Die Rauchgas-Entschwefelungs-Anlage
Reinigung des Rauchgases
Bei der Verbrennung von Kohle entstehen Rauchgase. Diese Gase dürfen das Kraftwerk nur gereinigt verlassen. Dafür sorgt ein dreistufiges Verfahren: Zunächst wird das Rauchgas aus dem Dampferzeuger durch die Entstickungsanlage geführt. Dabei reduziert ein Ammoniak-Luft-Gemisch die Stickoxide zu Stickstoff und Wasserdampf. Danach folgt die Entstaubung in einer Elektrofilteranlage. Zum Schluss passieren die Rauchgase die Entschwefelungsanlage.
Aus Schwefeldioxid wird Gips für die Baustoffindustrie
Das Rauchgas hat bei Eintritt in die Rauchgasentschwefelungs-anlage eine Temperatur von 120 bis 140 °C und eine Schwefeldioxidkonzentration von bis zu 4.000 Milligramm pro Kubikmeter. Die Reinigung des Rauchgases erfolgt durch Eindüsen einer Suspension aus Kalksteinmehl und Wasser. Dabei reagiert das Schwefeldioxid im Rauchgas mit der Kalksteinsuspension unter Zufuhr von Luft zu Calciumsulfat (Gips). Das abgekühlte und gereinigte feuchte Rauchgas wird dann über den 130 Meter hohen Kamin an die Atmosphäre abgegeben. Dabei werden die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte weit unterschritten.
Das Nebenprodukt Gips wird über ein Förderband zunächst in ein Gipskreislager gefördert. Von hier aus gelangt es per Bandanlage an den Nebenkai und kann per Schiff abtransportiert werden. Die Abnehmer kommen zum Großteil aus der Baustoffindustrie, wie zum Beispiel Hersteller von Gipskartonplatten. Aber es gibt auch andere Verwender, etwa Champignonhersteller, die Gips als Dünger in ihren Zuchten einsetzen.
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