES) ist ein Gasspeicher nicht mit einem Tank vergleichbar. Die tatsächliche Befüllung hängt von Temperatur, Brennwert und Netzdruck ab. Unter optimalen Bedingungen erreichen einige Anlagen sogar mehr als 100 Prozent, in der offiziellen Statistik werden sie trotzdem mit 100 Prozent geführt.
Mittlerer monatlicher Gasverbrauch von SLP-Kunden* 2023-2025
Quelle: Trading Hub Europe (THE), Bundesnetzagentur 2025
Was bedeutet das für Unternehmen?
Der aktuelle Gasspeicherstand wirkt sich direkt auf Ihre Energiekosten und Beschaffungsstrategie aus.
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Niedrige Füllstände erhöhen den Preisdruck
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Die Sommerbefüllung wird voraussichtlich teurer
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Die Preisvolatilität bleibt hoch
Für Unternehmen lohnt es sich, bestehende Gasverträge zu prüfen , insbesondere mit Blick auf mögliche Preisrisiken im Winter 2026/27.
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Laut Bundesnetzagentur ergibt sich ein jährlicher Gasverbrauch von rund 800 bis 900 Terawattstunden (TWh) – je nach Wetter, Konjunktur und Einsparmaßnahmen. Rund zwei Drittel des gesamten jährlichen Gasbedarfs fallen auf die kalte Jahreszeit Oktober bis März. Grund dafür ist der gestiegene Heizbedarf in Haushalten, Büros und gewerblichen Flächen sowie Industriebetrieben. Für Unternehmen mit Sitz in den kälteren Regionen Deutschlands (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und vor allem dort, wo es Gebirge gibt) kann die Wintersaison eine Verdopplung ihres Energiebedarfs und damit ihrer Kosten bedeuten.
Gasverbrauch 2025 in Deutschland nach Sektoren
Quelle: Bundesnetzagentur, 2023
Wie oft werden die Speicher gefüllt?
Gasspeicher sind saisonale Rücklagen: Sie werden zwischen April und Oktober befüllt und in den Wintermonaten entleert. Täglich können bis zu 1 Terawattstunde eingespeichert werden – das entspricht rund 95 Millionen Kubikmetern Erdgas. In kalten Phasen werden im Schnitt bis zu 1,5 TWh pro Tag entnommen.
Der Speicherzyklus folgt damit einer klaren Logik, wurde aber in Ausnahmejahren wie 2022 durchbrochen: Damals erfolgten auch im Sommer Entnahmen, um Lieferengpässe und Preisspitzen am Markt auszugleichen. Heute gelten Gasspeicher daher nicht nur als Puffer für den Winter, sondern als aktives Element zur Stabilisierung der Versorgung und Preise, zum Beispiel, wenn am Weltmarkt LNG (Liquified Natural Gas) -Mengen knapper werden.
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Die nationalen Vorgaben seit Mai 2025
Mit der Gasspeicherfüllstandsverordnung vom 5. Mai 2025 wurden die bisherigen Mindestfüllstände abgesenkt. Sie gelten bis zum 31. März 2027.
|
Stichtag |
Speichertyp |
Mindestfüllstand |
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1. November |
Alle Kavernenspeicher und vier bayerische Porenspeicher |
80 % |
|
1. November |
Übrige Porenspeicher |
45 % |
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1. Februar |
Alle Speicheranlagen (Regelfall) |
30 % |
|
1. Februar |
Vier bayerische Porenspeicher |
40 % |
Quelle: BMWK sowie GasSpFüllstV.
Im Durchschnitt aller Speicher entspricht das einer Vorgabe von rund 70 Prozent Füllstand zum 1. November. Die Unterschiede kommen zustande, da Kavernenspeicher schnell ein- und ausspeichern, während Porenspeicher zwar größer, aber langsamer sind.
Die EU-Vorgabe: 90 Prozent, aber flexibel
Parallel zur deutschen Verordnung wurde die EU-Gasspeicherverordnung bis Ende 2027 verlängert und gelockert. Das verbindliche Ziel von 90 Prozent Füllstand gilt weiter, muss aber nicht mehr genau am 1. November erreicht werden, sondern flexibel zwischen 1. Oktober und 1. Dezember. Zusätzlich gilt eine Flexibilitätsmarge von 10 Prozentpunkten, bei besonders schwierigen Marktbedingungen kann die EU-Kommission weitere 5 Prozentpunkte zulassen.
Was heißt das für KMU? Die Befüllungsphase im Sommer ist nicht mehr so eng getaktet wie 2022/23. Das senkt den künstlichen Nachfragedruck im Sommer und sollte mittelfristig zu stabileren Preisen führen, solange diese nicht durch geopolitische Krisen beeinflusst werden.
Was kostet die Speicherbefüllung?
Die normale, marktbasierte Speicherbefüllung verursacht keine Zusatzkosten, nur die staatlich veranlassten Befüllungen im Jahr 2022 hat Kosten von 8 Milliarden Euro erzeugt. Diese Kosten für wurden bis Ende 2025 über die Gasspeicherumlage auf alle Gaskund:innen verteilt.)Seit dem 1. Januar 2026 kostet die Speicherfüllung Unternehmen direkt nichts mehr.
Die verbleibenden Kosten von 3,4 Milliarden sollen über den Klima- und Transformationsfonds (KTF) finanziert werden. Dieser Sondertopf wurde ursprünglich für den Klimaschutz und die Wärmewende eingerichtet. Der Bundesrechnungshof und viele Umweltverbände kritisieren das als Zweckentfremdung zugunsten fossiler Energien. Künftige staatliche Befüllungen würden direkt aus dem Bundeshaushalt finanziert, die Bundesregierung hält neue Eingriffe der THE in den nächsten Jahren aber noch für unwahrscheinlich.
Ist Deutschlands Gasversorgung gesichert?
Seit dem Wegfall russischer Pipeline-Lieferungen hat Deutschland seine Gasstrategie grundlegend neu ausgerichtet. Heute gilt: Neue Risikofaktoren bestimmen derzeit die Versorgungssicherheit für das kommende Jahr. Dazu gehören vor allem die LNG-Lieferunterbrechungen infolge des Konflikts mit dem Iran. Trotz niedriger Speicherstände schätzt die Bundesnetzagentur die Gefahr einer akuten Mangellage als gering ein. Die Wiederbefüllung im Sommer wird voraussichtlich nur mit deutlich gestiegenen Preisen auf dem Weltmarkt möglich sein.
Vier Faktoren stabilisieren die Versorgung:
Gesetzliche Füllstandsvorgaben: Auch nach der Absenkung 2025 müssen die Speicher zu Beginn der Heizperiode gemäß GasSpFüllstV und EU-Verordnung gefüllt sein, mit klaren Sanktionen bei Verstößen.
LNG-Terminals an Nord- und Ostsee: Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Mukran und (in Vorbereitung) Stade ermöglichen flexible Flüssiggas-Importe. 2025 wurden 106 TWh über diese Terminals eingespeist, rund 10 Prozent der gesamten Importe.
Bessere europäische Vernetzung: Gas fließt heute in beide Richtungen, etwa über Leitungen aus den Niederlanden, Belgien oder Tschechien. Deutschland exportierte 2025 sogar 221 TWh, vor allem nach Österreich, Tschechien und in die Schweiz.
Reduzierter Gasverbrauch: Industrie und Gewerbe haben Prozesse angepasst und effizienter gestaltet. Der Verbrauch bleibt deutlich unter dem Vorkrisen-Niveau.
Frühwarnstufe Notfallplan Gas seit Juli 2025
Seit dem 1. Juli 2025 gilt in Deutschland die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas. Die niedrigere Eskalationsstufe heißt nicht, dass eine Mangellage besteht. Sie zeigt an, dass das BMWE und das Krisenteam Gas aufmerksam beobachten und auf eine mögliche Versorgungsverschlechterung vorbereitet sind.
Deutschland hat 2025 insgesamt rund 1.031 TWh Erdgas importiert, ein Plus von 19 Prozent gegenüber 2024. Die wichtigsten Mengen stammen aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien, über deren Netze Erdgas direkt eingespeist wird. Eine immer größere Rolle spielt zudem LNG, also verflüssigtes Erdgas, das vor allem aus den USA aber auch aus Katar, Trinidad & Tobago oder Nigeria über Seehäfen importiert wird. Ergänzt wird der Mix durch kleinere Mengen aus anderen europäischen Ländern sowie über Speicher, die grenzüberschreitend genutzt werden.
Hinweis: Durch den Ausbruch der Kampfhandlungen im Iran Ende Februar 2026 kam die LNG-Produktion in Katar teilweise zum Erliegen. Infolgedessen werden Gasimporte aus den USA und Norwegen weiter an Bedeutung gewinnen.
Gasimporte nach Herkunftsland
LNG aus den USA
Im Jahr 2025 stammten laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) rund 96 Prozent der deutschen LNG-Importe aus den USA. Damit hat sich innerhalb weniger Jahre eine neue Lieferkette etabliert, mit klarem Schwerpunkt auf US-Flüssiggas, das größtenteils per Fracking gewonnen wird.
Tortendiagramm: Herkunft der deutschen LNG-Importe 2025
Zwei Segmente: USA 96 %, sonstige Lieferanten (Trinidad und Tobago, Nigeria, Katar u.a.) 4 %.
Der Turnberry-Deal: 750 Milliarden US-Dollar Energie bis 2028
Am 27. Juli 2025 einigten sich die EU und die Trump-Regierung auf das sogenannte Turnberry-Abkommen. Dabei verpflichtet sich die EU, bis Ende 2028 US-Energie im Wert von rund 750 Milliarden US-Dollar zu beziehen, vor allem LNG, Öl und zivile Kernenergietechnik. Im Gegenzug bleiben die US-Zollsenkungen auf EU-Waren bei maximal 15 Prozent. Für Europa heißt das: rund 250 Mrd. US-Dollar Energiekäufe pro Jahr.
Chancen und Risiken für deutsche Unternehmen
Aus Sicht von Unternehmen ergeben sich aus der neuen Konstellation zwei gegenläufige Effekte:
Versorgungssicherheit verbessert: US-LNG ist physisch verfügbar und schnell skalierbar. Die LNG-Terminals an Nord- und Ostsee schaffen flexible Importwege, die Pipeline-Lieferungen ergänzen.
Neue Abhängigkeit: Wenn 96 Prozent des deutschen LNG aus einem Land kommen, entstehen auch neue Risiken, wenn die Energieversorgung zum politischen Werkzeug wird.
Preisrisiken bei geopolitischen Krisen: Der Iran-Konflikt Anfang 2026 hat gezeigt, wie schnell wegfallende katarische LNG-Mengen die Weltmarktpreise und damit auch die Preise für europäische Verbraucher nach oben treiben. US-LNG bleibt zudem strukturell teurer als Pipelinegas aus Norwegen.
Woher bezieht Vattenfall Gas bzw. Biogas?
Vattenfall bezieht Erdgas über den europäischen Großhandelsmarkt – also an zentralen Handelspunkten wie dem Trading Hub Europe. Die genaue Herkunft lässt sich dabei nicht einzelnen Ländern zuordnen, da es sich um einen Mix aus verschiedenen europäischen und internationalen Quellen handelt, unter anderem aus Norwegen, den Niederlanden oder über LNG-Importe. Als Energieunternehmen arbeitet Vattenfall daran, die mit dem Erdgas verbundenen CO2-Emissionen im eigenen Verantwortungsbereich auszugleichen – zum Beispiel durch den Erwerb von Klimaschutzzertifikaten. Diese unterstützen unter anderem erneuerbare Energieprojekte, die nach dem Gold Standard zertifiziert und vom TÜV NORD geprüft sind. Langfristig verfolgt Vattenfall das Ziel, innerhalb einer Generation vollständig fossilfrei zu werden. Dafür setzt Vattenfall zunehmend auf erneuerbare Gaslösungen. Dazu gehört auch zertifiziertes Biogas, das aus organischen Reststoffen gewonnen wird und dem Gasportfolio bilanziell beigemischt werden kann.
Ihr Unternehmen, unser Biogas
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Erdgas mit 15 % Biomethananteil
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Betriebliche Emissionen senken
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Erfüllt Anforderungen nach Gebäude-Energie-Gesetz (GEG)
1. Heiztechnik optimieren: Moderne Brennwerttechnik oder digitale Thermostatsteuerung kann den Gasverbrauch um bis zu 15 % senken. Auch die regelmäßige Wartung von Heizungsanlagen zahlt sich aus – veraltete Systeme laufen oft ineffizient.
2. Dämmung und Raumklima: Gut gedämmte Gebäude und bewusst genutzte Arbeitsbereiche verbrauchen weniger Energie. Besonders in Lager- und Büroflächen lohnt sich eine Anpassung der Temperaturzonen.
3. Prozesswärme effizienter nutzen: In Produktionsbetrieben liegt viel Potenzial in der Rückgewinnung von Abwärme oder der Feinsteuerung von Wärmenutzung – zum Beispiel durch Wärmetauscher oder intelligente Regeltechnik.
Wie sich vor allem Öfen in Produktion und Handwerk effizienter nutzen lassen, zeigen zwei Beispiele aus der Praxis. In unseren Interviews berichten der Geschäftsführer der Blechinstrumentenfabrik Gebr. Alexander GmbH und der Café- und Bäckereiinhaber Thorsten Käding, wie sie ihren Gasverbrauch gezielt reduziert haben.
Fazit: Blick auf Gasspeicherfüllstand hilft bei der Planung
Die Gasversorgung ist heute breiter aufgestellt als noch vor wenigen Jahren. Dennoch steht Deutschland vor einer anspruchsvollen Einspeichersaison: Mit rund 39 Prozent Füllstand Mitte Juni 2026 fehlen bis zum 1. November noch etwa 90 TWh um den Zielfüllstand zu erreichen. Diese Mengen muss Deutschland auf einem LNG-Markt beschaffen, der von geopolitischen Unsicherheiten und ausgefallenen Lieferkapazitäten geprägt bleibt. Gleichzeitig stehen verfügbare Liefermengen für die Speicherbefüllung im Wettbewerb mit asiatischen Abnehmern. Für Unternehmen bleibt das Risiko weiterer Preisbewegungen für neue Lieferverträge im Winter 2026/2027 erhöht. Die Speicherfüllstände werden damit zum wichtigen Frühindikator für Ihre Energieplanung.
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