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Offshore-Windpark

Ein Offshore-Windpark besteht aus Gruppen von Windrädern auf hoher See, die günstige Windbedingungen nutzen, um kontinuierlich Windenergie zu gewinnen. Der daraus generierte Strom gelangt über Seekabel an Land.

Als Offshore-Windparks (offshore englisch für vor der Küste) werden Windparks bezeichnet, die auf hoher See bzw. mit erheblichem Abstand zur Küste gebaut werden. Ihre Standorte kennzeichnen in der Regel verhältnismäßig kontinuierliche Windbedingungen sowie hohe durchschnittliche Windgeschwindigkeiten, die dazu führen, dass die in ihnen errichteten Windkraftanlagen üblicherweise eine sehr hohe Auslastung verzeichnen können. Die in Offshore-Windparks erzeugte Energie gelangt mit Hilfe von Seekabeln an die Küste. Dort angekommen wird die Energie wiederum in der Regel auf Höchstspannungsebene in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Zu einem der Top-Standorte für Offshore-Windparks in Europa zählt aufgrund seiner hohen Windstärken die Nordsee, wo auch der erste Offshore-Windpark innerhalb Deutschlands im Jahre 2010 in Betrieb genommen wurde. Obwohl der Großteil der Offshore-Windparks innerhalb Deutschlands in der Nordsee errichtet wurde, gibt es auch in der Ostsee einige Offshore-Windparks.

Errichtung von Offshore-Windparks

In Deutschland findet die Nutzung von Offshore-Windenergie vor allem außerhalb der 12-Seemeilen-Zone, also der seewärtigen Grenze des Küstenmeeres statt. Da diese Offshore-Standorte für gewöhnlich erheblich höhere Winddurchschnittsgeschwindigkeiten als Onshore-Standorte, also Standorte im Binnenland, aufweisen, erzielen die entsprechenden Windkraftanlagen auch höhere Erträge.

Ihre Errichtung, Netzanbindung und ihr Betrieb ist vor allem bei großen Entfernungen zur Küste und hoher Wassertiefe deutlich aufwendiger als bei Windparks an Land. Geschleppte Hubinseln oder sogenannte Errichterschiffe sind für die Errichtung der Windparks auf hoher See verantwortlich.

Verwendete Windkraftanlagen

Neben der Vorgehensweise bei der Errichtung der Windparks unterscheiden sich auch die Typen der Windkraftanlagen an Land und auf hoher See. Die an Offshore-Standpunkten eingesetzten Windkraftanlagen sind perfekt auf die widrigen Bedingungen auf hoher See eingestellt. Die Anlagen verfügen z. B. über einen Korrosionsschutz gegen salzhaltige Umgebungsluft, Bordkräne und Hubschrauberplattformen. Baugruppen werden bisweilen komplett gekapselt, Türme und Maschinenhäuser mit speziellen Lüftungsanlagen ausgestattet und umfangreichere Überwachungssysteme installiert.

Da auf die Gründung der Windanlagen neben dem eigenen Gewicht auch die Strömung des Wassers und die Kraft der Wellen wirken, muss auch diese speziell ausgearbeitet werden. Um den widrigen Bedingungen auf hoher See angemessen begegnen zu können, wird auf verschiedene Gründungsmöglichkeiten zurückgegriffen, die sich u. a. auch nach der Wassertiefe und der Beschaffenheit des Bodens richten.

 

Siehe auch:

Naturstrom