Markt & Innovation

Juli 2017

Batterietechnologie: Vattenfall kooperiert mit BMW

Vattenfall hat einen Vertrag mit der BMW Group über die Lieferung von bis zu 1.000 BMW i-Batterien abgeschlossen. Der erste Speicher dieser Art wird in der Nähe von Amsterdam gebaut. Aber auch die deutschen Standorte kommen nicht zu kurz: Im Hamburger Stadtteil Bergedorf ist ein Speicherregelkraftwerk aus Batterien geplant. Was steckt hinter der Kooperation zwischen Vattenfall und BMW?

Batterietechnologie

Die Energiewende kann nur dann ein Erfolg werden, wenn es ausreichend Speicherkapazität gibt. In diesem Punkt sind sich alle einig. Unklar ist jedoch bisher, wie die Energiespeicher aussehen sollen und wie sie am besten eingesetzt werden können. Um diese Fragen zu beantworten, haben sich Vattenfall und die BMW Group zusammengetan.

„Wir haben bereits gebrauchte Batterien aus BMW i3-Fahrzeugen genutzt, um in Hamburg kleine Batteriespeicher zu bauen, sagt Daniel Hustadt. Er ist als Projektleiter bei der Vattenfall Innovation GmbH für Batteriegroßspeicher verantwortlich. „Jetzt haben wir größere Projekte vor und arbeiten dabei mit neuen Batterien.“ Energiespeicher und Netzstabilität seien die großen Themen der neuen Energiewelt, betont Hustadt.

Langfristig soll mit Hilfe der Speicher eine hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien erreicht werden. „Darum nutzen wir die Standorte, an denen wir Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, um mit dem Bau von Batteriespeichern mehr und mehr Erneuerbare in das System zu integrieren und gleichzeitig Auslastung und Flexibilität dieser Standorte zu verbessern“, sagt der Projektleiter.

Die jetzt von Vattenfall gekauften Lithium-Ionen-Batterien werden aus dem BMW-Werk in Dingolfing geliefert und haben eine Kapazität von jeweils 33 Kilowattstunden (kWh). Sie werden in allen Speicherprojekten eingesetzt. Mit BMW wurde ein Lieferant gefunden, der mit verlässlich guter Qualität aus deutscher Serienproduktion den hohen Sicherheitsanforderungen von Vattenfall beim Einsatz der Batterien entspricht. Diese sind mit einem BMW-eigenen Managementsystem ausgestattet. Der Autohersteller selbst setzt diese Batterien im i3 ein.

Der erste Speicher aus diesen Batterien wird am 122-MW-Onshore-Windpark „Prinzessin Alexia“ in der Nähe von Amsterdam gebaut. Mit einer installierten Leistung von 3,2 Megawatt (MW) ist es das erste große Speicherprojekt Vattenfalls in den Niederlanden. Im Vergleich zu dem größten Batteriespeicherprojekt wirkt es dennoch klein: Am 230-MW-Windpark Pen y Cymoedd in Südwales soll eine 22-MW-Anlage entstehen, der bisher größte Batteriespeicher Vattenfalls. Er soll dazu beitragen, die Stabilität des landesweiten Stromnetzes in Großbritannien zu unterstützen.

Auch deutsche Standorte kommen nicht zu kurz: Am zukünftigen Windpark im Hamburger Stadtteil Bergedorf wird ein sogenanntes Speicherregelkraftwerk aus Batterien gebaut. Für diese Großbatterie arbeitet Vattenfall mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) und dem Unternehmen Nordex zusammen. Als Teil des Vorhabens Norddeutsche Energiewende NEW 4.0 wird sie dazu dienen, die Versorgungssicherheit auch bei einer Stromerzeugung ausschließlich aus erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Zudem trägt der Speicher zur effizienteren Nutzung der vorhandenen Netzstruktur bei.

„Neben solchen großen Speichern arbeiten wir zurzeit auch an anderen Einsatzmöglichkeiten“, sagt Daniel Hustadt. „Beispielsweise wollen wir die Batterien auch als Stromspeicher in Privathaushalten nutzen, also Speicher für Besitzer von Solaranlagen auf Wohnhäusern anbieten.“ Da gäbe es noch viele Möglichkeiten.

Zur Artikelübersicht

Weitere Artikel aus Markt & Innovation

 

Peak Shaving: Stromsparen durch Speichertechnik

Die Netzentgelte sind zum 1. Januar 2017 erneut gestiegen. Und auch für die nächsten Jahre werden weitere Steigerungen erwartet. Geld, das für die ...

Zum Artikel

 

 

Lassen Sie sich beraten