Winter und Frühling klatschen einander gerade ab. Grund genug, um endlich das Fahrrad wieder aus dem Keller zu holen und es frühjahrstauglich zu machen. Wie das geht, erklären wir Ihnen gemeinsam mit Mit Vergnügen Schritt für Schritt. Denn die ersten Sonnenstrahlen lassen sich am besten auf dem Rad und mit Rückenwind genießen.

1. Warum vegan?

Vegan zu leben ist wirklich nicht schwer – vor allem, wenn man weiß, warum man es macht. Es gibt zig Gründe, warum Menschen vegan leben, und keiner von ihnen ist „richtiger“ als der andere. Egal, ob Sie es aus moralischen oder gesundheitlichen Gründen machen, Ihnen das Klima am Herzen liegt oder, oder, oder. Es gibt eben nicht den EINEN Typ „Veganer“ – und das macht Diskussionen auch oft so kompliziert und komplex.

2. Vegan = gesund?

Für die einen ist es ein Argument dafür, um vegan zu werden, für andere eine Horrorvorstellung. Sie können es also positiv oder negativ bewerten, wenn wir Ihnen sagen: Vegan sein heißt nicht, den ganzen Tag Salat zu essen. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung. Und auch wenn Sie den ganzen Tag ungesunde Sachen in sich hineinstopfen möchten, gibt es genug vegane Schokolade, Pizza & Co. Noch mehr Vorurteile werden in dem my Highlights Artikel Probieren Sie’s mal vegan ausgeräumt.

3. Die Sache mit dem B12

Vielleicht haben Sie schon von der „Problematik Vitamin B12“ gehört und Ihnen wurde prophezeit, dass Sie als Veganer garantiert an B12-Mangel leiden. Fakt ist: B12 ist ein Vitamin, das unter anderem für die Blutbildung, die Zellteilung und unser Nervensystem wichtig ist. Der Mensch selbst produziert es zwar im Dickdarm, scheidet es aber ungenutzt aus, weil es nur im Dünndarm aufgenommen werden kann. Wir müssen es also durch die Nahrung aufnehmen, das passiert vor allem durch Fleischkonsum. Es gibt auch pflanzliche B12-Quellen, die bisher aber nicht ganz verlässlich sind. Doch hier die gute Nachricht: Das heißt nicht, dass Sie hilflos in einen B12-Mangel rutschen, Sie müssen es nur anders aufnehmen. Mittlerweile gibt es unter anderem Kautabletten mit B12, aber auch Zahnpasta oder Müsli.

4. Lassen Sie Ihre Blutwerte kontrollieren

Apropos Vitamin B12: Es empfiehlt sich immer, vor dem Ernährungsumstieg einen Bluttest zu machen und diesen alle ein bis zwei Jahre zu wiederholen. Im Blutbild sehen Sie nicht nur, ob Sie genug Vitamin B12 aufnehmen, sondern können auch andere Mängel wie Eisen, Folsäure et cetera erkennen. So ein Bluttest ist übrigens auch für Nicht-veganer eine gute Sache.

5. Woher bekommen Sie ausreichend Proteine?

Oft wird man gefragt, wie man als Veganer genug Eiweiß zu sich nimmt, dabei stecken Proteine in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln. Sehr gute Proteinquellen sind Soja in jeglicher Form (beispielsweise als Tofu, „Sojadrink“ oder Tempeh), Bohnen, Nüsse, Brokkoli, Quinoa, Linsen, Hafer und Kartoffeln.

6. Tofu all day long!

„Tofu schmeckt mir nicht!“, „Soja ist schlecht für die Umwelt und macht unfruchtbar!“ Wenn Ihnen Tofu nicht schmeckt, sollten Sie ihn nicht essen (allerdings sollten Sie vorher unterschiedliche Zubereitungsweisen oder Sorten ausprobieren). Zu viel von einer Sache ist generell selten gut – egal ob Sie zu viel Soja oder zu viel Fleisch essen. Soja in Maßen ist jedoch unschädlich und die Sojafelder, für die Regenwald-Flächen gerodet werden, werden vor allem (zu circa 98 Prozent) zur Tierfütterung verwendet. Irgendwie ironisch.

7. Wo Sie jetzt einkaufen gehen können

Vor allem in Berlin haben Sie eine riesige Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten. Frisches Obst und Gemüse aus der Region finden Sie auf Wochenmärkten. Milch- und Sahnealternativen gibt es mittlerweile schon in fast jedem Supermarkt und immer öfter auch weitere vegane Ersatzprodukte. Sie werden überrascht sein, wie viele „zufällig vegane“ Lebensmittel es gibt – Oreo-Kekse oder Manner Waffeln zum Beispiel.

8. Hallo, Ersatzprodukte!

Vor allem der Verzicht auf Käse fällt den meisten Menschen schwer. In den Supermarktregalen finden Sie zwar immer häufiger vegane Ersatzprodukte wie vegane Käsescheiben oder vegane „Würstchen“, aber die Frage, wie sinnvoll oder gesund das ist, wird oft gestellt. Fakt ist: Convenience-Produkte sind und bleiben Convenience-Produkte – egal ob vegan oder nicht. Sie sollten nicht Basis Ihrer Ernährung sein, doch wenn Sie Appetit darauf haben, machen Sie sich nicht selbst ein schlechtes Gewissen und greifen Sie zu.

9. Versteckte nicht vegane Dinge

Es gibt eine schier endlose Liste an Inhaltsstoffen, die nicht vegan sind, sich aber hinter E-Nummern verstecken oder nicht deklariert werden müssen. Wein oder klarer Apfelsaft wird beispielsweise oft mit Gelatine oder mit Fischblasen geklärt. Dazu kommen Milchzucker, Magermilchpulver, der Farbstoff Karmin (E120), der aus Läusen gewonnen wird, und, und, und. Im Internet finden Sie viele Listen, die genau diese Dinge übersichtlich aufzählen.

10. Wie vegan kann man eigentlich sein?

Vegan zu leben hört bei der Ernährung nicht auf. Leder und Kaschmirwolle in Kleidung, Tierversuche für Kosmetik, tierische Stoffe im Zahnersatz. Die große Frage ist: wie vegan ist vegan eigentlich? Kann man vegan und noch veganer werden? Hier gilt es, sich viel zu belesen und zu informieren, man lernt schließlich nie aus.

11. Veganismus bedeutet nicht Verzicht

Wahrscheinlich klingt es nach zehn Punkten voller „Passen Sie darauf und achte Sie darauf“ ironisch wenn wir Ihnen sagen: Essen Sie, worauf Sie Lust haben! Vegan zu leben sollte sich nicht wie eine Zwangsjacke anfühlen. Wenn Sie es aus einer bestimmten Absicht heraus tun, wird alles schon viel einfacher. Ja, es gibt Dinge, auf die Sie achten sollten, aber am Ende geht es nicht um Verzicht. Sie werden sehen, welche tollen Lebensmittel Sie entdecken, wenn Sie sich mehr mit der Ernährung beschäftigen. Und vielleicht werden Sie dadurch auch zum besseren Koch und können Ihre Freunde beim nächsten Dinner mit Spaghetti und Linsenbolognese beeindrucken.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

Probieren Sie’s mal vegan

Was es mit der Organisation Veganuary auf sich hat und wieso die größten Mythen rund um den Veganismus quatsch sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Artikel lesen

Schmeckt gut und tut Gutes

Welche Lebensmittel sind die gesündesten der Welt? Und wie nachhaltig ist der Gewinner? Erfahren Sie hier mehr zum Thema Essen fürs Wohlbefinden.

Artikel lesen

Lebensmittel im Klimacheck

Haben Sie sich schonmal mit der CO₂-Bilanz Ihrer Lebensmittel beschäftigt? Diese variiert je nach Regionalität und Lagerung – so viel sei verraten. Details finden Sie in diesem Artikel.

Artikel lesen

Foto: Foto: Maria Bayer / hejhey Presskit, Conflictfood, Callum Cockburn / Unsplash, Lena Großmüller, MATT & NAT, Berliner Brandstifter, Saisonkalender Kleinwaren/von Laufenberg, Alyssa Strohmann / Unsplash, Christina Rumpf / Unsplash, Laura Mitulla / Unsplash, jj__mc / instagram