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Niedrigenergiehaus

Niedrigenergiehäuser erreichen optimale Werte in der Energieeffizienz, gemessen an den Standards und Vorgaben der Energieeinsparverordnung. Häufig gelingt dies durch Wärmedämmung. Die Bezeichnung Niedrigenergiehaus erfordert eine Zertifizierung.

Ein Niedrigenergiehaus zeichnet sich durch einen sehr geringen Energiebedarf (Strom, Gas oder Heizöl) für die Raumwärme und Warmwasserversorgung aus. Die Grundlage eines Niedrigenergiehauses ist stets eine bestmögliche Wärmedämmung von Daches und Außenwänden.

Sind die Außenwände ausreichend gedämmt und die Fenster und Außentüren des Gebäudes isoliert, kann die aufgewendete Heizenergie das Gebäudeinnere nur mit starker Verzögerung verlassen. So sinkt der Strom- und Wärmebedarf in erheblichem Maße – das primäre Ziel von Niedrigenergiehäusern. Niedrigenergiehaus-Standards existieren für Neubauten ebenso wie für energiesanierte Altbauten. Für Neubauten sind die Anforderungen aber für gewöhnlich strenger.

Anforderungen an Niedrigenergiehäuser

Zwar ist ein Niedrigenergiehaus von seinem energetischen Grundkonzept näher am Optimum als es die Gesetze verlangen, es gibt allerdings durchaus Häuser, für deren Betrieb ein noch geringerer Energieaufwand vonnöten ist. So kann etwa das sogenannte Passivhaus gänzlich auf eine Zentralheizungsanlage verzichten. Ein Nullenergiehaus braucht keine Betriebsenergie von außen und ein Plusenergiehaus produziert sogar mehr erneuerbare Energie, als es selbst benötigt.

In Zukunft könnten für Neubauten daher eher Nullenergiehäuser oder sogar das Plusenergiehaus zum Standard werden. Da im Bausektor das Energieeinsparungspotenzial um ein vielfaches höher als beispielsweise im Verkehr ist, lohnt es sich, Entwicklungen in diesem Bereich voranzutreiben.

Niedrigenergiehaus: Keine klare Definition

Für die Bezeichnung Niedrigenergiehaus existiert im keine klare, eindeutig akzeptierte Definition. So gibt es etwa in Norddeutschland besonders strenge Anforderungen an die Bezeichnung Niedrigenergiehaus. Nach dem am geläufigsten „Niedrig-Energiehaus-Standard Schleswig-Holstein“ muss der nach der Energiespareinsparverordnung (EnEV) maximal zulässige Primärenergiebedarf um min. 20 Prozent, der maximal zulässige Spezifische Transmissionswärmeverlust um min. 30 Prozent unterschritten werden. Darüber hinaus müssen die entsprechenden Häuser mit einer mechanischen Be- und Entlüftungsanlage ausgerüstet sein.

Die Zertifizierung wird durch die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (ARGE) durchgeführt. Die ARGE ist ein öffentlich anerkanntes Institut für die Zertifizierung von Effizienzhäusern von verschiedenen energetischen und nachhaltigen Standards und vergibt im Rahmen dessen entsprechende Prüfsiegel.

 

Siehe auch:

Energieeinsparverordnung

Wärmedämmung

Passivhaus