Regionalität bedeutet Wachstum

Kundencase: Das Reinhardt in Hamburg

Die Café Reinhardt GmbH & Co. KG ist ein seit 1883 familiengeführtes Unternehmen. Zusätzlich zu den drei eigenen Standorten in Hamburg-Poppenbüttel, Wellingsbüttel und im Einkaufszentrum Alstertal beliefert das Reinhardt etwa dreißig Gastronomien in Hamburg mit individuellen und qualitativen Backwaren. Zu den Kunden gehören die Kaffeerösterei in der Speicherstadt, aber auch lokale Edeka-Märkte, die ihr Sortiment so durch regionale Backwaren aufwerten.

Was bei der Gründung vor 138 Jahren als Bäckerei startete, ist heute in der fünften Generation Gastronomie, Konditorei und Bäckerei geworden. Im Interview erzählt uns Geschäftsführer Thorsten Käding, wie es der Betrieb durch die Pandemie geschafft hat, was seine Vision ist und wie sich das Unternehmen zu Trendthemen positioniert. In diesem Kundencase schauen wir uns die Erfolgsgeschichte noch etwas genauer an.

Zum Kern der Marke Reinhardt gehört ein Versprechen: Wir sind 365 Tage im Jahr für Sie da. Rund um diesen Kern haben sich weitere Säulen gebildet, die den unternehmerischen Erfolg nachhaltig beeinflusst haben.

Erweiterung von Marke und Geschäftsfeld

Am Hauptstandort in Hamburg-Poppenbüttel findet die Hauptproduktion des Unternehmens statt. Hier ist auch das erste Café von Thorsten Kädings Mutter in den 70er Jahren gegründet worden. Thorsten Käding und seine Schwester Stephanie haben nach einigen Jahren im Geschäft etwas riskiert und mithilfe einer Designerin dieses Café umgestaltet. Mit dem vom belgisch-französischen Stil inspirierten Redesign des Cafés wurde dem Unternehmen ein ganz neuer Wert beigemessen. Aus der Bäckerei und Konditorei wurde „das Reinhardt“.

„Wir haben eine ganz neue Kernaussage getroffen. Das Unternehmen wurde so völlig neu bewertet.“

Das neue Konzept zündete: Bereits eine Woche nach der Neueröffnung war das Café voll und das ist seitdem so geblieben. Das Reinhardt ist ein Treffpunkt geworden. Auf diese Weise hat sich das Geschäftsfeld erweitert: Die Einnahmen aus der Gastronomie machen inzwischen oft mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus.

Expansion

Das Reinhardt wurde innerhalb kürzester Zeit so beliebt, dass sich eine Expansion anbot. Inzwischen gibt es ein weiteres Café im Stadtteil Wellingsbüttel. Auch dieser Standort wird von den Kunden als Qualitätsangebot wahrgenommen und dementsprechend frequentiert. Die Vision für einen weiteren Standort musste durch die Pandemie vorerst zurückgestellt werden.

Tradition & Handwerk

Die Backkunst des Reinhardt orientiert sich an alten Handwerkstraditionen, die für einige Jahrzehnte vergessen waren und jetzt wieder entdeckt werden. Thorsten Käding ist es sehr wichtig, dass Brote, Brötchen, Gebäck und Kuchen gesund und bekömmlich sind. Aus diesem Grund greift er zurück auf Teige die lange ruhen und ziehen, auf traditionelle Sauerteige und Mehlmischungen, die den Backwaren einen einzigartigen Geschmack verleihen.

Nachhaltigkeit

Beim Thema Nachhaltigkeit versteht sich das Reinhardt als Vorreiter. Bereits bevor das Wort Nachhaltigkeit in Presse und Medien allgegenwärtig wurde, leitete das Unternehmen notwendige Schritte ein, und zwar nicht nur der Umwelt zuliebe, sondern aus gesundem Menschenverstand heraus und zum Nutzen von Einsparpotentialen.

Kein Restmüll

Bäckereien produzieren Überschuss, beim Café Reinhardt landet davon nichts im Restmüll. Das hat zum einen wieder mit den traditionellen Arbeitsweisen zu tun: Altes Brot wird beispielsweise als zerkleinertes Paniermehl wieder neuen Teigen zugeführt und so gerettet. Die Waren profitieren von diesem Prozess, denn Geschmack, Biss und Haltbarkeit steigen durch diese Beimischung. Waren, die nicht verkauft werden, werden der Hamburger Tafel gespendet. Auf diese Weise ist das Reinhardt auch sozial nachhaltig. Und Waren, mit denen trotz Rückführung in den Teig und Spenden nichts anzufangen ist, gehen in Abholtonnen für die Schweinemast. Nichts wird verschwendet.

Müllreduktion

Das Thema Müllreduktion bewegt das Unternehmen auch auf anderen Gebieten. In den zwei Cafés verschäumen jeden Tag jeweils etwa 15 Liter Milch für Heißgetränke. Noch vor einigen Jahren kamen diese in 1-Liter-Tetrapaks. Inzwischen spart das Café Reinhardt jährlich 10.000 bis 15.000 dieser Verpackungen aus Pappe und Aluminium ein, indem es von einem regionalen Bauern Milch in austauschbaren Milchbehältern erhält.

Abwärmenutzung

Die Einsparung und Zweitnutzung von Abwärme in Gewerbe und Industrie ist einer der Haupthebel für die Klimaneutralität Deutschlands. Im Café Reinhardt erzeugen Backöfen jeden Tag für etwa zehn bis zwölf Stunden Temperaturen bis zu 350 Grad Celsius. Damit diese Wärme genutzt werden kann, hat das Reinhardt schon vor Jahren in Dämmung, Speicherung und Wärmeleitung investiert, sodass dadurch das komplette Warmwasser für die Wohnungen auf dem Firmengelände bereitgestellt werden kann.

Regionalität bedeutet Wirtschaftswachstum.

Thorsten Käding

Regionalität

Thorsten Käding versucht dort, wo es möglich ist, immer regionale Produkte und Dienstleistungen einzukaufen. Seiner Auffassung nach sorgt diese Ausrichtung auch dafür, dass sich die Menschen und Unternehmen in der Region gegenseitig unterstützen und Wirtschaftsleistung nicht in andere Märkte abfließt. Zwar kommen Kiwis immer noch aus Neuseeland und Mandeln aus der Türkei, alles andere aber, was regional angeboten wird, wird auch regional eingekauft: So stammen die Erdbeeren von Erdbeerhöfen in Henstedt-Ulzburg oder Ratzeburg nah bei Hamburg. Obst wird direkt ohne Zwischenhändler vom Erzeuger aus dem Alten Land bezogen, genauso wie die Milch vom Milchhof Kruse in Pinneberg stammt. Alles Weitere wird auf dem Hamburger Großmarkt eingekauft.

Geschwindigkeit

Zwar habe es auch sie getroffen, sagt Geschäftsführer Thorsten Käding im Interview, aber die Corona-Krise habe auch ganz viele Dinge über Nacht möglich gemacht. Damit meint er zum Beispiel Digitalisierungsprojekte, wie das kontaktlose Bezahlen oder den eigenen Online-Shop. Damit beweist das Familienunternehmen, dass Geschwindigkeit im digitalen Wandel keine Frage von jungem oder altem Unternehmen, Startup oder Tradition ist, sondern eine Frage des Bedarfs und der Notwendigkeiten.

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