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ePaper - metropole 04|2011 - Vattenfall

17metropole 4 | 2011Fotos: Hannah Schuh; Arne Mayntz; Elternhilfe jährlich Therapeutenfortbildungen“, so Thorsten Quast. „Dabei geben Eltern von Rett-Kindern ihr Erfahrungs- wissen an mehr als 50 Ärzte, Lehrer und Erzieher weiter – mit dem Ziel, dass beide Seiten ihre Kenntnisse zum Wohl der Kinder vertiefen können.“ Prominente Unterstützung Einem zentralen Aspekt beim Umgang mit Rett-Kindern widmet sich der vereinsinterne Arbeitskreis „Unterstützte Kommunikation“, kurz „AKUK!“ genannt: Seine Mitglieder verfeinern unablässig die elektronischen und nicht- elektronischen Hilfsmittel, mit denen sich Mädchen wie Marla oder Melina mitteilen können. Dafür entwickelt der Arbeitskreis in Eigenregie Bildkarten-Sets und Kommunikationsspiele, leistet Hilfe bei der Nutzung von speziellen Computern und berät Kindergärten und Schulen. Viel Raum nehmen auch die Aktivitäten ein, mit denen die Elternhilfe die Öffentlichkeit auf das Schicksal der Rett-Betroffenen aufmerksam macht. Der Verein organisiert Konzerte und Matineen und hat einen prominenten Unterstützer gewonnen: Seit Oktober 2010 ist Dominique Horwitz Schirmherr der Rett-Syndrom Elternhilfe (siehe Interview). Im September widmete der Schauspieler und Sänger dem Landesverband einen Jacques-Brel-Abend. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg: Rund 800 Besucher kamen ins Hamburger Schauspielhaus, um Chansons von Brel zu hören – und mehr über das Rett-Syndrom zu erfahren. Stars & Storys Spenden für die Rett-Syndrom Elternhilfe Der Landesverband Hamburg/Schleswig- Holstein bietet betrof- fenen Familien eine Plattform für Austausch und Beratung, richtet Familienfreizeiten aus und organisiert Thera- peuten-Fortbildungen. Der Verein ist erreichbar unter T 040 6092 1024, mehr Informationen gibt es unter www.rett-syndrom- elternhilfe.de. Spenden erreichen den Verein über das Konto 94 082 580 bei der Volksbank Neumünster, BLZ 212 900 16. metropole: Wie sind Sie Schirmherr der Rett-Syndrom Elternhilfe geworden? Dominique Horwitz: Annette Heilmann vom Schauspielhaus, Mutter eines Rett-Kindes, hat mich angefragt. Ich weiß, dass sie über die Geschwindigkeit meiner Zusage verblüfft war. metropole: Warum liegt Ihnen persönlich das Engagement für die Betroffenen am Herzen? Horwitz: Behinderung kann jeden von uns treffen. Für mich sind die Betroffenen, die unsere Hilfe und Mitgefühl brauchen, die Eltern. Ich habe einige von ihnen kennengelernt und war von deren Mut, Zuversicht und Lebensbejahung zutiefst beeindruckt. Mein Engagement nährt sich von der Hoffnung, von solchen Menschen umgeben zu sein, falls mir etwas passieren sollte. metropole: Von der Behinderung haben nur wenige Menschen gehört. Wie lässt sich das ändern? Horwitz: Das Rett-Syndrom ist erst vor ein paar Jahrzehnten entdeckt worden. Um es bekannter und den Umgang damit selbstverständlicher zu machen, bedarf es der Öffentlichkeit. Dazu sind Aktionen wie das Rett-Konzert im Schauspielhaus nicht nur hilfreich, sondern notwendig. Unseren Berührungsängsten können wir nur mit Sinnlichem und Fröhlichem begegnen. „Behinderung kann jeden von uns treffen“ Der Schauspieler und Sänger Dominique Horwitz über sein Engagement für Rett-Kinder Was den Alltag leichter macht: Der Trinkbecher (1) verhindert Verschlucken, die Unterschenkel- Orthese (2) stabilisiert den Gang, der anato- misch geformte Löffel (3) hilft beim selbststän- digen Essen und der „Supertalker“ bei der Kommunikation (4) 1 2 3 4