Verpackungsabfall in Deutschland nimmt weiter zu. Abgesehen davon, dass Sie grundsätzlich so wenig Müll wie möglich produzieren sollten, können auch Sie dabei helfen, dass Recycling noch besser gelingt. Vor allem, indem Sie Ihren Müll richtig trennen und so entsorgen, dass er in den Müllanlagen direkt sortiert und anschließend weiterverarbeitet werden kann. Welche Arten von Müll es gibt, ist den meisten wohl bekannt. Zur Erinnerung: Wir unterscheiden zwischen Kunststoff- und Verpackungsmüll, Altglas, Altpapier, Restmüll und Bioabfall. So weit, so gut.

Die Krux an der Sache besteht darin, den Müll zu erkennen und richtig zuzuordnen, also was überhaupt zu welchem Abfall gehört und in welcher Tonne dieser dann landet. Damit wir alle zusammen besser in Sachen Recycling werden, hat Mit Vergnügen mal 11 Fälle und Mythen herausgepickt, bei denen die Redaktion regelmäßig ins Schwitzen kommt. Na, welche kommen Ihnen bekannt vor?

1. Der Grüne Punkt hat ausgedient

Sind Sie auch mit dem „Grünen Punkt” aufgewachsen, der 1991 als geschütztes Markenzeichen eingeführt wurde? Dann haben Sie wahrscheinlich schon als Kind gelernt: Nur was einen grünen Punkt hat, kommt in die gelbe Tonne, in den Altglascontainer oder in den Papiermüll. Heute ist das nicht mehr so, denn die Kennzeichnungspflicht des „Grünen Punkts” wurde inzwischen aufgehoben. In welche Tonne welcher Müll gehört, entscheidet einzig und allein das Material der Verpackung. Heißt: Kunststoff und Metall wandern in den gelben Plastikmüll, Glas natürlich ins Altglas, Papier und Pappe ins Altpapier. Materialkunde ist hier das Zauberwort und nicht mehr der „Grüne Punkt”!

Grüner Punkt

2. Beschichtete Papierverpackungen gehören nicht ins Altpapier

Papierrecycling ist ganz einfach? Von wegen. Viele Pappkartons sind von außen mit einer hauchdünnen, manchmal kaum wahrnehmbaren Plastikhülle versehen. Bestes Beispiel: Der Pizzakarton. Schützt zwar davor, dass die Pappe nicht vom Essen durchsuppt, lässt sich aber leider nur schlecht recyceln. Auch Backpapier landet häufig im Papiermüll. Da gehört es aber nicht hin, weil das Papier mit einer Teflon-Beschichtung und meist fettigen Speiserückständen versehen ist. Deshalb in den Restmüll damit, wo alle nicht verwertbaren Stoffe landen sollten. Noch ein Klassiker: der Briefumschlag mit Plastiksichtfenster. Den sollten Sie vor dem Wegwerfen nach Plastik und Papier trennen.

Taschentücher

3. Taschentücher wandern nicht ins Altpapier

Mal ganz ehrlich: Wo entsorgen Sie Ihre benutzten Taschen- und Küchentücher oder Servietten? Falls Sie sie bisher in die Tüte zum Altpapier gestopft habt (ist ja auch ziemlich naheliegend), sollten Sie das in Zukunft besser vermeiden. Denn ähnlich wie verschmutzte Pizzakartons und Einweg-Mundschutzmasken lassen sie sich nicht mehr recyceln. Also ab in den Restmüll damit!

Taschentücher in einer Box

4. Verpackungen nicht ineinander stopfen

Damit zum Beispiel leere Joghurt- oder Margarinebecher wiederverwertet werden können, sollten Sie immer den Deckel von der Verpackung entfernen, da dieser meistens aus Aluminium besteht. Die Scanner in den Müllsortierungsanlagen können die unterschiedlichen Materialien sonst nicht erkennen und sortieren den eigentlich recycelbaren Becher zum nicht wiederverwertbaren Restmüll. Gleiches gilt für das Ineinanderstopfen von Plastikbehältern. Stecken Sie sie einzeln in den Plastikmüll, damit sie besser zugeordnet werden können.

Verpackungen

5. Auf schwarzes Plastik generell verzichten

Haben Sie schon öfter gehört, aber bis jetzt war Ihnen noch nicht ganz klar, warum man auf schwarzes Plastik (zum Beispiel beim Duschgel) verzichten sollte? Der Grund: Der Müllscanner kommt nicht durch das dunkle Material durch, weshalb die Verpackungen nicht als recycelbar erkannt und aussortiert werden. Muss einfach nicht sein! Wenn schon Plastik, dann achten Sie darauf, helle oder bunte Produkte zu nehmen. Noch besser ist es selbstredend, wenn Sie nach plastikfreien Alternativen suchen.

Müllsack

6. Knochen und Gräten kommen nicht in den Biomüll

Essensreste gehören in den Biomüll oder auf den Kompost? Jein: Zwar sind Knochen oder Fischgräten auch organisches Material, anders als Kartoffelschalen oder die Reste vom Tomatensalat dauert es allerdings ziemlich lange, bis sie sich zersetzt haben. Also besser ab in den Restmüll damit.

Bioabfall

7. Auf biologisch abbaubare Tüten verzichten

Biologisch abbaubare Plastiktüten, die man mit in den Biomüll geben kann, klingen ja erst einmal super praktisch. Doch wenn Sie sich genauer mit sogenanntem Bioplastik beschäftigen, dann sind sie keine gute Alternative, weil sie unser Ökosystem trotzdem noch sehr stark und lange belasten und eben nicht recycelt werden. Deshalb doch besser zur Papiertüte greifen oder den Bioabfall gleich in einem Gefäß sammeln und direkt ohne Tüte in die Biotonne werfen – auch wenn Sie ein paar Mal mehr die Treppe rauf und runter laufen müssen.

Plastiktüten

8. Porzellan und Keramik gehören nicht ins Altglas

Frei nach dem Motto: Alles, was lautstark auf dem Boden zerschellen und Scherben verursachen kann, kann auch einfach im Glasmüll entsorgt werden. Ähm, lieber nicht. Porzellan oder Keramik lassen sich ebenso wie hitzebeständiges Glas, Glühbirnen oder Spiegel nicht recyceln. Nur ein einziger Fehlwurf kann schon dazu führen, dass ein ganzer Container Altglas nicht wiederverwertet wird. Deshalb sollten Sie diese Dinge im Restmüll entsorgen.

Glas-Tonnen

9. Joghurtbecher nicht ausspülen

Ähnlich wie beim „Grünen Punkt” schwirrt in vielen Köpfen noch immer der Mythos herum, dass man Joghurtbecher vor dem Wegwerfen vernünftig ausspülen muss. Verschiedene Verbraucherinitiativen weisen aber darauf hin, dass das nicht nötig ist. Ganz im Gegenteil: Die leeren Plastikbecher werden in den Müllanlagen ohnehin gesäubert, Sie können sich also den Waschgang zu Hause und damit das Wasser sparen. Doppelt gemoppelt hält in diesem Fall nicht besser.

Plastikbecher

10. Elektrogeräte nicht in den Restmüll werfen

Sämtliche Elektrogeräte kommen nicht in den Hausmüll. Punkt. Aber wohin dann? Eine Richtlinie besagt: Jedes Gerät, das weniger als 25 Zentimeter Kantenlänge hat (also etwa ein altes Handy), können Sie im Groß- und Elektrofachhandel zurückgeben. Dazu sind Geschäfte ab einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern verpflichtet. Alles, was die besagten 25 Zentimeter übersteigt, gehört auf den nächsten Wertstoffhof, wo Fachleute alte Elektrogeräte für Sie entsorgen.

Elektroschrott

11. Energiesparlampen fachgerecht entsorgen

Auf gar keinen Fall dürfen Sie kaputte Energiesparlampen in Ihrem Hausmüll entsorgen. Diese enthalten größtenteils das Schwermetall Quecksilber, das in bestimmten Konzentrationen giftig ist. Wenn Ihre Birne ausgedient hat, geben Sie sie darum bitte in einer dafür vorgesehenen Sammelstelle ab. Und noch besser ist es sogar, wenn Sie in Zukunft auf LED-Leuchten umsteigen. Die kommen ohne Quecksilber aus und halten noch länger als Energiesparlampen. Eine Win-win-Situation sozusagen!

Glühbirne

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