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Passivhaus

Ein Passivhaus erreicht die höchste Stufe der Energieeffizienz durch Wärmedämmung und Lüftung. Diese Gebäude verfügen dadurch über eine hervorragende CO2 Bilanz.

Ein Passivhaus ist ein höchst energieeffizientes Gebäude, das ohne Zufuhr von Wärme auskommt und gemeinhin keine klassische Heizung benötigt. Während ein herkömmlicher Haushalt circa 240 Kilowattstunden Heizwärme pro Quadratmeter und Jahr verbraucht, liegt der Bedarf bei einem Passivhaus bei lediglich rund 15 Kilowattstunden.
Zahlreiche Maßnahmen wie Dämmung, Wärmerückgewinnung, Wärmeabstrahlung oder Nutzung erneuerbarer Energien (zum Beispiel Sonnenenergie) erzielen diesen extrem niedrigen Energiebedarf.

Funktionsweise von Passivhäusern

Passivhäuser zeichnen sich durch eine besondere Wärmedämmung der Wände, des Daches und der Fenster aus und erzielen so eine größere Wärmerückgewinnung der Abstrahlwärme von Haushaltsgeräten und Bewohnern. Der Wärmeverlust wird durch eine Lüftungsanlage verringert, die auch für die Frischluftzufuhr verantwortlich ist. Weitere wichtige Charakteristika sind eine besondere Luftdichtheit sowie eine spezielle Gebäudeform. Darüber hinaus sind Passivhäuser darauf ausgelegt, größtmögliche solare Wärmegewinne zu erzielen.

Um den dennoch geringfügig verbleibenden Energiebedarf zu decken, wird oftmals auf regenerative Energien zurückgegriffen. Konkret werden hier häufig elektrische oder thermische Solaranlagen oder Pelletheizungen installiert. Zwar verbrauchen Passivhäuser trotz aller Energieeffizienz zumeist mehr elektrische Energie als Häuser, die auf konventionellem Wege beheizt werden. Beim Betrieb eines Passivhauses kommt es jedoch kaum noch zu umweltschädlichen Kohlendioxid-Emissionen.

Bau- und Betriebskosten

Für Passivhäuser fallen im Vergleich zu konventionellen Häusern oder Niedrigenergiehäusern um fünf bis fünfzehn Prozent höhere Baukosten an. Zurückzuführen ist dies vor allem auf den deutlichen Mehraufwand, den die spezielle Wärmedämmung und die Lüftungsanlage verursachen.
Andererseits entfallen zumeist die Baukosten für einen Schornstein und die Energiekosten sind enorm niedrig. Dies wiederum führt dazu, dass die Betriebskosten eines Passivhauses deutlich unter denen eines konventionell beheizten Gebäudes liegen.

Anforderungen an Passivhäuser

Derzeit gibt es keinen allgemeingültigen Standard für Passivhäuser. Die verschiedenen Standards in Deutschland sind jedoch in etwa äquivalent. Nimmt man etwa die Zertifizierungskriterien des Passivhausinstituts Darmstadt als Maßstab, darf ein Passivhaus einen jährlichen Heizwärmebedarf von insgesamt 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter nicht überschreiten. Darüber hinaus darf der Primärenergiebedarf von Passivhäusern höchstens 120 Kilowatt pro Stunde und Jahr betragen.

 

Siehe auch:

Energieeinsparverordnung

Wärmedämmung

Niedrigenergiehaus
 

Weiterführende Informationen

Passivhaus Institut