CO2-Management bei der Schelchen GmbH: Christian Seiffert im Interview
Bei der Schelchen GmbH aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen steht das Carbon Accounting ganz oben auf der Agenda. Seit mehreren Jahren misst der Hersteller orthopädischer Fußbetten der Marke pedag® systematisch seinen CO2-Fußabdruck. Operations Manager Christian Seiffert erklärt, wie das Unternehmen in den Scopes 1, 2 und 3 vorgeht, was ihr größter CO2-Treiber ist und was sie aus den Daten ableiten.

Veröffentlicht am: 2.6.2026
Lesezeit: 5 Minuten
Die Schelchen GmbH misst seit mehreren Jahren systematisch ihren CO2-Fußabdruck. Was hat Sie dazu bewogen?
Bei uns spielt das Thema Ökologie bei den Produkten schon lange eine Rolle. Auch im Rebranding unserer Marke pedag war das ein wichtiges Thema. Als der Vattenfall Businessletter „5 Minuten für Unternehmer“ mit diesem Angebot für eine Jahreslizenz reinkam, habe ich sofort das Telefon in die Hand genommen.
Name: Christian Seiffert
Position: Operations Manager
Ausbildung: Mechatroniker, B.S. International Engineering, M.B.A. International Business Management
Berufliche Stationen: Ab 2009 bei IMS Gear, erst als Mechatroniker, ab 2014 als Lean Manager und 2019 als Senior Manager
Unternehmen: Schelchen GmbH, Marke pedag®, Königs Wusterhausen, ca. 95 Angestellte
Wie ging es dann weiter und in welchen Umfang messen Sie CO2?
Wir hatten ein Gespräch mit der Vattenfall Kundenbetreuerin und einem Ansprechpartner bei Plan A. Das Angebot umfasste zunächst die Scopes 1 und 2, also unsere eigenen Emissionen und die unserer Energiebezüge. Wir haben dann schnell bemerkt, dass wir aber vor allem auch die Analyse des Scope 3, also der Lieferkette brauchten, da wir als herstellender Betrieb natürlich maßgeblich von unseren Rohstoffen und unserer Logistik abhängig sind. Alle Daten für den Hauptstandort haben wir, aber ohne unsere Lieferkette zu berücksichtigen ist es Augenwischerei.

Was ist Ihre wichtigste Motivation für die CO2-Messung?
Es geht vor allem darum, Klarheit zu schaffen, was unser Anteil an den Emissionen ist und was aus unserer Lieferkette kommt, sonst vergleichen wir Äpfel mit Birnen. Dazu kommt, dass reine Marketingaussagen wie ‚nachhaltig‘, ‚umweltschonend‘ und ähnliches nicht eindeutig definiert oder belegbar sein müssen. Seit Jahrzehnten entwickeln wir unsere Produkte und Produktion immer nachhaltiger und umweltschonender. Mit klaren Fakten und Kennzahlen gelangen wir zu einer neuen Qualität von Erkenntnissen.
„Ohne unsere Lieferkette zu berücksichtigen, ist es Augenwischerei.“
Christian Seiffert, Operations Manager Schelchen GmbH
Wie ist der Stand bei der Messung Ihrer Emissionen?
Wir sind im Bereich der Datensammlung auf einem guten Stand. Die Scopes 1 und 2 sind fertig: dazu gehören Energie, bei uns Strom und Gas, Abfälle und der Pendelverkehr unserer Mitarbeiter. Am Scope 3 arbeiten wir stetig, die Lieferantendaten konnten wir per Lieferanten-Upload schon finalisieren, es fehlt noch unsere Versandlogistik.
Wer übernimmt das Thema in Ihrer Firma?
Ich kümmere mich persönlich darum. Die Datenaufbereitung führt eine engagierte Studentin durch, die ihr Praxissemester bei uns absolviert und sich hauptsächlich ums Thema kümmert. Gemeinsam haben wir nach und nach alle Daten zusammengetragen.
CO2-Management leicht gemacht
Wir begleiten Sie auf dem Weg zur Nachhaltigkeits-Berichterstattung mit:
-
Persönlicher Beratung inkl. Bedarfsanalyse
-
TÜV-zertifizierter Software für CO2-Bilanz
-
Maßnahmen zur CO2-Reduktion
Die Erkenntnisse, die wir sammeln sind beeindruckend. Wir können monatsweise vergleichen und die unterschiedlichen Bereiche im Detail analysieren, was den größten Hebel erzeugt. Eine Sorge von mir war beispielsweise, dass uns der Strombezug den Nacken bricht in unserer CO2-Bilanz. Dann stellte sich heraus: Die Heizung ist der eigentliche CO2-Killer. Daraus können wir jetzt schon erste Schritte planen. Mit Photovoltaik und Elektromobilität gehen wir schon in die richtige Richtung, jetzt können wir nochmal gezielter ansetzen. Den Hebel müssen wir aber wirklich bei unseren Lieferanten und in der Lieferkette suchen, denn da entstehen am meisten Emissionen für unsere Produkte.
Planen Sie, einen Nachhaltigkeitsbericht zu veröffentlichen?
Perspektivisch bestimmt, aber nicht kurzfristig. Das wäre zu verfrüht. An einem Punkt wird es wohl verpflichtend für alle Unternehmen werden, aber wir machen das Carbon Management vor allem für uns als internes Steuerungsinstrument auf unserem Weg zu einer emissions- und ressourcenschonenden Produktion.
Ihr Unternehmen, unsere Energie
Zuverlässig, fair, zukunftsorientiert: Vattenfall versorgt Unternehmen jeder Größe und Branche mit Energie. Entdecken Sie jetzt unsere vielfältigen Lösungen.
Das könnte Sie ebenfalls interessieren
EnEfG 2026: Pflichten und Fristen im Überblick
Wer vom EnEfG betroffen ist und welche Maßnahmen ab 2026 anstehen.
Best Practice: Starke Marke, starke Strategie
Das Unternehmen B&E-Mobile hat ein klassisches Business-Modell innoviert und gehört zu den führenden Volvo-Autohäusern Deutschlands.
Umweltmanagement mit EMAS
Lesen Sie, wie Unternehmen effizienter werden und gleichzeitig Umweltziele erreichen.
Ladestationen einfach gefördert
Die wichtigsten Tipps, damit Ihr Unternehmen maximal von der Förderung für E-Mobilität profitiert.
Interview mit Centermanager Jens Fritsche
Centermanager Jens Fritsche im Interview über den Storkower Bogen, die Zusammenarbeit mit Vattenfall und die erfolgreiche Umstellung auf Solarstrom.
Nachhaltigkeit berichten mit VSME
Erfüllen Sie CSRD-Anforderungen, stärken Sie die Wettbewerbsfähigkeit und erhöhen Sie Transparenz.
Jetzt Newsletter abonnieren
5 Minuten für Unternehmen – Kostenloses Expertenwissen
✓ Monatliche Updates – kompakt aufbereitet
✓ Ausgewählte Fachartikel zu Energie & Business
✓ Branchenspezifische Interviews






