Klimafreundlich und sicher unterwegs

Prof. Heiner Monheim ist Experte für kommunale Raumplanung und Verkehrskonzepte.

Der Platz auf der Straße ist begrenzt, die Verkehrsdichte steigt. Gleichzeitig gibt es immer mehr Möglichkeiten, sich in der Stadt fortzubewegen. Wir haben mit dem Verkehrswissenschaftler Prof. Heiner Monheim über die Zukunft von Straßenverkehr und E-Mobilität gesprochen. Außerdem zeigen wir, wie die fünf wichtigsten Verkehrsmittel – Auto, Roller, Fahrrad, Bahn und Fußgänger – im direkten Vergleich abschneiden und mit welchen Verkehrsmitteln Sie am meisten Zeit und Geld sparen. 

Herr Prof. Dr. Monheim, was muss sich ändern, um den Straßenverkehr zukunftssicher zu machen?
Das Wichtigste ist, die Alternativen zum Auto energisch auszubauen. Radverkehr und Fußgänger brauchen mehr Verkehrsraum und auch längere Grünzeiten an den Ampeln. Der öffentliche Nahverkehr benötigt mehr Platz für Busspuren und intelligente Ampelschaltungen, die genau dann grün geben, wenn es wirklich nötig ist.

Wie wird der Verkehr in den Städten sicherer, insbesondere für Fahrradfahrer und Fußgänger?
Radfahrer benötigen vor allem mehr Platz, also viel breitere Radwege. Derzeit wird auf „Protected Bike Lanes“ gesetzt, also Fahrradwege, die durch Barrieren wie Poller oder Blumenkübel vom Autoverkehr getrennt sind. Als Abstandhalter zwischen dem Kfz- und Radverkehr sind auch Grünstreifen möglich, ob mit echtem oder mit Kunstrasen. Für Fußgänger müsste es wiederum mehr Zebrastreifen geben. Auf Kreuzungen würde diagonales Überqueren, wie es beispielsweise in Japan überwiegend praktiziert wird, die Querungschancen für Fußgänger erhöhen und die Wartezeit halbieren. Das alles wird nur umsetzbar bzw. kann weiter ausgebaut werden, wenn es zu einem Umdenken kommt: Der Autoverkehr ist seit 70 Jahren zu üppig bedient worden, mit zu viel Platz und Grünzeiten für Autos. Der Fuß- und Radverkehr muss stärker gefördert werden, weil sie die flächeneffizientesten Verkehrsarten sind. 

Würde autonomes Fahren die Verkehrssicherheit erhöhen?
Ja natürlich, wenn es richtig eingesetzt wird. Autonome Autos dürften innerorts im gemischten Verkehr nie schneller als 20 km/h fahren, nur das sichert konfliktfreie Mobilität. Weil autonome Autos voller Intelligenz und Kommunikationstechnik stecken, sind sie sehr gut geeignet, um als öffentliche Autos, mit Car- und Ride Sharing, betrieben zu werden. Natürlich ist das alles noch Zukunftsmusik. Erfolge in der Forschung und Entwicklung sind zwar zu verzeichnen, ihre Umsetzung auf den Straßen wird jedoch noch dauern. Hinzu kommen weitere Voraussetzungen, die erst noch geschaffen werden müssen, zum Beispiel eine digitale Verkehrsinfrastruktur oder die Möglichkeit, eine herstellerübergreifende Kommunikation umzusetzen. 

Wie sehen Sie die Chancen der Elektromobilität?
Die Elektromobilität der Fahrräder und des öffentlichen Nahverkehrs schreitet rasant voran. Pedelecs werden in Zukunft zum wichtigsten Fahrradtyp. 2018 verkauften deutsche Fahrradhändler ca. 900.000 Elektrofahrräder und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) geht davon aus, dass der Anteil an Elektrorädern in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Den Stellenwert der E-Scooter halte ich allerdings für begrenzt. Sie sind für Fahrten bei Regen nicht wirklich geeignet. Außerdem lässt sich damit so gut wie kein Gepäck transportieren. 

Und wie sieht es mit den E-Autos aus?
Es werden vor allem E-Autos eine Rolle spielen, die energiesparsam mit gedrosselter Leistung, geringem Gewicht, geringen Emissionen und hoher Effizienz fahren. Ich denke, in Zukunft werden die meisten dieser Autos im Car- und Ride Sharing zum Einsatz kommen.

"Pedelecs werden zum wichtigsten Fahrradtyp"

Die Auswertung

Der Vergleich zeigt: Die Spitzenplätze belegen Fußgänger und Radfahrer. Ausschlaggebend sind die positive CO2-Bilanz und der Fitness-Faktor, der sich deutlich von den anderen Verkehrsmitteln abhebt. Die Elektromobilität belegt die darauffolgenden Plätze zusammen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Schlusslicht: das benzinbetriebene Auto. Bis auf den positiven Zeitfaktor, den es sich mit dem Roller teilt, schneidet es schlecht ab.

Das Fazit: Wer klimafreundlich unterwegs sein möchte, setzt auf die eigene Muskelkraft. Radfahrer und Fußgänger sind zwar nicht am schnellsten, aber immer noch zügig und vor allem kostenfrei unterwegs. Vor allem in Großstädten ist Zufußgehen oder das Nutzen von einem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln gegenüber einer Autofahrt deutlich vorzuziehen.

In der Bevölkerung ist eine Trendwende zu beobachten: Das Fahrrad wird gegenüber dem Auto immer wichtiger. Derzeit wird in vielen deutschen Städten an einer besseren Erschließung dieser Potenziale zur Entlastung der Umwelt und der Menschen gearbeitet. So werden beispielsweise Radwege intensiv ausgebaut. Angestrebt wird ein durchgängiges Radnetzt mit direkten, zusammenhängenden und möglichst kreuzungsfreien Radwegen. Auch privat nutzen immer mehr Menschen Mobilitätsangebote zum Mieten, zum Beispiel von nextbike oder emmy, die auch Vattenfall unterstützt. Ob Fahrrad oder Elektro-Roller - jeder entscheidet selbst.

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Fotos: Gradyreese/istockphoto.com, Crossboccia.com, Paul Bradbury/istockphoto.com, kasto80/istockphoto.com, Monkey Business Images /shutterstock.com, de repente/shutterstock.com